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Kultur Wissenschaft Ausbildung

L. Gallinat zu Friedrich-Karl Hintzes "Prosa und Lyrik"

26. Mai 2010 (HL-Red-RB) Es war eine amüsanter und abwechslungsreicher Nachmittag. Friedrich-Karl Hintze aus Stockelsdorf las am letzten Mittwoch in der Bad Schwartauer Seniorenresidenz Geertz eigene Prosa und Lyrik. Der Autor beleuchtete mit einem humorvollen Augenzwinkern das wochenendliche Ritual des sonntäglichen Frühstücks mit seiner Ehefrau. Er sandte dabei auch Pfeile gegen seine Frau ab. Er schilderte dann psychologisch und soziologisch reizvoll den Nachmittag in dem mondänen Ostssebad Timmendorf. Satirisch, persiflierend, karikierend analysierte er die divergierenden Eigenschaften harter und weicher Männer. Jeder Macho habe seine eigene Art, mit den Dingen umzugehen. Der Schriftsteller nahm auch subtil die Schattenseiten der gegenwärtigen technischen Welt und deren Marketing aufs Korn. Alte Menschen müssten leider Lehrgeld zahlen, aber man könnte auch auf den Krempelkram der modernen Technik verzichten. In einem heiteren und sritzigen Song als Überraschung dieser Veranstaltung setzte sich Friedrich-Karl Hintze mit den Folgen der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen auseinander. Rüttgers habe die Hürde gerade noch geschafft, die Koalition breche nicht. Dennoch hätten viele die Börse blank geputzt. Anschaulich und lebendig beschreibt er auch die Atmosphäre und die beliebigen Diskussionen bei einem Brunch, wo er versuchte, die Gemeinsamkeit mit den Tischnachbarn auszuloten. Mit großem Einfühlungsvermögen schilderte er die Reise zu seinem Geburtsort Stettin, wo er sich trotz vieler und zum Teil auch negativer Veränderungen noch immer zuhause fühlte.
Die Gedichte Friedrich-Karl Hintzes enthalten viele gelungene Reime und farbige Impressionen. Sie gefallen durch originelle surrealistische, expressionistische, seraphisch-mystische, transzendente und kryptisch-enigmatische Wendungen. Der Autor kommt aber auch bisweilen paradox und bizarr daher. Die originelle Lyrik ist von kühner Metaphorik und vielen positiven Emotionen geprägt. Er entlarvt dabei auch "den Flickenteppich der Illusionen". Seine Griechenland-Lyrik ist harmonisch und abgerundet.
Er gestaltet intensiv fokussierend, ausdrucksvoll und zum Teil auch spirituell seine Ganzheitserfahrung. Zugespitzt, komprimiert und sensibel wendet sich Hintze gegen das Vergessen. Er gewährt einen feinsinnigen und meditativ- besinnlichen Einblick in sein seelisches Interieur und hält das Flüchtige fest. Ihm glücken auch interessante Wortspiele und aphoristische und sentenzenhafte Formulierungen. Friedrich-Karl Hintze würdigte auch lyrisch das Holstentor.
Er bot bei dieser Veranstaltung angenehme Minuten, gute Unterhaltung und bereitete Freude. Der Autor wurde schließlich von den zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern mit sehr viel Beifall bedacht.

Lutz Gallinat

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