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Pfingstmontag: "Zeus bedeckt den Himmel weiter mit Wolkendunst"

24. Mai 2010 (HL-Red-RB) Pfingstmontag - der Tourismus wird mal wieder "böse" sein, dass die Wettervorhersage schon vor ein paar Tagen den Daumen nach unten angedeutet hat. Stimmt leider; denn beim mogendlichen Spaziergang gab es die Wahl Regenjacke und "Prinz-Heinrich" oder Regenschirm. Grau ist es geblieben und frisch. Über den "Zeus und den bedeckten Himmel" vielleicht nicht gewundert; denn zumindest den Anfang der Prometheus - Verse des Dichterfürsten Johann Wolfgang Goethe sind sicherlich noch geläufig. Wie es dann weitergeht, wenn auch nicht Pfingst-typisch, soll trotzdem diesem Beitrag folgen.

Erinnern Sie sich jedoch an viele Hundert Meter blühenden Pfingst-Flieder an der Bahnstrecke Lübeck-Travemünde? Der Gleisneubau hat dort wenig an der Strecke belassen. Aber es gibt ein paaar "Reste", wo es jetzt gerade wunderschön blüht. In der Lübeck-TeaTime - Redaktions-Vase auch. So soll eine kleine Blüten-Impression fröhlich zum zweiten Pfingsttag grüßen. Und vielleicht lugt die Sonne doch dann und wann durch den Wolkendunst - womit der Kreis zu Goethe doch geschlossen wird.




Foto (© Reinhard Bartsch – Lübeck)


Und was sagt der Wetterprophet zu morgen und übermorgen? Nun - die nach unschönen Festtagen die oft strahlende Sonne wird morgen (Di) niemanden ärgern. Es bleibt bewölkt und mit weiteren "Tropfen" ist zu rechnen. Der Mittwoch vielleicht bleibt trocken, begeistert aber mit zu erwartenden Temperaturen um 13 - 5° auch nicht gerade. Aber Mai-Wetter? Es geht wohl zunächst weiter wie bisher...



J.W. Goethe
(1766-1832)

Prometheus

Bedecke deinen Himmel, Zeus,
Mit Wolkendunst!
Und übe, Knaben gleich,
Der Disteln köpft,
An Eichen dich und Bergeshöh'n!
Mußt mir meine Erde
Doch lassen steh'n,
Und meine Hütte,
Die du nicht gebaut,
Und meinen Herd,
Um dessen Glut
Du mich beneidest.

Ich kenne nichts Ärmeres
Unter der Sonn' als euch Götter!
Ihr nähret kümmerlich
Von Opfersteuern
Und Gebetshauch
Eure Majestät
Und darbtet, wären
Nicht Kinder und Bettler
Hoffnungsvolle Toren.

Da ich ein Kind war,
Nicht wußte, wo aus, wo ein,
Kehrt' ich mein verirrtes Auge
Zur Sonne, als wenn drüber wär
Ein Ohr zu hören meine Klage,
Ein Herz wie meins,
Sich des Bedrängten zu erbarmen.

Wer half mir
Wider der Titanen Übermut?
Wer rettete vom Tode mich,
Von Sklaverei?
Hast du's nicht alles selbst vollendet,
Heilig glühend Herz?
Und glühtest, jung und gut,
Betrogen, Rettungsdank
Dem Schlafenden dadroben?

Ich dich ehren? Wofür?
Hast du die Schmerzen gelindert
Je des Beladenen?
Hast du die Tränen gestillet
Je des Geängsteten?
Hat nicht mich zum Manne geschmiedet
Die allmächtige Zeit
Und das ewige Schicksal,
Meine Herren und deine?

Wähntest du etwa,
Ich sollte das Leben hassen,
In Wüsten fliehn,
Weil nicht alle Knabenmorgen-
Blütenträume reiften?

Hier sitz' ich, forme Menschen
Nach meinem Bilde,
Ein Geschlecht, das mir gleich sei,
Zu leiden, weinen,
Genießen und zu freuen sich,
Und dein nicht zu achten,
Wie ich!

Autor:
Reinhard Bartsch
Herausgeber Lübeck-TeaTime

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