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Opern-Rezension: Lübecks „Turandot“ – Sieg der Liebe

23. Mai 2010 (HL-Red-HS) Puccinis nachgelassene Oper „Turandot hat auch rund 85 Jahre nach ihrer Uraufführung nichts von ihrer Faszination verloren. In der Region – Kiel, Schwerin – war sie in den letzten Jahren mehrfach zu sehen. Fast auch in Eutin – hätte nicht der arg erfolglose Interimsintendant Hans-Dieter Sense vor zwei Jahren die Nerven verloren und wegen unzulänglicher Vorverkaufszahlen und unsinniger Schreibe in einer Regionalzeitung dieses Erfolgsstück während der Vorbereitungszeit abgesetzt.




Foto ü/HS/Theater Lübeck


Welch gewaltiger Fehler das war, ist jetzt einmal mehr im Lübecker Theater zu sehen. Das hat dieses Werk gemeinsam mit dem Theater im westfälischen Münster herausgebracht. Schon dort war die Inszenierung des Hausherrn Wolfgang Quetes ein großer Erfolg, wie man im Vorwege erfahren konnte. Und das ist sie auch in Lübeck.
Quetes stellt die abenteuerliche Handlung – die auf ein persisches Märchen zurückgeht und sogar von Schiller für die Bühne bearbeitet worden ist – gemeinsam mit seinem Bühnenbildner Heinz Balthes und dem Kostümbildner José-Manuel Vásquez in ein sehr archaisches China. Überdies greift zurück auf eine Bühnenfassung des italienischen Barockdichters Gozzi und lässt die Minister und das Volk in Kostümen der
Commedia del’ Arte auftreten. Seine Sängerinnen und Sänger führt Quetes teils sehr bewegt und mit viel Betonung von Einzelheiten wie etwa in der Szene, in der Ping (Steffen Kubach), Pong (Patrick Busert) und Pang (Daniel Szeili) ihr elendes Leben unter der männermordenden Kaiserstochter beklagen. Anderer Szenen sind bewusst äußerst statuarisch angelegt. Das Premierenpublikum davon äußerst beeindruckt, wie schon der ist ungewöhnlich kräftige Beifall zur Pause zeigt
An diesem Abend glänzen vor allem die Sänger der Turandot (Elizabeth Whitehouse), des Calaf (Mario Zhang), die Liù (Alle Ellersiek) und des Tatarenkönigs Timur (Andreas Haller) durch ihre eindrucksvollen sängerischen Leistungen. Sie alle meistern ihre gewiss nicht leichten Rollen scheinbar mühelos. Frieder Stricker ist ein würdevoller Kaiser Altoum. Ungewöhnlich groß ist das Aufgebot der Chöre. Hier sind neben Chor und Extrachor in der gewohnt präzisen Einstudierung von Joseph Feigl Mitglieder eines Freien Opernchors Coruso, der von Gudrun Schröder vorbereitete Inder und Jugendchor Vocalino und Mitglieder der Musik- und Kunstschule Lübeck zu erleben.
Gespielt wird bei Quetes in der Fassung des Schlusses von Franco Alfano. Die unlängst auch in Kiel gespielt Neufassung von Berio wird von ihm verworfen. Das eigentlich von Puccini geforderte Bühnenorchester kann Lübeck nicht bieten. Da bleibt es bei Ferntrompeten in den Prozeniumslogen des 1. Ranges. Mit der ungewöhnlichen Besetzung des Orchesters kommt der Musikalische Leiter Philippe Bach in seiner letzten Lübecker Arbeit gut zurecht, nachdem er eine anfängliche Überlautstärke zurück genommen hat.
Herzlicher und ungeteilter Beifall für alle Beteiligten

Weitere Aufführungen
8. Juni, 19.30 Uhr, 13. Juni, 18 Uhr,, 20. juni 16 Uhr.

Autor: Horst Schinzel
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