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Weiterer Vortrag: "Zur Aktualität von Stolbergs Konversion"

22. Mai 2010 (Eutin/HL-Red-RB) Die Stiftung Eutiner Landesbibliothek übermittelte folgenden Beitrag zur zweiten Begleitveranstaltung zu ihrer Ausstellung "Friedrich Leopold Graf zu Stolberg (1750-1819) - Standesherr wider den Zeitgeist".
Am kommenden Mittwoch, dem 26.5.2010 spricht Prof. Dr. Klaus Kürzdörfer (Kiel) "Zur Aktualität von Stolbergs Konversion":
Vortrag von Prof. Dr. Klaus Kürzdörfer (Kiel)
am Mittwoch, dem 26. Mai 2010, 19.30 Uhr
im Seminarraum der Eutiner Landesbibliothek
Eintritt frei.




Portrait ü/Veranstalter


Dazu wird Folgendes ausgeführt:
"Selbst heute, wo die Religionszugehörigkeit normalerweise als Privatangelegenheit
respektiert wird, gelangen Konfessions- oder Religionswechsel einer prominenten Persönlichkeit
gelegentlich – so wie jüngst bei Tony Blair – in die Schlagzeilen. Als jedoch
der protestantische Eutiner Kammerpräsident Friedrich Leopold Graf zu Stolberg (1750-
1819) vor 210 Jahren zum Katholizismus übertrat, wirkte dies im protestantischen Norden
geradezu wie ein geistiges Erdbeben. Vom Schulrektor Johann Heinrich Voß über Jacobi,
Klopstock bis hin zu Goethe und anderen erregte man sich auf das heftigste. Teilweise
war die Empörung von einer gehässigen Bissigkeit begleitet, die nicht nur heute, sondern
schon damals nicht zu tolerieren war. Das Sensationelle der gräflichen Konversion von 1800
könnte schon allein für sich noch heute reges Interesse beanspruchen. Vor allem aber ist
es die sachlich-inhaltliche Aktualität, die Aufmerksamkeit verdient. Der Kieler Theologe
Prof. Dr. Klaus Kürzdörfer wird diese Aktualität in einem Vortrag herausarbeiten, der am
kommenden Mittwoch, dem 26. Mai in der Eutiner Landesbibliothek stattfindet. Seine
These: Wenn heute kirchliche Bindungen schwinden, gleichzeitig aber religiöse Fragen
boomen, dann erschließen sich erstaunliche Parallelen zur ambivalenten Bewusstseinslage
des Eutiner Dichters und Regierungschefs Stolberg. Wie verständlich auch immer Stolbergs
Beweggründe für die Konversion erscheinen mögen, nachvollziehbar sind sie aus heutiger
Sicht keineswegs, da sie Alternativen offen lassen. Um ihre Deutung kreist letztlich die
Debatte um die sensationelle Konversion des Grafen Stolberg damals wie heute. Wer sich
auf diese Diskussion einlässt, begibt sich in ein existenzielles Abenteuer, in dem heute
weithin übliche Vorurteile in Frage gestellt werden.
Der Vortrag findet im Seminarraum der Eutiner Landesbibliothek statt und beginnt um
19.30 Uhr. Er ist Teil des Begleitprogramms zur derzeit im Ostholstein-Museum Eutin
gezeigten Stolberg-Ausstellung und wird von den Freunden der Eutiner Landesbibliothek,
der Johann-Heinrich-Voß-Gesellschaft und der Eutiner Landesbibliothek veranstaltet. Der
Eintritt ist frei."


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