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Kultur Wissenschaft Ausbildung

Neue Theatersaison Schweriner Schauspiel

16. Mai 2010 (HL-Red-RB) Die neue Theatersaison startet mit der ersten Premiere des Schauspiels im E-Werk am 9.9.2010. Henriette Hörnigk inszeniert ihre eigene Stückfassung von Hans Falladas Roman „Kleiner Mann, was nun?“. Özgür Platte, neu engagiertes Ensemblemitglied, der nach seiner Ausbildung an der Theaterhochschule in Leipzig erst in Chemnitz, später dann in Esslingen und Rostock arbeitete, wird die Titelrolle übernehmen. Die Rolle eines Mannes, der kaum begreift, was mit ihm am Vorabend des Nationalsozialismus geschieht, der seinen Instinkten nicht folgen kann und nur überlebt, weil ihn die Liebe auffängt.

Am Tag darauf eröffnet Schauspieldirektor Peter Dehler mit Schillers „Kabale und Liebe“ das Große Haus. Amadeus Köhli, Absolvent der Stuttgarter Schauspielschule, ist neues Ensemblemitglied. In der Spielzeit 2009/10 war er bereits in „MfGII – Nachricht in der Flasche“ und als Makler Slift in „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ zu sehen. Nun spielt er den Ferdinand. An seiner Seite ist Jana Kühn als Luise zu erleben.
Es folgen zwei weitere E-Werk-Produktionen: Ralph Reichel präsentiert mit „Terrorismus“ und „Tötet den Schiedsrichter“ eine „Doppelinszenierung“ der Brüder Presnjakow, dem prominentesten Autorenexport Russlands. Dabei wird die Stückfassung des Romans „Tötet den Schiedsrichter“ in Schwerin seine deutsche Erstaufführung erleben. Markus Wünsch widmet sich in seiner ersten Inszenierung dieser Spielzeit einem Problem, das immer jüngere Teenager belastet: Essstörungen, entstanden durch Leistungsdruck. Mit Cornelia Gellrichs Stück „Fressen Lieben Kotzen“ entsprechen wir dem Wunsch vieler Lehrer und Schüler nach einem Theaterabend speziell für ein junges Publikum.

Grimms Märchen sind unerschöpflich. Nach der Produktion „Frau Holle“, die in der letzten Saison für einen Jahrhundertwinter sorgte, wird Peter Dehler nun „Der Froschkönig“ für die Große Bühne einrichten. Ab 28.11.2010 ist das Weihnachtsmärchen in über dreißig Vorstellungen zu sehen.

Für die traditionelle Silvesterpremiere wurden nach „Der kleine Prinz“ und „Der Struwwelpeter“ wieder eine Genre überschreitenden Geschichte gefunden: „Alice im Wunderland“. Lewis Carolls Klassiker wird unter der musikalischen Leitung von Thomas Möckel und der Regie von Peter Dehler für die Bühne eingerichtet. Mit der Premiere am 31.12.2010 begrüßt das Ensemble auf der Bühne im Großen Haus das neue Jahr.

Auch den zweiten Teil der Spielzeit charakterisiert eine Mischung aus Gegenwartsdramatik, Romanbearbeitung für die Bühne, Klassikern und Komödie. Tracy Letts’ „Eine Familie“ (orig. „August: Osage County“) wurde mit dem Pulitzerpreis 2007 ausgezeichnet. Darin gibt das Verschwinden des Familienoberhauptes den Hinterbliebenen einen Anlass, Lügen und Geheimnisse aller Geschwister, Kinder, Enkel und Anverwandten endlich auf den Tisch zu bringen. Jan Jochymski, Schauspieldirektor in Magdeburg, gastiert zusammen mit seiner Ausstatterin Larissa Hartmann erstmals am Schweriner Theater.

Es bleibt tragisch. Vor 200 Jahren nahm sich Heinrich von Kleist, einer der vielfältigsten Dramatiker der deutschen Literatur, das Leben. Mit seinem letzten Stück „Prinz Friedrich von Homburg“ wird dieses Sprachgenie gewürdigt. Markus Wünsch inszeniert das Drama um die Schlacht von Fehrbellin im E-Werk.

Daniel Pfluger gewann das Körber-Studio „Junge Regie“ 2009 am Thalia Theater in Hamburg. Seine choreographische Arbeit und sein ausdrücklicher Wunsch sorgten dafür, dass endlich einmal wieder Frank Wedekinds „Frühlings Erwachen“ in den Spielplan des Mecklenburgischen Staatstheaters mit aufgenommen wird. Am 13.5.2011 feiert die

„Kindertragödie“, die vor hundert Jahren Empörung auslöste, im E-Werk Premiere. Zum Ende der Spielzeit darf noch einmal richtig gelacht werden:

Eine der wunderbarsten Komödien von Carlo Goldoni, „Der Diener zweier Herren“, feiert am 20.5. Premiere im Großen Haus.

werk3
Im werk3 entwickeln die Beteiligten weiter wie im Rausch und (fast) ohne Zeit neue Projekte. Konsequenterweise steht jetzt noch nicht fest, welche Projekte in der Spielzeit 2010/11 im werk3 zur Produktionsreife gelangen, da die produktionstechnischen und geistigen Freiräume der Ensemblemitglieder noch nicht bekannt sind.

Neu im Programm wird auf jeden Fall eine dreiteilige Lesereihe mit Theatertexten von zeitgenössischen Autoren und Autorinnen sein. Nr. 1: „Nordost“ von Torsten Buchsteiner: Drei Frauen erleben aus unterschiedlicher Sicht die tschetschenische Besetzung des Moskauer Musicaltheaters. Nr. 2: „Kaspar Häuser Meer“ von Felicia Zeller: Drei Frauen im alltäglichen Wahnsinn des Jugendamtes. Nr. 3: „Trailer – Für die Nahe Zukunft“ von Oliver

Schmaering: Frauenbilder zwischen King Kongs „weißer Frau“ und den in der Provinz gern geträumten Visionen vom Schönsein in Hollywood. Nach der Lesewerkstatt und Gesprächen wird das „Siegestück“ zur Premiere gebracht.

Autor: HS

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