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Vom himmlischen Stammtisch: Geburtstag - was schenkt man?

16. Mai 2010 (HL-Red-RB) Neuer Tag - und Sonntag: Weiter Ökumenischer Kirchentag in München. Unter anderem und nach wie vor das einseitige Problem "gemeinsames Abendmahl". Nur dieses? Gemeinsamkeiten - ein Glaube, eine Kirche? Weit gefehlt. Bemerkenswert dagegen der "Stammtisch im Himmel", den theology.de -Pfarrer Otto Ziegelmeier - wie er verriet - sogar belauscht hat. Ja, der Himmel war eben der Erde immer schon ein "wenig" voraus. Danke jedenfalls theology.de für diesen "tollen" Beitrag, sagt Lübeck-TeaTime.
Übrigens berichtet Lübeck-TeaTime heute außerdem von einem noch kommenden Geburtstag (oder einem Wiederauferstehen?), der/das Anfang Juni Termin hat. Auf diesen/dieses jedoch soll in nachfolgendem Beitrag bereits eingegangen werden. Hier aber "zunächst" zum "Geburtstag - und was man schenkt":





"Seit Tagen wirkte Gott Vater etwas nachdenklich. Auch jetzt, als er beim Stammtisch an seinem himmlischen Weißbier nippte, wirkte er gedankenverloren. „Was ist denn mit Dir los?“, wollte Melanchthon wissen. „Ach, es ist wegen des Geburtstags …“, antwortete Gott Vater. „Aber mein 450. war doch schon vor einigen Tagen …“ Nein, nicht Dein kleiner Geburtstag, der meiner inzwischen älteren Kirchen, die haben doch an Pfingsten wieder Geburtstag. Und ich weiß nicht, was ich ihnen schenken soll …“. „Ja, das ist in diesem Jahr schwer!“, pflichtete ihm Karol Woytila bei, „früher, zu meiner Zeit, als ich noch Papst Paul II. war, war das noch leichter. Aber bei dem angeschlagenen Image hat meine Kirche einen wirklich schweren Stand und es ist ihr wahrlich nicht feierlich zumute!“ „Selber schuld!“, feixte Martin Luther „da treten ja zuweilen bei euch in einem Monat mehr aus als sonst in einem Jahr. Euch fehlen einfach ein paar Reformen und Reformationen!“ „Fangt nicht wieder mit dem alten Thema an“, knurrte Gott Vater, „macht lieber Vorschläge, was die Kirchen derzeit brauchen und wir ihnen schenken können.“ 

„Ich hätte da ´was ganz Konservatives für die Katholiken“, grinste Luther. Alle blickten ihn neugierig an. „Ein ‚Zölibatical’!“, erklärte er. „Was ist denn das?“, fragten alle wie aus einem Mund. „Na ja, selbst in der orthodoxen Kirche dürfen die Priester heiraten, nur in der römisch-katholischen Kirche seit anno 1139 nicht. So ein Sabbatical ist eine Auszeit, - und so soll nun die Katholiken mal die nächsten 1139 Jahre eine Auszeit vom Zölibat nehmen. Das dürfte der Kirche gut tun, wenn auch deren Priester wieder heiraten dürfen.“ „Ja, und auch die Frauen sollen Priester werden!“, fügte gleich der alte Abraham hinzu, „denn selbst bei unseren reformierten Juden gibt es Rabbinerinnen!“ „Oh ja!“, antworteten Maria und Maria Magdalena aus einem Mund. „Oh, je,“ stöhnte Karol Woytila. „Das klingt interessant!“, meinte Gott Vater, „weitere Vorschläge!“

„Die Protestanten bräuchten dringend ein neues Gottesdienst-Konzept,“ erläuterte Karol. „Allein das Wort ‚Gottes-Dienst’, das klingt wie Wehrdienst. Und feierlich ist es bei denen nur ganz selten. Ich hatte mich früher mal reingeschmuggelt. Gute Predigten, aber alles sehr verkopft. Und dann anschließend beim Kirchenkaffee die trockenen Mürbekekse und den Saft aus Pappschachteln, - das kann man doch gewiss besser machen. Mehr mit Gefühl und menschlicher.“ „Über unseren Pappschachtel-Saft lästern und selbst bei der Eucharistie den Menschen keinen Wein geben, macht mal erst Ernst mit euren Einsetzungsworten ‚trinket alle daraus’“, knurrte Luther und nahm einen tiefen Schluck, „Prost Gemeinde!“

„Weitere Vorschläge!“, unterbrach Gott Vater den wieder aufbrechenden Disput.
„Ich hätte da noch etwas“, begann der zögerliche Melanchthon, „wie wäre es mit einem ‚Anti-Hierarchicum’?“ Als er die ratlosen Gesichter der Stammtischler sah, fuhr er fort. „Das ist ein altes Hausmittel, um Hierarchien abzubauen. Das könnten eigentlich alle gebrauchen. Die einen mehr, gell Karol, die anderen weniger. Die Strukturen der Kirchen erinnern eher an Monarchien, bei der der Einzelne nichts zu sagen hat. Dabei klappt das Miteinander an der Basis eigentlich ganz gut. Aber der Amtsapparat ist steif, nichts bewegt sich, Ideen kommen nicht durch und die Bedenkenträger blockieren alles!“ „Ja, da hast Du recht!“, pflichtete ihm Gott Vater bei. Hätte ich die Kirchenleitungen zu meinem Schöpfungsakt befragt, gäbe es heute noch keine Welt!“

Im anschließenden Brainstorming bei himmlischen Weißbier und göttlichen Manna wurden noch weitere Ideen gesammelt. Von den beiden Marias kam „Frauenquote im Papsttum“, Abraham schlug einen „Gemeinsamen Feiertag vor, wollte dies aber noch mit seinen Kumpels Mohammed und Buddha abklären. Und Melanchthon schlug ein „Gemeinsames Konzil aller Religionen“ vor, in dem alle wichtigen Entscheidungen geklärt würden und eine „Ökumene-Verpflichtung als Zielvorgabe in allen kirchlichen Arbeitsverträgen“.

„Na, da können wir einen schönen Gabenkorb schnüren!“, stellte Gott Vater zufrieden fest. „Und wer bringt die Gaben zu den Menschen?“ Sein Blick fiel auf seinen Sohn. „Nicht ich schon wieder!“, antwortete er und fuhr nachdenklich über seine Wundmale. „Schick doch den Heiligen Geist zu ihnen. Bei manchen war er schon sehr lange nicht mehr!“


Autor: www.theology.de / Reinhard Bartsch





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