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Donnerstag "Himmelfahrt" - hier eine Vorab-Betrachtung

12. Mai 2010 (HL-Red-RB) Morgen ist "Christi Himmelfahrt". Morgen - aber durchaus schon jetzt an der Zeit, darauf "ein wenig" einzugehen. Dass arbeitsfrei ist, weiß man zwangsläufig. Viel mehr oftmals nicht. Wie auch immer: Der Blick in theology.de vermittelt, was es mit diesem Feiertag so auf sich hat: Mit freundlicher Genehmigung der CFS GmbH - Otto W. Ziegelmeier und damit "theology.de" stellt Lübeck-TeaTime aus deren Mai-NEWSletter folgenden Beitrag vor:
"Christi Himmelfahrt.
Christi Himmelfahrt (schweiz. "Auffahrt") bezeichnet die Himmelfahrt von Jesus Christus und das Fest Christi Himmelfahrt, in der Schweiz auch als Auffahrt bezeichnet.

Christi Himmelfahrt wird am 40. Tag des Osterfestkreises, also 39 Tage nach dem Ostersonntag, gefeiert. Deshalb fällt das Fest immer auf einen Donnerstag. Der frühestmögliche Termin ist der 30. April; der spätestmögliche der 3. Juni. Im Jahre 2010 fällt der Feiertag auf den 13. Mai.

Das Neue Testament schildert die Himmelfahrt in Lukas 24,50-52 und Apostelgeschichte 1,1-11. Danach ließ sich der auferstandene Christus vierzig Tage lang von den Jüngern sehen und lehrte sie über das Reich Gottes, und wurde dann in den Himmel auf den Platz "zur Rechten Gottes" erhoben.

Auch außerhalb dieser beiden Stellen hat die Himmelfahrt einen festen Platz im Neuen Testament, z.B. Matthäus 26,64, Johannes 14,1-3, Epheser 4,8-10, 1. Thessalonicher 1,10, Hebräer 2,9 4,14. Die Himmelfahrt wird dabei deutlich von der Auferstehung unterschieden.

Der Glaube an die Himmelfahrt wird in frühchristlichen Texten, insbesondere Glaubensbekenntnissen, bezeugt, z.B. bei Polykarp von Smyrna, Justin der Märtyer und Irenäus von Lyon. Die Himmelfahrt wird auch bekannt in dem alten römischen Glaubensbekenntnis des dritten Jahrhunderts (Vorläufer des Apostolischen Glaubensbekenntnisses), dem Bekenntnis von Nicäa von 325 und dem Nicäno-Konstantinopolitanum von 381:

er ist am dritten Tag auferstanden nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten des Vaters
und wird wiederkommen in Herrlichkeit
zu Richten die Lebenden und die Toten;
seiner Herrschaft wird kein Ende sein.

Seit 370 ist bezeugt, dass das Fest der Himmelfahrt Christi gefeiert wird. Gemäß den biblischen Berichten ist das Datum auf vierzig Tage nach Ostern festgelegt, also auf den Donnerstag nach dem 5. Sonntag nach Ostern bzw. zehn Tage vor Pfingsten. Christi Himmelfahrt gehört damit, wie Ostern und Pfingsten, zu den beweglichen Festen. Die neun Tage zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten sind die Zeit der Pfingstnovene, in der besonders um die Herabkunft des Heiligen Geistes gebetet wird.

Das Fest Christi Himmelfahrt wird in der Liturgie der katholischen Kirche, der orthodoxen Kirche und der anglikanischen Kirche als Hochfest begangen. In Deutschland ist es seit 1936 auch gesetzlicher Feiertag.

Im außerkirchlichen Bereich wird an Christi Himmelfahrt der sog. "Vatertag" gefeiert; auch als Männertag oder Herrentag bezeichnet. An diesem Tag gibt es Bräuche wie die Herrenpartie (eine Kutschfahrt oder Wanderung in die Natur mit Konsum von Alkohol) oder Tagesausflüge mit der ganzen Familie.

Termin: Jeweils Donnerstag, der:

- 13. Mai 2010
- 02. Juni 2011
- 17. Mai 2012
- 09. Mai 2013
- 29. Mai 2014
- 14. Mai 2015
Theologische und kulturgeschichtliche Betrachtung
Kurz-Information vorweg:
In Deutschland wird an jenem Tag in der Familie zudem der "Vatertag" begangen!

Christi Himmelfahrt, oder wie in der Schweiz genannt "Auffahrt", ein Feiertag, wird stets am Donnerstag, 40 Tage nach dem Ostersonntag begangen. 40 Tage deshalb, da in der Hl. Schrift steht: "Den Aposteln hat er nach seinem Leiden durch viele Beweise gezeigt, dass er lebt. 40 Tage hindurch ist er ihnen erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen". - Dieses Geschehen ist sowohl im Lukas-Evangelium als auch in der von Lukas verfassten Apostelgeschichte festgehalten: "Nachdem Jesus am 3. Tage auferstanden von den Toten war und mit seinen Jüngern gesprochen hatte, so heißt es dort, wurde er vor ihren Augen emporgehoben und eine Wolke nahm ihm auf, entzog ihn ihren Blicken."

Christi Himmelfahrt: Entstehung

Der 5. Sonntag nach Ostern wird nach dem Introitus „Vocem jucunditatis" genannt, aber auch „Rogate". Diese Bezeichnung leitet sich her von der Bittprozession (lat. Rogate: „bittet!"), die für den Markustag, den 25. April, wahrscheinlich im 4. Jahrhundert in Rom angeordnet wurde. Die unter Gregor dem Großen (590 – 604) neubelebte Bittprozession in Form einer feierlichen Flurprozession ( lat. Litaniae maiores: „größerer, älterer Bittag“) sah immer das Singen der Allerheiligenlitanei vor. Nach der Mitte des 5. Jahrhunderts hat der Bischof Mamertus von Vienne in Südfrankreich drei Sühnetage vor Christi Himmelfahrt angeordnet, an denen die Gläubigen Buße tun und Werke der Nächstenliebe verrichten sollten. Am Ende des 8. Jahrhunderts übernahm die ganze lateinische Kirche diesen Brauch, angeordnet durch Papst Leo III. (795 – 816). Diese Woche nahm den Namen „Bittwoche" an; der Montag, Dienstag und Mittwoch der Bittwoche wurden zu „feriae rogationum" (Rogationstage, Bittage). Zur Unterscheidung von anderen Bittagen wurden diese „litaniae maiores" (größere, ältere Bittgänge) genannt; die anderen hießen „litaniae minores" (jüngere, kleinere Bittgänge). Traditionell waren die Bittage dazu da, Gott um Gnade zu bitten, um Fruchtbarkeit für Feld und Flur, um Verhütung von Hagel, Frost und anderen Unwetter. Für die Gegenwart bestimmt die Grundordnung des Kirchenjahres: „An den Bitt- und Quatembertagen betet die Kirche für mannigfache menschliche Anliegen, besonders für die Früchte der Erde und für das menschliche Schaffen; auch eignen sich die Tage für den öffentlichen Dank." Nach wie vor werden die Bitttage in der Woche vor Christi Himmelfahrt gehalten, können aber auf einen Tag zusammengezogen werden.

Christi Himmelfahrt: Der Name

Die „Himmelfahrt Christi" (andere Namen für Christi Himmelfahrt sind: Ascensio domini, Auffahrtstag, Goldene None, skandinavisch Helgethorsdag oder hellig thorsdag Mindeste Kreuzgang) gehört zum Urbestand christlichen Glaubens. Der Auferstandene erscheint nach der Auferstehung 40 Tage lang mit verklärtem Leib als der Erhöhte und beweist sich damit als der Existenzweise Gottes teilhaftig. Die Präsenz Christi zeigt ihn nicht als der Welt entrückt, sondern auf eine neue Art und Weise in ihr anwesend. Mit der Auferstehung hat Christus den Himmel als Dimension des Einsseins von Gott und Mensch überhaupt erst begründet. Als „zur Rechten Gottes sitzend" ist er das machtvolle Haupt der Kirche, die als sein Leib zwar noch in der Welt besteht, aber schon an der Erhöhung teilhat. Im Bewusstsein um den Zusammenhang zwischen Himmelfahrt Christi und Geistsendung haben die Christen bis weit in das 4. Jahrhundert Christi Himmelfahrt an Pfingsten mitgefeiert. Wahrscheinlich erst im Nachgang zum Nicänum (325), als der Osterfeststreit beigelegt wurde, verlagerte sich das Verständnis von den 40 Tagen: Ursprünglich theologisch als Zwischenzeit vor einem Neubeginn verstanden, wurden sie nun zu einem historischen Fixpunkt 40 Tage nach der Auferstehung. Seit 370 kann das Fest Christi Himmelfahrt als eigenständiges Fest 40 Tage nach Ostern nachgewiesen werden. Gefeiert wird es am Donnerstag nach dem 5.Sonntag nach Ostern (Vocem jucunditatis).

Christi Himmelfahrt: Liturgie & Brauchtum

Im liturgienahen Brauchtum hat vor allem das duale Phänomen der Himmelfahrt Christi einerseits und der Geistsendung andererseits beeindruckt. Der mittelalterliche Mensch – im Bemühen, das Gelehrte ein- und ansichtig zu machen, damit es „begriffen" werden konnte -, verdeutlichte die Himmelfahrt realistisch: In der Kirche wurde eine Christusfigur in das Gewölbe hinaufgezogen. Sobald sie den Blicken entschwunden war, regnete es aus dem Gewölbehimmel Blumen, Heiligenbildchen und zum Teil auch brennendes Werg, das die Feuerzungen des heiligen Geistes darstellte. Natürlich hat sich im Mittelalter damit auch finsterer Aberglaube verbunden: Beim Aufziehen der Christusfigur folgten ihr viele Blicke der Betrachter, denn wohin die Figur zuletzt schaute, von dort wurde das nächste Gewitter erwartet! In anderen Gegenden war es üblich, zusätzlich zur Himmelfahrt Christi das Gegenstück dazu zu veranschaulichen: Aus dem Kirchengewölbe (=Himmel) wurde eine Teufelsdarstellung gestürzt, die dann von der Gemeinde geschlagen wurde. Diese Inszenierung des Himmelsturzes (Höllensturz, wenn das Ziel des Sturzes den Namen gab) von Lucifer geschah auf dem Hintergrund von Jes 14,12ff. Dort ist zwar der König von Babel (= Assur) gemeint, der aber den Christen stets als Beispiel für Hoffart und als Verkörperung Satans galt. Symbolisch wurde die Herrschaft des Bösen beendet, damit konnte Christus den ihm zustehenden Himmelsthron einnehmen. Sebastian Franck beschreibt dieses Brauchtum in seinem „Weltbuch" von 1534:

„Bald darauf folgt das Fest der Auffahrt Christi/daran yederman voll ist/und eyn gef[l]ügel essen muß/weiß nit wrumb/da zeucht man das erstanden bild/so diese zeit auff dem Altar gestanden ist/vor allem volck zu dem gewelb hinein/und würfft den teüfel eyn scheützlich bild anstatt herab/in den schlagen di umbstenden knaben mit langen gerten biß sy in umbringen. Darrauff wirft man oblat[en] von hymmel herab/zu bedeuten das hymel brot."

Dass an Christi Himmelfahrt üblicherweise nur Fleisch von Geflügel („fliegendes Fleisch") gegessen wurde, damit auch zu Hause der Christi Himmelfahrt gedacht wurde, war sicher eine etwas naive Vorstellung. In einzelnen Gegenden der Alpen haben sich zwar noch Teile dieses Brauchtums bis in das 20. Jahrhundert erhalten, aber Reformation und Aufklärung haben über diese alten Bräuche gesiegt. Auch Brauchtumsvarianten, Hochheben und Umhertragen einer Figur des Auferstandenen, haben den Untergang nicht aufhalten können. Vielleicht ist das Gebäck in Vogelform, das in manchen Gegenden zu Christi Himmelfahrt gebacken wird, noch eine Erinnerung an die alte Rolle des Geflügels an diesem Festtag. Zum aus dem Kirchengewölbe geworfenen „Himmelsbrot", Manna, hat es jedenfalls keinen Bezug."

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