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Agentur für Arbeit Lübeck

Kultur Wissenschaft Ausbildung

Kairo: Muslim und Christ unterrichten gemeinsam Religion

10. Mai 2010 (HL-Red-RB) Einmal solchen "Dialog" vielleicht nicht aus anderem Denken heraus, immerhin aber andernorts und dazu in dort "anderer Kultur" betrachtet zu werden, stellt Lübeck-TeaTime an den Anfang des neuen Redaktionstages zu stellen. Mit freundlicher Genehmigung der CFS GmbH - Otto W. Ziegelmeier und damit "theology.de" aus deren Mai-NEWSletter:
"Christlich-muslimischer Dialog in Kairo - Muslim aus Ägypten und Christ aus Deutschland unterrichten gemeinsam Religion.





Mittwoch, 7.10 Uhr an der Deutschen Evangelischen Oberschule (DEO) in Kairo. Die Religionslehrer Dr. Salah und Pastor Axel Matyba machen sich auf den Weg in die 12. Klasse. Dort unterrichten der Muslim aus Ägypten und der Christ aus Deutschland im zweiten Jahr gemeinsam Religion – an der DEO diskutieren christliche und muslimische Schülerinnen und Schüler in den Klassen 11 und 12 seit immerhin 10 Jahren gemeinsam Themen wie „Was ist Religion?“, Anthropologie, Jesus Christus / Issa ibn Mariam oder auch Ethik. Heute hält Matyba ein kleines Holzkreuz hoch und fragt, was die Schüler davon halten, so ein Kreuz in jedem Klassenzimmer aufzuhängen. Es entwickelt sich eine muntere Diskussion, ob die Trägerin der Schule, die Deutschsprachige Evangelische Gemeinde, dazu ein Recht hätte, ob sich Muslime dadurch gestört fühlen könnten / müssten / sollten oder ob dann nicht auch ein muslimische Symbol nötig wäre. Beide Lehrer vertiefen die Diskussion über Religionsfreiheit dann an Texten von Mahmoud Zakzouk, dem ägyptischen Religionsminister, und anhand von Ausschnitten aus der EKD-Handreichung „Klarheit und gute Nachbarschaft“. Schließlich formulieren die Schülerinnen und Schüler das Grundrecht auf Religionsfreiheit in eigenen Worten. Als Hausaufgabe soll der eigene Text mit den entsprechenden Formulierungen aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, dem Grundgesetz und der Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam von 1990 verglichen werden. Später wird es dann um den Religionswechsel als Teil der Religionsfreiheit gehen...

Natürlich wurde auch diskutiert, ob und inwieweit die Kairoer Erfahrungen für den Religionsunterricht in Deutschland fruchtbar zu machen sind – für den muslimischen Religionsunterricht, aber natürlich auch, ob der konfessionell gestaltete christliche Religionsunterricht, den die großen Kirchen propagieren, noch zeitgemäß sei oder aber ökumenisch und interreligiös neu konzipiert werden muss, ohne die konfessionellen Profile zu vernachlässigen.

Deutsche Evangelische Oberschule Kairo
Quelle: EDK.de "

Autor:
Reinhard Bartsch

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