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Agentur für Arbeit Lübeck

Kultur Wissenschaft Ausbildung

Lübecker Kulturwerkstatt "b": Frauen-Aphorismus-Abend

04. Mai 2010 (HL-Red-RB) "Ein Aphorismus (von griechisch aphorizein=abgrenzen, definieren) ist ein kurzer, schlagkräftig und äußerst prägnant formulierter einzelner Prosasatz zur Einkleidung eines eigenartigen persönlichen Gedankens, Werturteils, einer Augenblickserkenntnis oder Lebensweisheit. Er wird stilistisch oft in rhetorischen Formen gefasst wie Antithese, Paradoxon, Emphase, Hyperbel, Wortspiel, Metapher, Kontrafaktur; nach Themenkreisen geordnet (Nietzsche) oder ohne unmittelbaren Zusammenhang als "Gedankensplitter" nebeneinandergesetzt.
Das Epigramm gehört zur Gattung der Gedankenlyrik, es ist ein Sinngedicht oft mit satirischem, gesellschaftskritischem, teils auch erotischem Inhalt und überraschender, geistreich zugespitzter Sinndeutung des Berichteten in der Schlusspointe, die hohe künstlerische Formgebung verlangt." - schickt Lutz Gallinat folgender Veranstaltung voran: "Am letzten Freitag wurde in der vollbesetzten Lübecker Kulturwerkstatt "b"
ein Frauen-Aphorismus-Abend als Premiere in Deutschland geboten. Es war eine Veranstaltung im Rahmen des Kulturvereins "Hanse Akademie" unter der Leitung des Hausherrn Dr.Bernd Bornemann. Es wurden zunächst "Gezeichnete Aphorismen" von Ilse Werner, Hattingen, gezeigt. Magda Sorour und Konstanze Martini rezitierten dann treffsichere Aphorismen und Epigramme von Marie von Ebner-Eschenbach, Mascha Kaleko und Jenny Holzer ("Protect me from what I want!") und einigen anderen "Koryfeen".
Marie von Ebner-Eschenbachs (1830-1916) Technik der Zuspitzung und Steigerung kam auch ihren Aphorismen zugute.
Die Texte Mascha Kalekos gehören zu der in den zwanziger Jahren propagierten "Gebrauchslyrik" und fanden mit ihrem u.a. an Heinrich Heine und Erich Kästner erinnernden Ton, mit ihrer Mischung von Schnoddrigkeit und Sentimentalität, mit dem sie Momente der Alltagswirklichkeit festhielten, großen Anklang.
Die amerikanische Medienkünstlerin Jenny Holzer (geb. 1950) verwendet die Mittel der Massenkommunikation wie z.B. Zeitung, Internet, Plakatwände, elektronische Schriftbänder, aber auch T-Shirts und konfrontiert das Publikum mit provokativ-überraschenden Sinnsprüchen. Mit ihrem ethischen Anspruch gehört sie zu den engagiertesten Künstlerinnen, die durch ästhetische Eingriffe in die menschliche Lebenswelt die Wirklichkeit beeinflussen wollen.
Für die kongeniale musikalische Umrahmung sorgte Daniel Sorour, Cello.
Alle Akteure wurden schließlich mit sehr viel Beifall bedacht."

Lutz Gallinat

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