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Romantischer Auftakt des 19. Brahms-Festivals

03. Mai 2010 (HL-Red-RB) HS-Kulturkorrespondenz: Romantischer Auftakt des 19. Brahms-Festivals - von Horst Schinzel: Das 19. Brahms-Festival der Lübecker Musikhochschule steht unter dem Leitwort „Neue Bahnen“. Damit erinnern die Verantwortlichen an einem Aufsatz aus dem Jahre 1853, in dem Robert Schumann den gerade einmal 20 Jahre alten Johannes Brahms als Hoffnung für Neues begrüßt hatte. Nun lässt sich trefflich darüber streiten, ob Brahms solche Erwartungen erfüllt hat oder nicht vielmehr der Inbegriff des Beharrenden war.
Für den Eröffnungsabend - dem allerdings schon ein Familienkonzert voran gegangen war- spielte dies allerdings gar keine Rolle. Dessen Programm war eindeutig der Romantik verhaftet.
Dies galt auch – oder vielleicht gerade! – für das an diesem Abend uraufgeführte Konzert „Terasi“ des in Lübeck lehrenden Komponisten Dieter Mack erinnert mit dem ungewöhnlichen Namen an ein asiatisches Krabbengewürzr. Für sich riecht und schmeckt das sehr unangenehm, ergibt aber eine köstliche Würze. So soll wohl auch seine Musik einen solchen Abend würzen. Nun – Mack kann – so volltönend und laut das groß besetzte Orchester auch ist – seine romantischen Vorbilder nicht verleugnen. Er ist ein genialer Ekkletikeer, der seine Versatzstücke trefflich zu nutzen weiß. Besonders das Schlagwerk und die Bläser sind groß besetzt, aber deren Musik sprengt nie die Grenzen des Tonalen Die jungen Musiker des Hochschulorchesters unter Leitung ihres jungen Dirigenten Christoph Altstaedt musizieren mit Leidenschaft und Hingabe So entsteht der Eindruck eines ansprechenden und überaus beifällig aufgenommenen Beitrages zum Musikschaffen unserer Zeit.
Einen weitaus kleineren Apparat erfordert Schumanns Violinkonzert d-moll. WoO1. Es gibt dser in Lübeck lehrenden Christiane Edinger Gelegenheit, ihr brillantes Können zu zeigen. Ein Können, das einerseits vom überwiegend jungen Publikum – das eine Solozugabe erklatscht – stürmisch gefeiert wird, andererseits doch sehr dem Äußeren und der Technik verhaftet bleibt. Sicher eine brillante Interpretation, aber irgendwie fehlen ihr doch Feuer und Pfeffer.
Zum Schluss dann Brahms mit seiner Sinfonie Nr. 3 F-Dur op 90. Wieder ist das Orchester groß besetzt, wieder sind die Bläser herausragend gefordert. Und irgendwie lassen sich die Vorbilder für zu Beginn des Abends aufgeführte Mack-Konzert entdecken. Die Vergleiche sind reizvoll.
Dirigent und Orchester werden stürmisch gefeiert. Ein reizvoller Beitrag zum Musikleben Lübecks. Das Festival läuft noch bis zum 9. Mai mit Sinfonie- und Familienkonzerten, einem Klavierabend, Kammermusik und
Einem speziillen Abend zum Leitthema „Neue Bahnen".

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