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L. Gallinat: Friedrich-Karl Hintzes Kurzprosa und eigene Lyrik

30. April 2010 (HL-Red-RB) Es war eine amüsante und abwechslungsreiche Veranstaltung, so Lutz Gallinat. Am letzten Mittwoch präsentierte Friedrich-Karl Hintze aus Stockelsdorf im Stockelsdorfer Gemeindezentrum (Schulstraße) eigene Kurzprosa und eigene Lyrik.
Der Autor präsentierte Geschichten aus dem alltäglichen Leben. Er schrieb u.a. unter dem Motto "Mit einem Lächeln" über Stockelsdorfer Originale, die einem Teil des Publikums auch bekannt waren. Er erwähnte dabei auch eine 92jährige Dame, die erst vor kurzem das Fahrradfahren aufgegeben habe. Sie genieße jedes liebe Wort, es husche bisweilen ein Lächeln vorüber. Es seien Menschen wie wir alle, die mit wachen Augen durch die Gemeinde gingen. Sie hätten sich ins Gemeindeleben eingebracht, wo ein friedliches Miteinander garantiert werde. Die Gemeinde sei lebenswert, die Eigenheiten der einzelnen würden respektiert.
In einer weiteren Kurzheschichte betonte Friedrich-Karl Hintze, dass er als Rentner nicht mehr körperbetont sei, er habe vom Leben nicht mehr viel zu erwarten, er wolle einfach nur zuhören. Er wolle nicht gestylt im Sessel hocken und sich vom Schuhwerk vergewaltigen lassen. Er wolle auf Bar und Internet verzichten, auch wenn er irritierte Blicke der Umwelt auffange.
Der Autor schreibt ehrlich, offen, realistisch, hinter- und tiefgründig und subtil. Er hat den Schalk im Nacken und ist selbstironisch und eulenspiegelhaft. Er wolle kein Aftershave ohne Alkohol.
Er erinnerte an die Schlagerstars der Vergangenheit und verglich sie mit der Kultsendung "Deutschland sucht den Superstar". Es werde vordergründig Nachwuchs für das Showgeschäft gesucht, der raffinierte Gewinner sei aber der Schlaumeier Dieter Bohlen selbst. Es sei eine Freude, über den Fundus alter Sachen zu verfügen. Es sei ein neues Erleben, es handele sich um einen unwiderbringlichen Schatz, den man in der Jugend angelegt habe.
Die Texte waren blumig, herbe, trocken und kernig, aber auch süffig wie ein guter Wein.
Friedrich-Karl Hintze präsentierte außerdem eigene originelle Lyrik. Er bot bilderreiche Naturlyrik mit schönen Impressionen. Die akrobatisch-artifizielle Poeme enthalten interessante surrealistische und expressionistische Wendungen. Eine kühne Metaphorik und reizvolle Montagen und Collagen prägen die pointierte Lyrik. Der Autor gestaltet auch stimmungsvoll seine Reiseerfahrungen in Griechenland. Seine Gedichten weisen auch kritische Tendenzen auf und gestalten das Vergänglichkeitsbewusstsein und den Traum. Friedrich-Karl Hintzes Lyrik zeugen von großer Sensibilität und großem Einfühlungsvermögen. Sie enthalten auch viele positive Emotionen und Sehnsüchte und sind psychologisch reizvoll. Der Schriftsteller besitzt auch einen hintergründigen Humor. Der philosophisch orientierte Dichter der Desillusionierung zieht schonungslos Bilanz.
Der Autor hatte die Kurzgeschichten, wie er mitteilte, in den letzten drei bis vier Monaten verfasst. Er schreibt allerdings bereits seit dreißig bis vierzig Jahren und besitzt daher einen Riesenfundus. Seine Lesungen im Stockelsdorfer Eichenhof und in Bad Mergentheim waren sehr erfolgreich.
Friedrich-Karl-Hintze schenkte dem Publikum mit dieser Lesung voller Kontraste sehr viel Fröhlichkeit. Er konnte die Menschen aber auch mit seinen guten Gedanken wachrütteln.
Der Autor wurde schließlich von den zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern mit sehr viel Beifall bedacht."

Lutz Gallinat

© Lutz Gallinat ü/Lübeck-TeaTime (Impressum)

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