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Agentur für Arbeit Lübeck

Kultur Wissenschaft Ausbildung

KDA-Gottesdienst zum "Tag der Arbeit" im Audienzsaal

26. April 2010 (HL-Red-RB) Der Tag geht heute zu Ende. Vorhin kam ich vom Termin im Lübecker Audienzsaal zurück, in dem zum ersten Mal überhaupt seit Bestehen des historischen Rathauses ein Gottesdienst stattfand. Deshalb - und nicht nur aus "geografischen" Gründen - fand im mittelalterlichen Lübeck vor jeder Ratssitzung nahebei und ohne jeden heute zwingenden Abstand - in der Marienkirche ein Gottesdienst statt. Ähnliche Tradition in "moderner" Zeit - also heute" - ein Gottesdienst vor dem Tag der Arbeit 1. Mai. Veranstaltet vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA), dem DGB und der gastgebenden Hansestadt Lübeck. Vielleicht kein Jahrhunderte alter Traum - denn so lange gibt es die Gewerkschaften noch nicht - aber eine Geste, die -im Zusammenhang mit dem demokratischen Erfolg des Bürgerentscheids zu Flughafen (und davon war mit keinem Wort heute dort die Rede) absolut beachtenswert war. Ebenso bemerkenswert die ehrliche Aussage einer Personalrätin der Hansestadt, nach ihrer Konfirmation keinen Gottesdienst mehr besucht zu haben - aber sehr nervös sei, zu diesem beizutragen. Kompliment dafür.

Beteiligt neben Organisator und Regionalleiter KDA Rüdiger Schmidt auch die neue Vorsitzende der DGB-Region SH-Süd-Ost Melanie Meyer, und in der "Reihenfolge" der Gestaltung Bürgermeister Bernd Saxe, der bemerkenswert recherchiert hatte, dass eben noch nie ein Gottesdienst im Audienzsaal, dem früheren Gerichtssaal der Hanse, stattgefunden hat, mit dem Eingangsgebet Beiratsmitglied KDA Asmus Schultner, und dem unglaublich tröstendem Bibelwort 5,1-12 aus Mathäus, dem Wortbeitrag zu Thema "Wir gehen vor! Gute Arbeit - Gerechte Löhne - Starker Sozialstaat von Doris Nack, Personalrätin Fachbereich Kultur HL, und Frauke Eiben, zuständige Pröpstin für Lauenburg und für die Dienste und Werke des Kirchenkreises Lübeck - Lauenburg.

Erstaunlich - nein bemerkenswert der Schulterschluss von Christsein und "nicht" in Fürbitte und Vaterunser, wenn auch Frauke Eiben neben Rüdiger Schmidt den Segen - über lautstark harrende Gäste im Foyer hinweg - sprach. Was aber diesen Gottesdienst in unglaublicher Weise geprägt hat, waren die erneut musikalisch begleitenden Nathalie Dorra (Gesang) und Andreas Paulsen (Piano/Flügel). Diese beiden müssen füreinander geboren sein; denn was hier künstlerisch geboten wurde, wäre schon allein "Gottesdienst" gewesen. Ein Geschenk für diese und ihr Publikum. Mahalia Jackson ist tot - es lebe Mahalia Jackson: "Naturgewalt und Gospelsängerin" ist in Nathalie Dorra wiedergeboren. Was sie mit ihrer "Flügel"-Begleitung bot, erinnerte an die "Posaunen von Jericho". Was da über "Blech" Mauern einstürzen ließ, dürfte die Sängerin locker allein schaffen. Ebenso beeindruckend ihre stimmlich schließende Zärtlichkeit, mit der sie - und ich habe sie gefragt - auch ihre kleine Tochter in den Schlaf wiegen konnte.

Nein - eingeschlafen ist hier im Audienzsaal niemand. Im Gegenteil - nur der Stil dieser Darbietung und Inbrunst, wie diese beneidenswert an afro-amerikanischen Gottesdienst erinnert - dürfte sich im "Mitklatschen" beschränken. Mitsingen gerne - aber der Versuch dazu gelang nur verhalten - aber das sind wahrscheinlich andere "Welten", die zwar ein Mitteleuropäer bewundert - doch mitzugehen kaum in der Lage ist.














































Fotos (© Reinhard Bartsch – Lübeck)


Zu allem an dieser Stelle ein großes "Danke". Und unter solchem Eindruck folgte ein Small-Talk im Foyer.

Lübeck-TeaTime wird die Worte aus dem Gottesdienst nachreichen. Diese bewegen - und ganz einfach: Machen wir doch gerne daraus Teil II, wenn auch nun schon eine Bildfolge aus der Veranstaltung folgt.

Autor: Reinhard Bartsch

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