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Premiere „Das schlaue Füchslein“: Auf in den Wald...

20. April 2010 (HL-Red-RB) Helga Rottmann (Foto RB) hat die Premiere im Theater Lübeck besucht und schreibt dazu: "Auf in den Wald - Leos Janáceks Oper „Das schlaue Füchslein“ bringt ein Spiel voller Poesie auf die Bretter, dennoch ist es ein ambivalentes Unterfangen:
Etliche Kinder auf der Bühne, zahlreiche Kids von bildungswilligen Eltern mitgenommen, unruhig im Publikum sitzend, werfen die Frage auf, ist „Das schlaue Füchslein“ eine Oper, die jungen Zuschauern den Weg zur Oper ebnen kann? Wer will und kann das genau ausmachen? Die beiden Knaben neben mir, wussten nicht so recht, wie sie das Stück aufnehmen sollten. Der kleinere langweilte sich, der ältere stellte unentwegt Fragen.
„Das schlaue Füchslein“ lebt von der Poesie des Waldes, inhaltsarm, weil sich fast alles um das Leben der Tiere im Wald abspielt. Die Tiere in der Ausstattung von Bruno Schwengl boten ein zauberhaftes Bild, eine liebevolle Umsetzung der Vorgabe. Regisseur Dieter Kaegi konnte nicht aus dem Vollen schöpfen, er musste Einfallsreichtum walten lassen. Am besten gelang ihm das in der Szene mit den Hühnern und dem Hahn auf dem Hühnerhof des Försters. Anna Baxter als Hahn aufgemotzt, kaugummikauend, ein echter Macho, sie verdient ein Extralob.




Foto ü/TL (Holger Braack)


Leos Janáceks Musik ist facettenreich, wenn man oft auch Melodik vermisst. Ihm kam es darauf an, authentische Waldklänge zu komponieren. So stand er in aller Herrgottsfrühe auf, um sich im Luzánky-Park vom Rauschen der Bäume, dem Gezwitscher der Vögel und dem Summen der zahlreichen Tiere inspirieren zu lassen.
Roman Brogli-Sacher am Pult ging die Sache ein wenig zu forsch an. Manche Kinderstimmen waren kaum wahrnehmbar. Andrea Stadel in der Titelrolle bringt alles mit, was für ihre Rolle ausschlaggebend ist: beweglich, quirlig und mit beachtenswerter Stimme. Da ist es nicht verwunderlich, dass der Fuchs Feuer fängt. Roswitha C. Müller als Fuchs und Andrea Stadel – ein Paar, das Harmonie verströmt. Gerard Quinn als Förster gab sein Bestes. Veronika Waldner als seine Frau (und auch Eule) durfte in diesem Stück mehr durch Spiel als Gesang überzeugen. Über die Vergänglichkeit des Lebens sinnierten ebenfalls Andreas Haller als Pfarrer und Fritz Steinbacher als unglücklicher Schulmeister, der gerne zu tief ins Glas schaut. Nicht zu vergessen Julie- Marie Sundal als Dackel des Försters. Sonja Freitag gab die Gastwirtin/Franzl, sie fügte sich nahtlos ein. Choreographiert wurde vonShiao Ing Oei, die die kleine schwarze Fliege überall hinschickte, wo sie unerwünscht war. Pluspunkte sind für Chor und Kinderchor zu verzeichnen.
Wer sich ein kindliches Gemüt bewahrt hat, ist bei dieser Einstudierung gut aufgehoben. Wer großes Operntheater liebt, wird nicht ganz auf seine Kosten kommen."

Helga Rottmann

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