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Kieler Anästhesist erhält internationalen Forschungspreis

13. April 2010 (HL-Red-RB). Dr. Patrick Meybohm, Anästhesist am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, hat auf der diesjährigen Jahrestagung der International Anesthesia Research Society in Honolulu (Hawaii) gemeinsam mit drei amerikanischen Kollegen den klinischen Forschungspreis in Höhe von 320.000 Dollar erhalten. Damit fördert die internationale Fachgesellschaft seine Forschung am Campus Kiel und eine aktuell geplante Studie zur sogenannten „Fern-Präkonditionierung“.




Foto ü/UKSH: Dr. Patrick Meybohm


Dr. Meybohm
untersucht weltweit erstmalig, wie Kinder bei Herzoperationen vor
Schäden durch Sauerstoffmangel geschützt werden können, indem ihr
Körper bereits vor der Operation durch eine kurzzeitige
Durchblutungsminderung „trainiert“ wird.

Bei Kinderherzoperationen mit Einsatz der Herz-Lungen-Maschine kann es
zur Unterversorgung des Herzens und des Gehirns mit lebenswichtigem
Sauerstoff kommen. Stirbt dabei Herzmuskelgewebe ab oder treten
neurologische Funktionsstörungen auf, werden sowohl die Lebensqualität
als auch die frühkindliche Entwicklung beeinträchtigt. Um dem
vorzubeugen, erzeugen die Wissenschaftler bei der
„Fern-Präkonditionierung“ einen kurzzeitigen Sauerstoffmangel in
robusten Körperteilen wie dem Unterarm oder Unterschenkel durch
Aufblasen einer Blutdruckmanschette. Dadurch bilden sich in diesem
Körperteil Botenstoffe, die die Widerstandsfähigkeit von
lebenswichtigen Organen wie dem Gehirn und dem Herzen erhöhen - wenn es
anschließend zu einem operativ bedingten Sauerstoffmangel kommen sollte.
Im übertragenen Sinne hat der Körper gelernt, einen Sauerstoffmangel zu
überbrücken.

An der von Privatdozent Dr. Berthold Bein (Stellv. Direktor der Klinik
für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin), Dr. Jens Scheewe
(Bereichsleiter der Kinderherzchirurgie der Klinik für Herz- und
Gefäßchirurgie) und Professor Dr. Hans-Heiner Kramer (Direktor der
Klinik für Kinderkardiologie) gemeinsam geleiteten Studie sollen 180
Kinder mit angeborenen Herzfehlern teilnehmen.

Quelle:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

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