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Bevölkerungsstudie zum Glücksspielverhalten: Teilnehmer gesucht

12. April 2010 (HL-Red-RB). Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und das Universitätsklinikum Greifswald starten derzeit gemeinsam eine groß angelegte Studie zum Thema Glücksspiel in Deutschland. Insgesamt 12.000 Menschen sollen im Rahmen einer Bevölkerungsbefragung zu ihrem Spielverhalten interviewt werden. Damit zählt die Studie zu den weltweit größten Forschungsprojekten auf diesem Gebiet. Ziel ist es, umfassende Erkenntnisse über das Ausmaß der Nutzung von Glücksspielangeboten in Deutschland und die Auswirkungen auf das Leben der Spielenden zu gewinnen.

Für die Befragungen sucht das Forschungsteam Menschen im Alter von
14-64 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet, die Glücksspielangebote
intensiv nutzen oder in der Vergangenheit genutzt haben. Dazu zählen
Casinos, Geldspielautomaten, Online-Glücksspiele, Sport- oder
Pferdewetten, Lotto/Toto, Kartenspiele mit Geldeinsatz oder riskante
Aktiengeschäfte. Die erhobenen Daten werden absolut vertraulich
behandelt. Eine Aufwandsentschädigung ist vorgesehen. Interessenten, die
an der Studie teilnehmen möchten, können unter der gebührenfreien
Rufnummer 0800 708 708 7 oder per E-Mail an PAGE@uni-greifswald.de
Auskunft erhalten.

Das Spielen um Geld ist durchaus verbreitet und muss nicht zwangsläufig
in einer Suchterkrankung münden. Trotzdem gibt es viele Menschen, die
die Kontrolle über ihr Spielverhalten verlieren. Bisherige Schätzungen
gehen von bis zu 630.000 Personen der bundesdeutschen Bevölkerung aus,
die zumindest ein problematisches Glücksspielverhalten zeigen.
Gleichzeitig nimmt das Angebot an Glücksspielen stetig zu. Neben rund um
die Uhr geöffneten Casinos und Spielhallen boomt besonders das
Glücksspielangebot im Internet, das anonym und jederzeit verfügbar
ist.

Die Konsequenzen sind oftmals verheerend: Hohe Verschuldung ist die
häufigste Folge eines unkontrollierbaren Glücksspiel-Drangs. Viele
Spieler versuchen, die Verluste wieder auszugleichen, indem sie
weiterspielen und die Einsätze erhöhen. Vorher wichtige Lebensbereiche
werden vernachlässigt. Es können Probleme mit Partner, Freunden oder
auch am Arbeitsplatz folgen. Zum Teil werden die Betroffenen auch
straffällig, um an Geld für das Spielen zu gelangen. Manche Spieler
schaffen jedoch auch den Ausstieg aus diesem Teufelskreis, einige mit
professioneller Hilfe, z.B. Therapie, andere aus eigener Kraft.

Die Studie wird von den 16 Bundesländern gefördert und soll
grundlegende Informationen auf diesem lange Zeit vernachlässigten Gebiet
der Suchtforschung gewinnen. Diese sind unerlässlich, um das
Hilfeangebot für betroffene Spieler zu verbessern. Teilnehmer der Studie
können einen großen Beitrag dazu leisten.

Kontakt für Studienteilnehmer: PAGE-Studie, Diana Klinger, Tel.:
0800-708 708 7 (gebührenfrei), E-Mail an PAGE@uni-greifswald.de
Weitere Informationen:
www.medizin.uni-greifswald.de/epidem/forschung/epidemiologie/page.html


Quelle:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein


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