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Ausstellung in ehemaliger NS-„Ordensburg“ Vogelsang

06. April 2010 (HL-Red/RB). Das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und der Landesbetrieb Wald und Holz NRW mit dem Nationalparkforstamt Eifel teilen mit: Das Umweltministerium Nordrhein-Westfalen stellt rund zwei Millionen Euro für den Aufbau eines Informationszentrums des Nationalparks Eifel zur Verfügung. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Projekt mit zusätzlichen 850.000 Euro. Entstehen soll die Ausstellung auf 2.000 Quadratmetern in der ehemaligen NS-„Ordensburg“ Vogelsang, die umgeben vom Nationalpark Eifel oberhalb des Urftsees liegt.




Foto (© vogelsang ip): Ehemalige NS-„Ordensburg“ Vogelsang


Die ehemalige NS-"Ordensburg" Vogelsang im Nationalpark Eifel. Die DBU und das Umweltministerium NRW arbeiten gemeinsam an einer Neuinterpretation Vogelsangs als Ort der Toleranz und der Naturbegegnung.


Als Ausstellungsfläche werden zwei
Etagen im Ostflügel des Forums Vogelsang genutzt, wo sich derzeit
die touristische Servicestelle befindet.
In der vergangenen Woche überreichte DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde
offiziell das Bewilligungsschreiben an das Nationalparkforstamt Eifel im
Landesbetrieb Wald und Holz NRW. „Hier entsteht eine einmalige
Begegnungsstätte, die den Erhalt der biologischen Vielfalt und
gleichzeitig politisch-historische Fragen thematisiert“, so Brickwedde.
Dabei hob der DBU-Generalsekretär hervor, dass die
Ministerium für Umwelt und Naturschutz,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz
des Landes Nordrhein-Westfalen
außergewöhnliche Verknüpfung zwischen der NS-Geschichte des
Ortes und der Zukunft des Nationalparks völlig neue Bildungsansätze
ermögliche.
NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg unterstrich die Bedeutung
des Informationszentrums: „Das Zentrum wird nicht nur ein wichtiges
Aushängeschild für die Nationalparkregion sein. Die Ausstellung wird
auch einen großen Beitrag zur Umweltbildung im Nationalpark und zur
Entwicklung der internationalen Begegnungsstätte Vogelsang leisten.“
Uhlenberg war erfreut, dass die Nationalparkverwaltung die DBU als
Partner gewinnen konnte: „Die DBU hat bereits zahlreiche erfolgreiche
Ausstellungen gefördert. Neben der Fördersumme stellen auch die
einfließenden Erfahrungen einen Gewinn für das Projekt dar.“
Frank-Dietmar Richter, Leiter des Landesbetriebes Wald und Holz
NRW, begrüßte den Startschuss: „Personal und Finanzmittel zum
Aufbau des Informationszentrums stehen zur Verfügung. Die Arbeit
kann jetzt richtig losgehen.“ Parallel zur Sanierung des Forums
Vogelsang möchte die Nationalparkverwaltung die Ausstellung
innerhalb von drei Jahren fertig stellen. Als Ziel nannten die Beteiligten
rund 100.000 Gäste pro Jahr allein in der Nationalparkausstellung.
Neben dem Informationszentrum des Nationalparks sind im Forum
Vogelsang eine NS-Dokumentation und eine regionale Präsentation
„SchauFenster Eifel-Ardennen“ geplant. Gemeinsam bilden sie das
Bildungszentrum des internationalen Platzes „vogelsang ip“. „Die
Ausstellung des Nationalparks einerseits und die Angebote zur
politischen und kulturellen Bildung andererseits werden sich an diesem
spannenden Ort gegenseitig ergänzen und den insgesamt rund
300.000 Besuchern Blickwechsel und neue Erfahrungen ermöglichen“,
so Albert Moritz, Geschäftsführer der vogelsang ip gGmbH.
Ministerium für Umwelt und Naturschutz,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz
des Landes Nordrhein-Westfalen
Informationen zur Ausstellung:
Erste Inhalte und Pläne zur Ausstellung stellten Henning Walter, Leiter
des Nationalparkforstamtes Eifel, und Dr. Kerstin Oerter, Leiterin des
Fachgebiets Nationalparkzentrum, vor. Diese basieren auf einer
Konzeptskizze des Büros „Stauffenegger & Stutz GmbH“ aus Basel,
mit der das Büro im vergangenen Jahr einen Wettbewerb zwischen
verschiedenen Ausstellungsgestaltern gewonnen hat.
Grundlage der Inszenierungen ist eine intensive Wahrnehmung von
Phänomenen der Natur über verschiedene Sinne. Tastend, riechend,
hörend und sehend werden die Gäste in einer vermeintlich bekannten
Umwelt Neues entdecken können. Eingebunden werden soll auch der
Panoramablick auf den Urftsee und die angrenzenden Wälder.
Zentrale Themen werden Wildnis, Vielfalt und der Nationalpark Eifel
sein. Neben Wissensstationen steht das emotionale Erleben der Gäste
im Vordergrund. Dabei wird der Blick auch auf andere Kontinente und
Nationalparke gerichtet. Weltoffene Perspektiven sollen einen Beitrag
zur zukunftsweisenden und kulturübergreifenden Neuprägung des
Standortes Vogelsang leisten.
Die Ausstellung beinhaltet Aspekte der „Bildung für eine nachhaltige
Entwicklung“, indem sie globales Denken und lokales Handeln fördern
will. Sämtliche Informationen sollen in den Sprachen Deutsch,
Englisch, Niederländisch und Französisch angeboten werden. Die
Belange von Menschen mit und ohne Behinderung werden von
vornherein berücksichtigt. Das Besucher-Informationszentrum
vollendet das Informationsnetzwerk zum Nationalpark Eifel. Bereits
eröffnet wurden mehrere Infopunkte und fünf Nationalpark-Tore, die
als Kombination aus touristischen Servicestellen und Ausstellungen
jährlich insgesamt mehr als 200.000 Gäste anziehen.
Ministerium für Umwelt und Naturschutz,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz
des Landes Nordrhein-Westfalen
Informationen zur DBU:
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt ist eine der größten
Umweltstiftungen Europas. Sie fördert innovative Modellprojekte aus
Umwelttechnik, Umweltforschung und Naturschutz sowie
Umweltkommunikation. Seit Gründung der Stiftung 1991 wurden mehr
als 7.500 Projekte mit über 1,3 Milliarden Euro unterstützt.

Quelle: DBU

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