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Kultur Wissenschaft Ausbildung

L. Gallinat über Benefiz-"musikalisch-lyrische Reise" bei "Zonta

03. April 2010 (HL-Red/RB). Ein glanzvolles und anspruchsvolles Benefizkonzert des Zonta Club, Lübeck, erlebten die Zuhörerinnen und Zuhörer am letzten Freitag im vollbesetzten Audienzsaal des Lübecker Rathauses. Nach der Begrüßung durch den Lübecker Bürgermeister Bernd Saxe und Ulrike Mildner, die Präsidentin des "Zonta Club Lübeck", unternahmen drei Künstlerinnen unter dem Motto "Nordische Nächte" eine musikalische Reise von Kopenhagen nach Helsinki.
Im Rahmen dieses musikalisch-lyrischen Programms präsentierte Doris Runge ihre ästhetische und originelle Lyrik. Sie verknüpft dabei bilderreich und virtuos verschiedene Bedeutungs- und Wahrnehmungsebenen. Ihre Poeme sind durch eine extreme Abbreviatur und kühne Metaphorik mit surrealistischen Elementen geprägt. Die Autorin formt ihre subtilen Lebenserfahrungen zu einem reizvollen Mosaik, wobei sie aber auch als Dichterin der Desillusionierung schonungslos Bilanz zieht. Andeutungs- und variantenreich kreisen ihre intensiven und fokussierenden Gedichte oft auch um das ewige Thema "Eros". Die Lyrik weist bisweilen makabre und moribunde Tendenzen auf. Doris Runge fängt in ihren farbenreichen Impressionen kunstvoll das maritime Ambiente ein. Sie verbindet mit romantischen Topoi und stimmigen Collagen und Montagen Historizität und Modernität.Sie kommt manchmal auch zynisch und sarkastisch daher.
Die im mecklenburgischen Carlow geborene Autorin lebt seit dreißig Jahren im holsteinischen Cismar. Ihrem ersten, preisgekrönten Band "jagdlied" (1985) folgten mehrere Gedichtbände, zuletzt "die dreizehnte" (2007, 2.Auflage 2009) sowie der Essayband "Welch ein Weib. Mädchen und Frauengestalten bei Thomas Mann" (1998). Neben weiteren Auszeichnungen wurde ihr 1997 der Friedrich-Hölderlin-Preis zuerkannt. 1997 übernahm sie die Liliencron-Dozentur der Universität Kiel, 1999 die Poetik-Professur der Universität Bamberg und 2009 ernannte das Land Schleswig-Holstein sie zur Professorin. Im Herbst 2010 wird ihr neuer Gedichtband "was da auftaucht" bei der DVA erscheinen.
Ulla Rönnburg, Cello, die in Lübeck und Stockholm lebt und arbeitet, und Inge-Susann Römhild, Klavier, die als Rektorin der Musikhochschule Lübeck tätig ist, boten bei dieser Soiree Stücke von Peter Heise, Haakon Borresen, Hilding Rosenberg, Jean Sibelius und Gunnar de Frumerie und gestalteten virtuos und brillant und mit viel Verve und Esprit die vielschichtige Atmosphäre der nordischen Nächte.
Der Erlös dieses Benefizkonzerts, der bei dieser Soiree an die Verteterinnen der Organisation "IN VIA" übergeben wurde, kommt der nachschulischen Betreuung von Mädchen aus einem sozial problematischen Umfeld zugute.
Alle Aktricen wurden schließlich mit sehr viel Beifall bedacht.

Lutz Gallinat

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