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Das Nibelungenlied als fantasievolles Rap-Spektakel

29. März 2010 (HL-Red/RB.). HS-Kulturkorrespondenz: Kiel - Das Nibelungenlied als fantasievolles Rap-Spektakel - Von Horst Schinzel: Zehn Jahre lang in Kiel Mario Schröder als Ballettdirektor das Kiel Ballett geprägt. Unter seinem Prinzipalat hat die schon zuvor renommierte Truppe internationales Ansehen gewonnen. Jetzt folgt der Palucca-Schüler einem Ruf nach Leipzig. Als Abschiedsgeschenk an seine Kieler Freunde hinterlässt Mario Schröder ein ganz ungewöhnliches Tanzspektakel. Sein Ballett „Das Nibelungenlied“ präsentierte sich bei seiner Uraufführung im nicht ganz ausverkauften Kieler Opernhaus als groß angelegte Gemeinschaftsarbeit.




Foto(Theater Kiel): Mario Schröder hat als Ballettdirektor das Kiel Ballett geprägt


Das Libretto stammt von Beate Andres Die gefragte Hörspielregisseurin und –autorin hat bereits vor zwei Jahren den Stoff der mittelalterlichen Sage für den Südwestrundfunk als Hörspiel gestaltet. Für Kiel hat sie eine Szenenfolge geschaffen, in der sie vor allem die vielfältigen Charaktere in dieser blutrünstigen Geschichte hervor zu heben versucht. Dazu hat Nina Sonnenberg (32) einen Text geschaffen, der das Geschehen auf der Bühne erläutert. Sie arbeitet mit der Sprache und gilt als eine der führenden deutschen Rapperinnen. Süddeutschem und österreichischem Rundfunkhören ist sie überdies als Moderatorin vertraut.
Für die minimalistische Ausstattung der Bühne und die Kostüme zeichnen der Österreicher Paul Zoller und Andreas Auerbach verantwortlich. Während dunkle Vorhänge – die geheimnisvoll schwellen und wohl auch herunter rauschen – das Trostlose der Handlung hervorheben, betonen ihre Kostüme vor allem die Charaktere.

Im Mittelpunkt der vertanzten Handlung steht Isis Calil de Albuquerque als Kriemhild. Sie weiß die Wandlung vom verträumten Mädchen im abgeschiedenen Worms bis zur mordenden Rächerin an Etzels Hof mit viel Leidenschaft zu gestalten. Ihre Gegenspielerin ist Urania Lobo Garcia als Brünhild. Die übrigen Rollen muss das Corp du Ballett übernehmen – sich immer wieder spalten, sich immer wieder teilen Zur vom Band kommenden
Musik verschiedenerer Rapkompsonisten gefällt und beeindruckt das.
Beeindruckt vor allem die erfreulich stark vertretenen jüngeren Zuschauer. Das ältere Publikum hat da offenbar seine Probleme. Nach der Pause bleiben ganz ungewöhnlich viele Sessel leer. Der Schlussbeifall kommt zuerst zögernd, weil offenbar gar nicht klar ist, dass nichts mehr folgt. Dann aber ist er herzlich und lang anhaltend.
Ein ungewöhnlicher Tanzabend, der es lohnt, sich damit auseinander zu setzen.
Weitere Aufführungen
1.,16., 21. und 29. April, jeweils 20 Uhr.



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