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L. Gallinat über den "Gesellschaftsabend" zu Erich Mühsam

07. März 2010 (HL-Red.). Seit im Jahre 1993 das Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum im Buddenbrookhaus gegründet wurde, werden im hauseigenen Archiv Briefe, Manuskripte, Fotografien, wertvolle Erstausgaben und biografische Dokumente zur Familie Mann und zu Erich Mühsam zusammengetragen. Das Buddenbrookhaus hat inzwischen exemplarische Stücke aus den Archivschachteln geholt, um sie- allermeist erstmalig- öffentlich zu präsentieren: Eine Ausstellung als Schatzkammer, ein Blick ins Archiv.

Im Rahmen dieser Ausstellung "Fundstücke", die noch bis zum 7.März 2010 dauert, wurde am letzten Mittwoch ein "Gesellschaftsabend" zu Erich Mühsam veranstaltet.
Erich Mühsam: Der Lübecker Apothekersohn Eich Mühsam wurde wegen seiner politischen Aktivitäten als Schriftsteller und Anarchist von den Nationalsozialisten verfolgt und im KZ Oranienburg ermordet. Erschütternde Dokumente sind seine letzten Briefe von dort, die sich im Archiv des Hauses befinden. Bedeutende Fundstücke sind auch Mühsams Flugblätter. Erstmals wurden einzelne Stücke aus dem Konvolut der Charlotte Landau präsentiert, das sich seit 2009 im Archiv der Hansestadt Lübeck befindet. Die Fotos und Dokumente aus dem Nachlass der Schwester Mühsams sind wichtige Zeugnisse jüdischen Lebens in Lübeck.
Bei diesem "Gesellschaftsabend" führte Holger Pils, der Leiter des Buddenbrookhauses, durch die Sonderausstellung. Im Anschluss fand eine rge Gesprächsrunde mit Jürgen-Wolfgang Goette, Erich-Mühsam-Gesellschaft, und Dr.Jan Lokers, Direktor des Archivs der Hansestadt Lübeck, statt, wobei Kerstin Klein kenntnisreich und engagiert moderierte.
Drei Autoren , drei Gesellschaften, drei Bestände, drei Abende: Mitarbeiter des Buddenbrookhauses führten durch die Ausstellung und lenkten dabei den Blick auf ausgewählte Exponate. Im Anschluss wurden sie diskutiert: Welche Erkenntnis bietet das Original? Welche Aufgaben ergeben sich für das Archiv? Wie arbeiten die "Literarischen Gesellschaften" im Buddenbrookhaus?
Alle Akteure wurden schließlich bei dieser Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Erich-Mühsam-Gesellschaft mit sehr viel Beifall bedacht.

Lutz Gallinat

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