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Die Tulpe soll ein wenig den Frühling in den Sonntag bringen

07. März 2010 (HL-Red.). Gestern, verehrte Gäste in Lübeck-TeaTime, erstrahlte nach dem zunächst verunsichernden, wenn auch geringem morgendlichen Schneefall, der am Vorabend begonnen hatte, die Sonne über der Hansestadt. Vom warmen Zimmer aus sicherlich besonders angenehm; denn draußen war es doch noch ziemlich "frisch". So überlegte ich, wie den heutigen Sonntag vorzubereiten: Ein Motiv vom frühlingshaften Tulpenstrauß? Aber jetzt schon unter noch winterlichen Verhältnissen? Dazu - die Tulpe? Nun, heutige global-florale Zeiten kennen kaum "Saison". Im Grunde ist zu bekommen, "was gewünscht". Aber im normalen Angebot sieht man doch noch, dass es nicht schon "Mai" ist. Nicht einmal Stiefmütterchen als Balkonpflanzen haben sich angesagt, obwohl die Tannenzierde bereits aus den Kästen herausgezogen sind. Nun aber gefriert die kahle Erde darin wieder.




Foto (© Reinhard Bartsch): Einen schönen Sonntag wünscht Lübeck-TeaTime mit diesem Tulpen-Motiv



Kommen wir also auf die Tulpen zurück: drei, vier Mal die Kamera ausgelöst. Kein Problem im digitalen Blick - passt. Auch Technik-Zeiten haben sich geändert, und nur wenig später folgt dem der Text.

Bleibt ein weiterer Blick und auf das Wetter heute, Sonntag: Nun, der "Sonnenuntergang" am Sonnabend versprach eigentlich Gutes. Anders jedoch die Vorhersage: Denn es heißt zum heutigen Tag dagegen "wolkig", nach den nächtlichen Temperaturen um -9°/-8° Anstieg auf -2/2°, Nacht auf Montag wieder Schnee, Montag Morgen Nebel und Reif - vorsicht also: Glättegefahr!


Wie kann es abschließend anders sein: Hier ein Gedicht zur Tulpe. Und wie es sich gehört, noch nicht "frühlingsgerichtet". Lassen Sie sich überraschen:


Platen, August Graf von (1796-1835)

Die Tulpe

Andre mögen andre loben,
Mir behagt dein reich Gewand,
Durch sein eigen Lied erhoben
Pflückt dich eines Dichters Hand.
In des Regenbogens sieben
Farben wardst du eingeweiht,
Und wir sehen, was wir lieben,
An dir zu derselben Zeit.

Als mit ihrem Zauberstabe
Flora dich entstehen ließ,
Einte sie des Duftes Gabe
Deinem hellen, bunten Vlies.

Doch die Blumen all, die frohen,
Standen nun voll Kummers da,
Als die Erde deinen hohen
Doppelzauber werden sah.

"Göttin! o zerstör uns wieder,
Denn wer blickt uns nur noch an?"
Sprach's die Rose, sprach's der Flieder,
Sprach's der niedre Thymian.


Flora kam, um auszusaugen
Deinen Blättern ihren Duft:
"Du erfreust", sie sagt's, "die Augen,
Sie erfreun die trunkne Luft".


Autor: Reinhard Bartsch


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