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SHMF 2010: Länderschwerpunkt unter dem Motto : „Polen im Puls“

06. März 2010 (HL-Red.). „Polen im Puls“ – unter diesem Motto lädt das 25. Schleswig-Holstein Musik Festival vom 10. Juli bis 29. August 2010 zu einer Entdeckungsreise durch die polnische Musiklandschaft ein. Festivalintendant Prof. Rolf Beck und sein Team präsentieren ein vielfältiges Konzertprogramm und zeigen Polens Musik am Puls der Zeit: Bedeutende Solisten, Orchester, Dirigenten und Komponisten sowie hoffnungsvolle Nachwuchsmusiker sind zu Gast, der Bogen reicht von Alter Musik bis zur Avantgarde, von Chormusik bis Chopin, von Kammermusik bis Klezmer, von großer Sinfonik bis zum Jazz.




Der Überblick über die Zahlen und Fakten rund um den siebenwöchigen Festival-Sommer – insgesamt 136 Konzerte, darunter fünf „Musikfeste auf dem Lande“, zwei Kindermusikfeste, 49 Spielorte mit insgesamt 74 Spielstätten – lässt erahnen, wie das Schleswig-Holstein Musik Festival das nördlichste Bundesland, Niedersachsen, Teile Dänemarks und Hamburg in ein klangvolles Schlaraffenland verwandelt. Der „Spielraum Hamburg“ wird dabei an 13 Orten mit 18 Konzerten und einem Musikfest bespielt.

In guter Tradition der letzten Festivaljahre wird das NDR Sinfonieorchester und sein Chefdirigent Christoph von Dohnányi der musikalische Partner des Festivals sein. Für einen fulminanten Auftakt in der Lübecker Musik- und Kongresshalle wurde zudem der Klassikstar Christiane Oelze engagiert. Auf dem Programm stehen die Sinfonien Nr. 4 von Schumann und Mahler (10./11.7.). Das Finale im Kieler Schloss klingt mit der Sinfonie Nr. 7 von Sibelius und Mahlers „Lied von der Erde“ aus. Solisten sind Thomas Hampson und Peter Seiffert, die Leitung hat Alan Gilbert (28./29.8.).

Mit einem großen Fest am 15. August bedankt sich das SHMF anlässlich seines 25. Jubiläums bei seinem Publikum. Wo? Natürlich an einem für das SHMF geschichtsträchtigen Ort: in der Sparkassen-Arena-Kiel, ehemals Ostseehalle. Hier legte Leonard Bernstein mit seiner Aufführung von Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ am 2. Juli 1986 den fulminanten Grundstein für das erste Schleswig-Holstein Musik Festival. Unter den Gratulanten sind die Geigerin Midori, der Trompeter Sergei Nakariakov, der Vokalakrobat Bobby McFerrin, der Multi-Perkussionist Martin Grubinger und der Bariton Matthias Goerne. Es singen und spielen die Chor- und Orchesterakademie des SHMF, dirigiert von Christoph Eschenbach.

Der Länderschwerpunkt Polen wird am 17. Juli von der Sinfonia Varsovia unter dem Dirigat von Krzysztof Urbánski mit Werken des Nationalkomponisten und diesjährigen Jubilars Frédéric Chopin und der „Sinfonie der Klagelieder“ Henryk Mikołaj Góreckis eröffnet. Der vielversprechendste, erst 28-jährige Nachwuchsdirigent des Landes trifft in diesem Auftaktkonzert auf eins der renommiertesten Sinfonieorchester Polens – eine Veranstaltung, die der Musiknation einen würdevollen Start bereitet.

„Polen historisch“ wirft exemplarisch Schlaglichter auf verschiedene Kapitel polnischer (Musik- und Kultur-)Geschichte. Das Ensemble „alla polacca“ nimmt das Publikum mit auf eine Reise „von Krakau bis Danzig“, das Ensemble „Arte dei Suonatori“ lässt historische Musik aus Polen auf mittelalterlichen Instrumenten wieder auferstehen. Das Konzert zur Ausstellung „Musik in Polen 1939-1945“, das die politische und kulturelle Zerstörung Polens beginnend mit dem Hitler-Stalin-Pakt zum Thema hat, wird vom Aperto Piano Quartett und Solisten gestaltet.

„Polen sinfonisch“ wird es, wenn die bedeutenden Sinfonieorchester Polens, das National Polish Radio Symphony Orchestra Katowice unter der Leitung von Tadeusz Strugała und die Sinfonia Varsovia unter dem Dirigat von Krzysztof Urbánski, zu sinfonischen Klassikern Chopins, Góreckis, Tschaikowskys und Schumanns aufspielen.

„Polen schwarz-weiß“ porträtiert die größten Tastenkünstler Polens: Frédéric Chopin, Julian Fontana, Ignacy Jan Paderewski, Theodor Leschetizky und Karol Szymanowski interpretiert von Rafał Blechacz, Piotr Anderszewski und Hubert Rutkowski. Blechacz ist das jüngste Tastenwunder Polens, er bekam 2005 nicht nur den selten vergebenen ersten Preis des Warschauer Chopin-Wettbewerbs, sondern zugleich alle vier Sonderpreise. Anderszewski und Rutkowski gehören schon seit längerem zur festen Klaviergarde Polens.

„Polen kammermusikalisch“ lädt ein, mit namhaften Streichquartetten Polens wie dem Apollon Musagète Quartett, dem Royal String Quartett und dem Szymanowski Quartet polnische Kammermusik vergangener Jahrhunderte und der musikalischen Moderne zu entdecken. Weitere kammermusikalische Höhepunkte sind die Gastspiele des Amadeus Chamber Orchestra of Polish Radio und des Polish Chamber Orchestra.

„Polen literarisch“ wird es an sechs Abenden der Veranstaltungsreihe „Text und Musik“. Unterhaltsamer Höhepunkt der Reihe ist der kabarettistische Vortrag „Viva Polonia!“ des Bestsellerautors Steffen Möller. Der Rezitationsabend mit Ulrich Matthes erzählt „Das wunderbare Überleben“ des Władysław Szpilman, der durch Polańskis preisgekrönten Film „Der Pianist“ bekannt wurde. Michael Degen und das Minguet Quartett gestalten einen Abend zum polnischen Literaturnobelpreisträger Isaac Bashevis Singer, dem mit seinem autobiographischen Roman „Kindheit in Warschau“ ein unvergessliches Zeitdokument gelang.

„Polen etwas anders“ stellt polnische Crossover-Projekte in Zusammenarbeit mit JazzBaltica und folkBALTICA in den Mittelpunkt. Karolina Glazer ist dabei die schillerndste Persönlichkeit, sie hat mit ihrer Mischung aus Jazz-, Scat-, Elektro- und Weltmusik neue Maßstäbe gesetzt. Ebenso schwer einzuordnen ist die Musik der Warsaw Village Band, die mit ihrem Mix aus ländlichen Melodien und Disko-Rhythmen den Weg in die internationale Musikszene angetreten hat. Die Klezmer-Jungs von Kroke sind mit ihrem historisch angehauchten Folklore-Jazz bereits zum zweiten Mal zu Gast beim SHMF.

„Polen experimentell“ präsentiert die SHMF-Reihe „anbruch“ mit Neuer Musik. Die Bandbreite der zu entdeckenden Neuen Musik reicht vom bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten Polens, Krzysztof Penderecki, der sein „Polnisches Requiem“ selbst dirigieren wird, über Uraufführungen der allerjüngsten Komponistengeneration um Aleksandra Gryka und Wojciech Ziemowit Zych bis zum futuristisch anmutenden Motion Trio aus Krakau, das den Fans durch seine neue Akkordeon-Musik jenseits aller Schubladen bekannt ist. Das Porträtkonzert der diesjährigen Reihe wird vom Minguet Quartett aus Köln gestaltet und widmet sich dem 1994 verstorbenen Witold Lutosławski, der die polnische Musik des 20. Jahrhunderts entscheidend prägte.

„Polen exemplarisch“ beleuchtet Frédéric Chopin, der in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag gefeiert hätte. Dem berühmtesten Komponisten Polens ist nicht nur das Auftaktkonzert Polen mit Krzysztof Urbánski gewidmet, auch der Nachwuchsstar der europäischen Pianistenzunft, Rafał Blechacz, und die Grande Dame des Pianos, Elisabeth Leonskaja, nehmen sich der umfangreichen Klavierkunst Chopins an. Die jazzorientierten Improvisations-Abende von Bobby McFerrin und Makoto Ozone nähern sich dem polnischen Nationalkomponisten aus einer ungewöhnlichen Perspektive und geben so neue Einblicke auf Chopins salonhafte Musik.

In den letzten drei Jahren seines Gastspiels beim SHMF hat sich der junge Schlagzeugstar Martin Grubinger in Schleswig-Holstein ein Stammpublikum ertrommelt, das ihn auch in diesem Jahr auf keinen Fall missen möchte. Für 2010 hat er neue Projekte im Gepäck: Mit dem Ferhan und Ferzan Önder Piano Duo präsentiert er Stücke für zwei Klaviere und Schlagzeug voll interkulturellem Glanz, mit der NDR Radiophilharmonie ein Konzert für Schlagzeug und Orchester von Friedrich Cerha. Im Mittelpunkt seines Aufenthaltes steht ein Workshop für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in Hamburg-Harburg, der in einem „Trommelfeuerwerk“ gipfelt.

Gastspiele internationaler Stars wie unter anderem Sir John Eliot Gardiner, Elīna Garanča, Valery Gergiev, Hilary Hahn, Grigory Sokolov, Leif Ove Andsnes, Paavo Järvi und Tzimon Barto runden den Länderschwerpunkt Polen ab.

Die Orchesterakademie des SHMF findet vom 18. Juni bis zum 22. August auf Schloss Salzau statt. In einer ersten Probenphase formt Christoph Eschenbach, Principal Conductor der Orchesterakademie, den Klang des Schleswig-Holstein Festival Orchesters mit Werken von Mahler, Chopin und Rachmaninoff. Danach erarbeitet der britische Dirigent Christopher Hogwood gemeinsam mit der Chor- und Orchesterakademie Werke von Mendelssohn und Schumann. Isabelle van Keulen widmet sich den Komponisten Lutosławski, Prokofieff, Tansman und Piazzolla. Die letzte Probenphase gestaltet David Geringas, der dem Schleswig-Holstein Festival Kammerorchester Werke von Boccherini und Górecki näher bringt.

Die Chorakademie des SHMF findet vom 7. Juli bis zum 15. August 2010 statt. Die erste Probenphase übernimmt Rolf Beck, der Künstlerische Leiter der Chorakademie. Mit ihm werden die jungen Sänger Faurés Requiem einstudieren. Christopher Hogwood probt mit den Teilnehmern Schumanns „Missa Sacra c-Moll“, die gemeinsam mit dem Schleswig-Holstein Festival Orchester zur Aufführung gebracht wird. Anschließend wird Bobby McFerrin einen Workshop für Improvisation geben. Stefan Parkman erarbeitet mit den jungen Sängern ein A-cappella-Programm.

Vom 16. Juli bis zum 22. August kommen rund 120 junge Musiker aus aller Welt in die Lübecker Musikhochschule, um in 11 Meisterkursen von den Großen ihres Faches zu lernen. Dem Gesangsnachwuchs widmen sich Gerd Uecker, Margreet Honig und Helena Łazarska. Junge Violinisten lernen von Midori und Ana Chumachenko. Heime Müller (Artemis Quartetts) leitet mit dem Bratscher Hariolf Schlichtig einen Kurs für Streichquartett (gefördert von der Karl Klingler-Stiftung). Junge Cellisten bekommen von David Geringas und Ivan Monighetti Spieltipps, junge Pianisten von Elisabeth Leonskaja und Andrzej Jasiński. Iván Fischer wird in Zusammenarbeit mit der Orchesterakademie in Salzau mit vier aufstrebenden Dirigenten Werke von Beethoven und Bartók erarbeiten.

Die schönsten Güter Schleswig-Holsteins – in diesem Jahr Emkendorf, Stocksee, Wotersen, Pronstorf und die Baumschule Hamburg-Marmstorf – sollen Ziel der wochenendlichen Musikausflügler sein. Die „Musikfeste auf dem Lande“ bieten die Gelegenheit, klassische Musik in ungezwungener Atmosphäre bei einem Picknick zu genießen. „Polnisch gestimmt“ geht es auch hier zu, das Programm ist locker gestrickt und lädt zum Träumen unter blauem Himmel ein. Bei zwei Kindermusikfesten müssen Kinder nicht stillsitzen, sondern werden zum aktiven Mitmachen aufgefordert.

Die andauernde Wirtschafts- und Finanzkrise wirkt sich zwar auf das Engagement der Wirtschaft aus, hat aber erfreulicher Weise keine erheblichen Rückgänge zur Folge. Das SHMF dankt insbesondere den Hauptsponsoren für die weit reichende Unterstützung und die ausgezeichnete Zusammenarbeit. Als Hauptsponsoren leisten die Sparkassen-Finanzgruppe (Sparkassen in Schleswig-Holstein, HSH Nordbank AG, LBS Bausparkasse und Provinzial Versicherungen), die AUDI AG, NordwestLotto Schleswig-Holstein, die E.ON Hanse AG – diese übrigens zum zehnten Mal – sowie der Medienpartner NDR auch 2010 den finanziell bedeutendsten Beitrag. Über das Engagement als Hauptsponsor hinaus präsentiert die AUDI AG das große Jubiläumsfest in der Sparkassen-Arena Kiel.

Den fast 70 Konzertsponsoren und den 50 Mitgliedern der Unternehmerinitiative Wirtschaft und Musik dankt das SHMF für ihre erheblichen finanziellen Beiträge. Das Engagement der Sponsoren ermöglicht eine große Zahl wichtiger Vorhaben wie nicht zuletzt das Gastspiel des Schleswig-Holstein Festival Orchesters in der Krakauer Philarmonie, das von den Unternehmen Brüggen, IK Investment Partners, Minimax, Nordmann, Rassmann GmbH und UTS Max Jacobi begleitet wird. Die Ferring Arzneimittel GmbH sorgt erneut dafür, dass auch in der Saison 2010 wieder vier Konzerte auf Föhr stattfinden.

Die unverzichtbaren musikpädagogischen Aktivitäten des SHMF werden von der Possehl-Stiftung (Meisterkurse, Chorakademie) und der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius (Meisterkurse) sowie von der Familie Prof. Dr. Klaus und Dr. Hannelore Murmann (Orchester­- und Chorakademie) mit großzügigen Zuwendungen bedacht. Sein mäzenatisches Engagement für das Schleswig-Holstein Musik Festival führt auch der Unternehmer Prof. Dr. Günther Fielmann fort. Erneut engagiert sich die NORDMETALL-Stiftung als Partner der Orchesterakademie und hat ihre Unterstützung auch für 2011 bereits fest zugesagt.

Das NDR Fernsehen präsentiert im „Schleswig-Holstein Magazin“ während der sieben Festivalwochen täglich einen Festival-Tipp. Zusätzlich wird drei Mal pro Woche über die Highlights und zentralen Ereignisse des Musiksommers berichtet. Einmal wöchentlich widmet sich die Sendung „Schleswig-Holstein 18:00“ ausschließlich dem SHMF. Zudem gibt es regelmäßige Berichterstattung zum SHMF in den Radioprogrammen NDR Kultur und NDR Info (auch Live-Übertragungen und Aufzeichnungen von Konzerten) sowie auf NDR 1 Welle Nord, hier auch montags bis freitags mit den Festival-Notizen zwischen 20 und 22 Uhr. In diesem Jahr werden 12 Konzerte durch die NDR-Klangkörper gestaltet, sie dokumentieren die enge Zusammenarbeit zwischen dem SHMF und seinem Medienpartner NDR.

Der Länderschwerpunkt Polen wird gefördert durch: Ministerium für Kultur und nationales Erbe der Republik Polen, Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, Chopin-Jahr, Adam-Mickiewicz-Institut, Generalkonsulat der Republik Polen in Hamburg.


Schriftliche Kartenbestellung ab sofort möglich

Kartenzentrale des SHMF
Postfach 3840, 24037 Kiel

Fax: 0431-570 47 47
bestellung@shmf.de
www.shmf.de


Telefonischer Kartenvorverkauf (Telefon: 0431-570 470) und örtlicher Kartenvorverkauf beginnen am 12. April 2010.


Quelle: SHMF

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