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ANGEDACHT: Neues vom "Himmlischen Stammtisch"

04. Februar 2010 (HL-Red.). Geht es Ihnen auch so? Heute ist schon wieder "Donnerstag" - war denn nicht eben erst Wochenende und das nächste Wochenende steht wieder vor der Tür? Daher auch aus dem theology.de-Newsletter einfach so - in fast noch in der Mitte der Woche, zumal am Vorabend, damit schon Freitag nach früherer Zeit, und fast Wochenende dieser bereits zeitlich passende Text: "Am Wochenende ist immer „Himmlischer Stammtisch“. Da gönnt sich Jesus ein Glas Wein extra von der Marke „Hochzeit von Kanaan“ und Mohammed steckt sich die große Wasserpfeife an. Nach einem Smalltalk diskutieren sie wie bei allen irdischen Stammtischen die Lage der Welt. Die Selbstmordattentate in Afghanistan bis USA erhitzen ihre Gemüter. Da mischt sich Diabolos ein, der gerne auf einen Sprung aus der Hölle vorbeikommt. Fachmännisch doziert er: „Um sich durchzusetzen, kann man Geld und Macht einsetzen, - auch mal das eigene Leben. Und wenn sich für eine Sache sogar der Tod lohnt, dann ist sie wohl wertvoller. Strapazen machen auch in der irdischen Konsumwelt ein Objekt hochwertiger: Wenn Menschen für ein Videospiel eine Nacht lang anstehen, muss es wohl das Beste sein. Und wenn Menschen für ihre Religion das Leben aufs Spiel setzen, dann ist sie doch wohl auch die beste? Oder?!“

Mohammed und Jesus sehen ihn strafend an. Jesus holt tief Luft und erklärt: „Das hatten wir doch eigentlich schon alles geklärt. Das war anno 963. Der byzantinische Kaiser Nikephoros II. Phokas hatte gerade die arabischen Besatzer aus Kreta vertrieben. Nun plante er einen großen Krieg, um Ostanatolien und Nordsyrien von der muslimischen Herrschaft zu befreien. Ein Konzil sollte ihm dabei helfen. Eindringlich bat er die versammelten Bischöfe, sie sollten Soldaten, die im bevorstehenden Kampf fielen, zu Märtyrern erheben. Diesen Soldaten kämen dann ohne Umwege ins Paradies. Das klingt einleuchtend und vorteilhaft. Denn wer todesmutig kämpft, schreckt vor nichts zurück und tut alles für den Sieg. Aber der Patriarch von Konstantinopel Polyeuktos stellte sich gegen den Kaiser: Kein kirchliches Konzil sei imstande, sich gegen Gottes Willen stellen. Auch wer für eine gute Sache im Kampf fällt, ist damit kein Märtyrer. Eine Tötung im Krieg habe nichts mit Märtyrertum zu tun. Basta, – kein Missbrauch von Religion für gottlose Kriege!“

Diabolos nickt zustimmend: „Ein mutiges Wort, dem Kaiser zu widersprechen und der Versuchung eines Sieges zu widerstehen! Das wäre mir schwer gefallen.“ Und Mohammed ergänzt nachdenklich: „Leider gibt es keine klare Auslegung des Korans, dass ein Selbstmordattentat meinem Willen widerspricht. Die renommierteste Lehrautorität der Sunna, die Al-Azhar Universität in Kairo, äußert sich nicht eindeutig. Dabei ist hier eine eindeutige Klärung lebensnotwendig und längst überfällig!“


Jesus: „Ja, der Patriarch von Konstantinopel Polyeuktos hat schon damals eine eindeutige Antwort gegeben: Orientiere Dich an Gottes Willen, - und nicht an Deinen Machtgelüsten.“


Da hakt Diabolos nochmals nach: „Habt ihr denn nicht eine eindeutige Message hinterlassen, wie man miteinander umgehen soll? Habt ihr das etwa vergessen?“


„Doch“, meint Jesus, „ich habe das im Markusevangelium aufschreiben lassen: ‚Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer ...“ (Markus 12,31). Mohammed nimmt einen tiefen Zug aus der Wasserpfeife und stimmt ihm zu: „Das war eine sehr gute Idee! Auch ich habe in meinen Weisheitssprüchen hinterlassen: ‚ Niemand von Euch hat den Glauben erlangt, solange er nicht für seine Brüder liebt, was er für sich selbst liebt.’ (Mohammed Sahih Al-Bukhari, Kitab al-Iman, Hadith 13).“
„Na, in wichtigen Fragen, sind wir uns doch immer einig!“, pflichtet Gott Vater bei, der immer etwas später zum Stammtisch kam, da er meist viel zu viel zu tun hat. „An der Umsetzung müssen wir alle noch etwas arbeiten! Der Ziegelmeier soll in seinem NEWSletter wieder mal drauf verweisen. Soll keiner sagen, er wüsste nicht, was wir wollen!“


Pfr. Otto W. Ziegelmeier
www.theology.de

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