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Agentur für Arbeit Lübeck

Kultur Wissenschaft Ausbildung

Helga Rottmann zur Premiere im Theater Lübeck: Arabellas Sieg

29. Januar 2010 (HL-Red.). Helga Rottmann hat die "Arabella" - Premiere im Theater Lübeck besucht und schreibt dazu: "Theater Lübeck verzeichnet erneut beachtlichen Opern-Erfolg: „Arabella“ von Richard Strauss.
„Die Handlung vom „Rosenkavalier“ fiel mir nur so im Schlaf ein, das zweite ist immer schwerer“, schrieb Hugo von Hofmannsthal 1923 an Richard Strauss über das Manuskript von „Arabella“. Zehn Jahre sollte es noch dauern, bis „Arabella“ zur Aufführung gelangte. Das Warten hatte sich gelohnt.
In der Lübecker Inszenierung ist es nicht zuletzt dem Regisseur Kay Kuntze zu verdanken, dass es eine runde Aufführung wurde. Er versteht es, trotz Herzensängste den Wiener Schmäh (fünf Hotel-Pagen lugen allüberall hervor) nicht außer Acht zu lassen. Ihm zur Seite kongeniale Mitstreiter, auch auf optischer Grundlage. Benita Roth zeigt witzige Einfälle des Bühnenbildes. José-Manuel Vázquez liefert hinreißende Bühnenkostüme von schneiderischem Können.



Foto (TL/Oliver Fantitsch):
Marion Ammann (Arabella),
Antonio Yang (Mandryka),
Veronika Waldner (Adelaide),
Anna Baxter (Zdenka),
Timothy Richards (Matteo),
Chor des Theater Lübeck


Im ersten Akt brillieren Marion Amman als Arabella und Anna Baxter in der Hosenrolle als deren Schwester Zdenka im Duett von überwältigender
Klangmischung. Marion Amman von kühler Distanziertheit, Anna Baxter beeindruckt in der schwierigen Partie durch Gesang und Spiel. Marion Amman – eine elegante, schlanke Erscheinung. Die Aufmerksamkeit des Publikums war ihr nicht zuletzt wegen ihrer sicher platzierten hohen Töne, gepaart mit dramatisch glaubhafter Darstellung, gewiss. Eindringlich in der Gestaltung seiner Partie als Mandryka Antonio Yang. Seine kraftvolle Stimme fand den Höhepunkt in dem Duett „Und du wirst mein Gebieter sein“.
Auch die kleineren Rollen in bester Besetzung. Veronika Waldner als Gräfin zur Nervosität neigend – kostete ihre Rolle voll aus.
Martin Blasius, als ihr spielfreudiger Gemahl, der das finanzielle Dilemma zu verantworten hat, war in Darstellung und Sangeskunst übereinstimmend.
Timothy Richards ist die stille Liebe der Zdenka, die ihm am Ende in die Arme sinken darf. Seine Rolle als Matteo löst Gefallen aus.
Daniel Szeili als Graf Elemer sehr beweglich und von schöner Leichtigkeit. Beim üppigen Fiakerball fliegt die Fiakermilli samt beleuchteter Kutsche durch die Luft.
Andrea Stadel als sinnenfreudige Milli war indisponiert, so dass Olga Peretyatko ihren gesanglichen Part souverän aus der Loge absolvierte.
Joseph Feigl mit seinem Chor auf bestem Niveau, Martina Wüst choreographierte ihn stimmungsvoll.
Musikalisch hat Roman Brogli-Sacher mit seinem Orchester – besonders den Streichern – für einwandfreien Genuss gesorgt. „Arabella“ wird Spuren hinterlassen, meinte das begeisterte Publikum und klatschte erneut frenetischen Beifall."




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