Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren. Klicken Sie hier für weitere Informationen.
Hier klicken, um diese Nachricht nicht mehr anzuzeigen.



Agentur für Arbeit Lübeck

Kultur Wissenschaft Ausbildung

Vokalensemble "HANNOVER HARMONISTS" in "Herz-Jesu"

02. Januar 2010 (HL-Red.) Auch Lutz Gallinat für seine bemerkenswerte Zuarbeit zu danken, ist Lübeck-TeaTime zum Jahresbeginn 2010 ein besonderes Anliegen. Er prägt mit seinen kompetenten Beiträgen die kulturelle Ausrichtung in überaus interessanter Weise. So berichtet er erneut zu einem weiteren Konzert - nun aus der Lübecker Herz-Jesu-Kirche: "Es war eine anspruchsvolle und abwechslungsreiche Soiree. Am letzten Dienstag bot das Vokalensemble "HANNOVER HARMONISTS" in der gutgefüllten Herz Jesu-Kirche Lübeck ihr Konzertprogramm "Süßer die Glocken nie klangen...".

Das umfang- und abwechslungsreiche Repertoire der "HANNOVER HARMONISTS" umfasste Literatur aus fünf Jahrhunderten Vokalmusik und reichte von klassischer Ensemblemusik aller Epochen bis hin zu Evergreens und Hits der vergangenen achtzig Jahre aus den "Goldenen Zwanzigern" über die Swing-Ära bis hin zu den aktuellen Charts.
Am Anfang und zum Ende des 1.Teils wurden gregorianische Gesänge, "Hodie Christus natus est" und "Veni,veni, Emanuel" geboten.
Das heutige Melodienrepertoire des gregorianischen Gesangs stellt keinen historisch einheitlichen Bestand dar, sondern wurde bis ins 14.Jahrhundert durch Neukompositionen erweitert. Bei diesen trat die ursprüngliche, von melodischen Modellformen ausgehende Gestaltung zunehmend zurück, wodurch die neuen Melodien mehr oder weniger stark dem jeweiligen musikalischen Zeitstil unterworfen waren. Davon unberührt blieben die an ein festgelegtes Grundgerüst gebundenen modellartigen Singweisen in der Psalmodie.
Es folgten "Totus tuus" von Henryk Mikolaj Gorecki (geb. 1933), "Übers Gebirg Maria geht" von Johann Eccard (1553-1611) und das berühmte Weihnachtslied "Maria durch ein Dornwald ging" von Gottfried Wolters.
Gorecki ist ein musikalischer Einzelgänger, der mit seiner betont einfachen Musiksprache und seinen meist religiös motivierten Kompositionen ein großes Publikum gefunden hat.
Höhepunkte dieser Soiree waren u.a. das Kyrie, das Gloria und das Agnus Dei aus der Missa "La Bataille" von Clement Janequin (um 1485-1558) und "Noel nouvelet" aus Frankreich.
Ein Chanson wie "La Bataille", die den Sieg Franz`I. bei Marignan 1515 feiert, kennzeichnet eine zumeist kunstvolle Kontrapunktik, gestützt von einem im wesentlichen langsam verlaufenden harmonischen Rhythmus; die klangliche Vielfalt des Textes akzentuiert Janequin durch Wiederholung einzelner bzw. Übereinanderschichten verschiedener Wörter, zeitlich versetzt aufeinanderfolgende Lautmalerei der einzelnen Stimmen- zur Illustration von Waffenlärm, dem Laufen und Reiten der Jäger, Schwatzen der Klatschbasen, Vogelgezwitscher u.a.
Außerdem wurde "Unser Lieben Frauen Traum" von Max Reger (1873-1916) von den "HANNOVER HARMONISTS" präsentiert.
Eine klangliche Oberfläche, für die heftige Wechsel zwischen monumentaler Kraftentfaltung und versonnene Zartheit typisch sind, sowie die Spannweite der Tonfälle, die von höchst sperrigen Fakturen bis zu populärer Eingängigkeit reicht, prägen das Schaffen Regers.
Höhepunkte des zweiten Teils waren "O happy day", Weihnacht international, und die Ohrwürmer "Kein Schwein ruft mich an" von Max Raabe, "Lollipop" von Ross, "Probier`s mal mit Gemütlichkeit" von Terry Gilkyson aus dem "Dschungelbuch" und "Wer hat an der Uhr gedreht" von Paulchen Panther".
Exzellente Stimmen, homogener Klang und raffinierte Mimik und Gestik gepaart mit Witz, Charme und Ironie...Das waren die "HANNOVER HARMONISTS"
Michael Lieb, Hartwig Meynecke (Countertenor), Rüdiger Jantzen (Tenor), Hans Christian Hinz, Sebastian Hennig (Bariton) und Michael Jäckel (Bass).
Nach den CDs "By the Way" und "Streifzug" mit den Highlights aus dem Gala-Repertoire des Ensembles ist in Co-Produktion mit dem NDR "Golden Slumbers" erschienen, eine Einspielung romantischer Volkslieder und Traditionals von den britischen Inseln.
Alle Akteure wurden schließlich mit sehr viel Beifall bedacht, wofür sie sich mit einem schwungvollen und spritzigen Weihnachts-Potpourri und dem berühmten Stück "I`m dreaming of a white christmas" bedankten."

Lutz Gallinat

Impressum