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Symposium Doping im Sport – Medizin, Recht, Politik

27. Dezember 2009 (HL-Red.) Aus der "Warteschleife" von Lübeck-TeaTime - aber immer noch aktuelle: Das Institut für Sport und Sportwissenschaften der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hatte in Kooperation mit der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) und dem Landessportverband Schleswig-Holstein zum Symposium "Doping im Sport – Medizin, Recht, Politik" eingeladen. Das Symposium widmete sich einem zentralen Thema aktueller Sportpolitik, denn Doping schädigt die Gesundheit, fördert Aggressionen und widerspricht den Regeln des Sports. Die Veranstaltung leistete einen Beitrag zur Verhinderung und Bekämpfung des Dopings. Sie richtete sich an den Sport, die Wissenschaft und die Politik.

Professor Martin Nolte, Vorstandsmitglied der NADA und des Landesportverbandes Schleswig-Holstein und Inhaber der von der Deutschen Telekom geförderten Stiftungsprofessur für Sportrecht an der CAU, betrachtete das Thema Dopingbekämpfung aus rechtlicher Sicht und sagte: "Doping beeinträchtigt die Gesundheit, verletzt den Grundsatz des Fair Play und damit die Integrität des sportlichen Wettbewerbs. Außerdem hat Doping großen Einfluss auf fremde Vermögensinteressen und den ordnungsgemäßen Arzneimittelhandel und führt zu erheblicher Begleitkriminalität. Die Dopingbekämpfung ist aus meiner Sicht der sportpolitische ’Elchtest’ des 21. Jahrhunderts."

Professor Burkhard Weisser, der Anti-Doping-Beauftragte des Landessportverbandes Schleswig-Holstein, beleuchtete die Dopingproblematik aus medizinischer Sicht. Er glaubt, dass die Anti-Doping-Forschung und die Analytik dem tatsächlich durchgeführten Doping immer nur mit Verzögerung hinterherlaufen.

Dr. Ekkehard Wienholtz, Präsident des Landessportverbandes Schleswig-Holstein, unterstrich, dass es zur Politik der "Null-Toleranz" gegenüber überführten Doping-Tätern keine Alternative gebe. "Empfindlich wirkende Strafen für Doping-Sünder sind allein durch eine starke Sportgerichtsbarkeit möglich. Sie kann unmittelbar wirksame Wettkampfsperren für vier Jahre verhängen und zwar schon bevor staatliche Ermittlungen begonnen haben", so Wienholtz.

Aus aktuellem Anlass sind die Referenten inhaltlich auch auf den Dopingfall Claudia Pechstein eingegangen. Sportrechtler Nolte hält das Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS zur Sperre von Claudia Pechstein für "wasserdicht". Professor Weisser meint: "Aus medizinischer Sicht wirft das aktuelle Urteil im Fall Pechstein sicher mehr Fragen auf, als es beantwortet."

In einer Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Sport (Dr. Ekkehard Wienholtz), Wirtschaft (Stephan Althoff, Deutsche Telekom, und Hanns Michael Hölz, Deutsche Bank AG) und Politik (Niclas Herbst, Mitglied des Schleswig-Holsteinischen Landtags) wurden die zahlreichen Facetten des komplexen Themas Doping und die Verquickung der einzelnen Teilaspekte miteinander deutlich.


Quelle: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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