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Erdmantel:Hochdruckpresse erweitert Forschungsmöglichkeiten

27. Dezember 2009 (HL-Red.) Am Institut für Geowissenschaften der Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) wurde kürzlich eine neue Hockdruckpresse angeliefert. Sie ermöglicht den Wissenschaftlern einen Einblick in die Prozesse, die im oberen Erdmantel sowie im Übergangsbereich zwischen oberem und unterem Erdmantel stattfinden. Haupteinsatzzweck der in Sonderanfertigung gebauten Presse – der einzigen ihrer Art in einer deutschen Hochschule – wird die Durchführung von Versuchen sein, die das Verständnis über Prozesse während der Entstehung unserer Erde und der anderen Planeten unseres Sonnensystems erweitern werden.




Foto (CAU/Philip Kegler)Dieses Bild zeigt die Lieferung der neuen Hochdruckpresse am Institut für Geowissenschaften der CAU. Wegen ihrer beachtlichen Größe und ihres Gewichtes von knapp 10 Tonnen war es nötig, die Presse mit einem 40-Tonnen-Autokran an ihren Bestimmungsort zu bugsieren.


Professorin Astrid Holzheid, Leiterin der Arbeitsgruppe Experimentelle und Theoretische Petrologie, erklärt: "Dieses neue hochleistungsfähige Gerät kann Drücke von bis zu 250.000 bar und Temperaturen von mehr als 2.300°C erzeugen. Dies sind Verhältnisse, die in unserer Erde in einer Tiefe von ca. 750 km herrschen. Die Leistungsfähigkeit des Gerätes geht deutlich über unsere bisherigen Möglichkeiten hinaus und eröffnet uns eine neue Dimension der Forschung."

Die Kieler Forscher und ihre Gastwissenschaftler können zukünftig mit den Pressen sehr variabel und vor allem dauerhaft verschiedene Stärken von Niedrig- bis Höchstdruck erzeugen. "Die neue Presse bietet uns die Möglichkeit, Materialien herzustellen und zu erforschen, die bis zu 750 km unter der Erdoberfläche vorkommen. Uns interessiert nicht nur, welche Reaktionen sie im Erdmantel auslösen und an welchen Prozessen im Erdmantel sie beteiligt sind. Hochinteressant sind auch die Auswirkungen, die sie auf die Prozesse in der Erdkruste und auf der Erdoberfläche haben." ergänzt Dr. Philip Kegler, der zukünftig für das Hochdruck- und Hochtemperaturlabor verantwortlich ist.

Wegen seiner beachtlichen Größe und seines enormen Gewichts von knapp 10 Tonnen war es nötig, das vom Hersteller bereits vormontierte Gerät mit einem 40-Tonnen-Autokran an seinen Bestimmungsort zu bugsieren. Dafür musste sogar eine Außenwand durchbrochen werden. Die gut 300.000 Euro teure Hochdruckpresse wurde jeweils zur Hälfte aus Investitionsmitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der CAU finanziert.

Quelle: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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