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HS-Kulturkorrespondenz: Musik zur Weihnachtszeit

14. Dezember 2009 (HL-Red.) Die Stiftung Händel-Haus Halle will ihre Musikinstrumentensammlung bekannt machen. Dem soll eine neue CD-Edition dienen, die überdies historische Aufnahmen und kaum gespielte Werke enthalten soll. Stiftung-Direktor Clemens Brinbaum spricht von einer „kleinen, aber außergewöhnlichen CD-Edition“. Die CDs werden nur im Museumsshop des Hauses erhältlich sein.

Eröffnet wurde die Reihe mit einer Aufnahme mitteldeutscher Orgelmusik unter dem Titel „Nun komm, der Heiden Heiland“. Organist Siegfried Pritsche spielt auf der Johann-Gottlieb-Maurer-Orgel der Musikinstrumentesammlung Werke von GeorgFriedrich Händel, Samuel Scheidt, Johann Sebastian Bach, Friedrich Wilhelm Zachow und Wilhelm Friedemann Bach. Der Freundes- und Förderkreis des Hauses hat die
Herausgabe unterstützt. Scheidt, Händel, Zachow und Wilhelm Friedemann Bach haben zeitweilig oder ihr ganzes Leben lang in Halle gewirkt. Die Orgel stammt aus dem Jahre 1770 und war ursprünglich in der Kirche von Tegwitz nahe Altenburg aufgestellt. Weil dem Ort die Vernichtung durch den Braunkohlentagebau drohte, wurde das Instrument 1978 zerlegt und nach Leipzig verkauft. 1993 erwarb das Händel-Haus die inzwischen desolaten Teile und lagerte sie sachkundig ein. 201 bis 2003 wurde das Instrument restauraiert und wiederaufgebaut. Seit November 2003 ist es wieder spielbar. Allerdings: Heute sind wir andere Klangfarben gewöhnt….

Eine Hörbuch-CD nennt der Vier-TürmeVerlag der Benediktinerabtei Münsteschwarzach seine weihnachtliche Edition „Es begab sich aber zu der Zeit“. Der Pater Anselm Grün liest die Weihnachtsgeschichte in der Fassung der – katholischen – Einheitsübersetzung und sinniert anschließend über das weihnachtliche Geschehen. Dazwischen gestreut ist meditative Orgelmusik, mit der der Klosterorganist Pater Dominikus Trautner zu dieser
Edition beiträgt. Der Theologe und Kirchenmusiker gilt als Fachmann für Gregorianik, die er an mehreren Hochschulen lehrt, und ist ein begehrter Konzertorganist.
Einer ehr ungewöhnlich Edition hat die Zeitschrift „Brigitte“ bei Sony herausgebracht: „Songs for Christmas – Die schönen Weihnachtslieder aus Pop, Jazz und Klassik Zu hören sind auf zwei CDs zu einen in der Interpretation renommierter Künstler wie Angelika Kirschlager, Christine Schäfer oder José Carreras sowie Chören wie etwa den Regensburger Domspatzen ein Querschnitt durch die klassische Weihnachtsmusik-Literatur von Bach bis Fauré. Auf der zweiten CD sind Frank Sinatra, Harry Belafonte, Til Brönner oder Nils Landgren mit modernen Beiträgen zum Weihnachtsgefühl zu hören – ein reizvoller Gegensatz. (Sony 88697596352).

Eine höchst ungewöhnliche Neuerscheinung bringt das Label Ambienten Audio mit einem breiten Querschnitt des Werkes des katholischen Kirchenmusikers und Filmmusikproduzenten Enjott Schneider unter dem Titel „Sacred Music Series“ heraus. Obwohl der Name der breiten Öffentlichkeit wohl nicht viel sagt, ist Schneider einer der bemerkenswertesten Komponisten der jüngeren Generation. Wobei schon sein Künstlername bewusst auffallen soll:
Norbert Jürgen Schneider wurde am 25. Mai 1950 in Weil am Rhein geboren. Seit 1998 führt er als eingetragenen Namen Enjott Schneider.

Bereits in seiner Jugend erlernte er zahlreiche Instrumente, so unter anderen Violine, Klavier, Akkordeon, Trompete und Orgel. Im französischen Huningue erhielt er im Alter von 19 Jahren eine Organistenstelle, ab 1975 in Hinterzarten (Schwarzwald); er betätigte sich aber auch ebenso als Dirigent wie als Sänger und Keyboarder in der Popgruppe "Kaktus".
1969 nahm er ein Studium der Musiktheorie, Schulmusik, Orgel und Trompete an der Musikhochschule Freiburg i. Br. auf und studierte an der dortigen Universität Musikwissenschaft, Germanistik und Linguistik, wo er bei Hans-Heinrich Eggebrecht 1977 zum Dr. phil. promovierte. In den Folgejahren erhielt er Lehraufträge der Universität Freiburg u.a. für Tonsatz und Musikwissenschaft und 1979 eine Professur für Musiktheorie an der Hochschule für Musik in München.
Enjott Schneider veröffentlichte seither vielfältige Schriften, darunter das Buch "Popmusik", über 400 Artikel für Lexika, Beiträge zu Hindemith-Jahrbüchern und Werkmonographien. Das Spektrum seiner Publikationen beinhaltet die Bereiche Musiktheorie (erwähnt sei "Die Kunst des Teilens. Zeit - Rhythmus - Zahl", 1991) ebenso wie Musikpädagogik, Schriften zu Komponisten, musiksoziologischen Aspekten und zur Filmmusik, die einen Schwerpunkt seiner musikwissenschaftlichen Tätigkeit und seiner Arbeit als Komponist darstellt.
1988 wurde für Schneider das "Tonstudio Augenklang" eingerichtet, das 1997 durch das "Greenhouse Studio" abgelöst wurde. 1993 lehrte er am Staatlichen Filminstitut in Pune (Indien) und wurde 1996 an der Hochschule für Musik in München Professor für "Komposition für Film und Fernsehen".
Seit Beginn der 80er Jahre hat sich Enjott Schneider zu einem der bedeutendsten deutschen Komponisten für Filmmusik entwickelt. Seine Musik zu TV-Serien wie Weißblaue Geschichten (seit 1991), Marienhof (1992) und Vater wider Willen (1998) ist ebenso bekannt und populär wie die zu TV - und Kinofilmen: Tatort, Rama Dama (1990), Stalingrad (1992) und Schlafes Bruder (1995).
Schneiders kompositorisches Schaffen umfasst auch darüber hinaus ein breites Spektrum: Werke für Orchester, Orgel, kammermusikalische Besetzungen, sowie Vokal und Bühnenwerke. Mit seinen Opern Albert - warum? (1999) und Das Salome-Prinzip (1983), zuletzt inszeniert im Frühjahr 2002 in Gelsenkirchen, erzielte Schneider große Beachtung, ebenso mit seinem Musical Diana - Cry for Love (Dezember 2002 in Görlitz). Projekte der ersten Hälfte des Jahres 2004 umfassen die Oper Bahnwärter Thiel nach Gerhard Hauptmann, die Filmmusik zur ARD-Produktion "Stauffenberg" und das offizielle Musical zum 100. Jubiläum des Fußballvereins FC Schalke 04 mit dem Titel nullvier - keiner kommt an Gott vorbei. Im April 2006 wurde seine jüngste Oper Fürst Pückler - Ich bin ein Kind der Fantasie am Theater Görlitz zur Uraufführung gebracht.
Für seine Werke erhielt Enjott Schneider zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen, unter anderen 1991 den Bayerischen Filmpreis für Filmmusik, 1996 den Golden Score, und etliche mehr.
Die hier vorliegende Edition von fünf CDs gibt einen umfassenden Überblick über jenen Teil des Schaffens des Künstlers, das sich auf die moderne katholische Kirchenmusik bezieht. Den meisten Lesern wird nicht einmal bekannt sein, dass es so etwas überhaupt gibt. Schneider hat einen breiten Beitrag zur Geistlichen Musik geleistet, wobei sein Klangbild zumindest gewöhnungsbedürftig ist. Im laufenden Jahr 2009 gab es neun Uraufführungen.. Für die Creme der katholischen Kirchenmusiker hat Schneider Orgelsinfonien komponiert – eine wohl bis dahin kaum bekannte Musikgattung. In seinem Wirken arbeitet Schneider stilübergreifend mit den Bochum Symphonikern eben zusammen wie etwa mit dem Rascher Saxophone Quartet. Schneidens Musik ist bewusst nicht gefällig. Aber wie er die Möglichkeiten der Orgel auslotet, ist auf jeden Fall faszinierend.
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