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DSD: Ortskurator überbrachte Fördervertrag in Schleswig

05. Dezember 2009 (HL-Red.) Lutz-Uwe Gloeckner, Ortskurator Schleswig der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), überbrachte Ende November während einer Adventsfeier des Freundeskreises St.-Johannis-Kloster vor Schleswig e.V., die um 16.00 Uhr im Kloster beginnt, einen Fördervertrag über 15.000 Euro für die anstehende Innensanierung des St. Johannis Klosters an Konstantin Henkel vom Freundeskreis.

Das ehemalige Benediktinerinnenkloster auf dem Holm vor Schleswig wurde
1194 gegründet. Nach der Zerstörung durch Brände 1299 und 1487 wurde es
wieder aufgebaut. 1536 übernahm die Schleswig-Holsteinische Ritterschaft
die schlichte mittelalterliche Anlage mit Kirche und südlich sich
anschließender Klausur und richtete darin ein adliges Damenstift ein. Im
17. und 18. Jahrhundert entstanden weitere Gebäude, die heute auf der
kleinen Anhöhe dicht an der Schlei östlich der Fischervorstadt Holm ein
malerisches Ensemble in parkartiger Umgebung bilden.

Die einschiffige, gewölbte Kirche, die ein hohes Satteldach deckt, birgt
im Unterbau des Westturms und im Kirchenschiff Reste eines spätestens
1170 aus Feldsteinen und Tuff errichteten vorklösterlichen Bauwerks. Im
Kern ist das Kloster eine geschlossene rechteckige Gebäudeanlage mit
Innenhof und einem umlaufenden inneren Kreuzgang. Neben der
Klosterkirche sind Kapitelsaal, Refektorium und Kreuzgang der
Öffentlichkeit zugänglich. Das Refektorium, der Speisesaal, liegt im
Winkel zwischen Ost- und Südflügel. Es handelt sich um einen nach 1487
errichteten, zweischiffigen Saal mit sechs Kreuzrippengewölben über zwei
Rundpfeilern. Darunter befindet sich ein älteres Kellergewölbe. Im
Refektorium steht heute das bedeutende zehnsitzige Nonnenchorgestühl aus
der Zeit um 1240, dessen Seitenwangen mit freiplastisch geschnitzten
Fabelwesen und Rankwerk verziert ist. An der Wand über dem Chorgestühl
sind die Wappenschilde der ehemaligen Konventualinnen angebracht, deren
Zwillingsexemplare an der Chorwand der Kirche zu sehen sind. Ein
weiteres wichtiges Ausstattungsstück ist die Schrankorgel aus der
zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, auf der das
"Schleswig-Holstein-Lied" komponiert wurde.

Am Gebäude traten in den vergangenen Jahren Risse auf, es ist
durchfeuchtet und versalzen und zahlreiche konstruktive Anschlüsse sind
schadhaft. Neben der DSD beteiligen sich nun auch die Sparkassenstiftung
und die NOSPA Kulturstiftung an der Sanierung der besterhaltenen
Klosteranlage Schleswig-Holsteins.

Das Johanniskloster in Schleswig ist damit eines von über 110 Projekten,
die die private Bonner Denkmalschutz-Stiftung allein in
Schleswig-Holstein dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale,
der Rentenlotterie von Lotto, fördern konnte. Dazu gehören unter anderem
das Alte Pastorat in Meldorf, das ehemalige Amtshaus der Junker- und
Zirkelkompanie in Lübeck und der Friesendom in Nieblum. Aus den
Erträgnissen der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, werden
jährlich bundesweit Projekte aus den Bereichen Wohlfahrt, Sport und
Denkmalpflege mit rund 50 Millionen Euro gefördert.

Quelle: Deutschen Stiftung Denkmalschutz

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