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Kultur Wissenschaft Ausbildung

HS-Kulturkorrespondenz zur Premiere des TL- „Zigeunerbarons“

05. Dezember 2009 (HL-Red.) HS-Kulturkorrespondenz: Lübeck: „Zigeunerbaron“ als ungarische Nationaloper - Von Horst Schinzel.
Wie ist Johann Strauß’ Meisterwerk „Der Zigeunerbaron“ einzuordnen? Als Oper order als Operette? Die Eutiner Festspiele – damals noch „Eutiner Sommerspiele“ – verkauften das Stück vor mehr als fünfzig Jahren als „Komische Oper“. Und auch in Lübeck ist man sich da nicht so ganz schlüssig, wie ein Beitrag der dortigen Musikdramaturgin Katharina Kost im Programmheft zeigt. Nun – nach 150 Minuten weiß man’s:

Für den hier schon bekannten Regisseur Jürgen Pöckel ist dieses Werk in erster Linie ungarische Nationaloper. So bringt er des Meisters ohnehin sehr opernhaft ausgearbeitete Musik über die Bretter des Hauses an dee Beckergrube.




Foto: (Lutz Roeßler): Zigeunerbaron - Mark McConnell (Conte Carnero), Daniel Szeili (Sándor Barinkay), Andrea Stadel (Arsena), Chor und Extrachor des Theater Lübeck, Statisterie des Theater Lübeck


Für eine Operette fehlt seiner Einstudierung der letzte Schwung und vor allem eine kräftige Prise Paprika Herausgekommen ist eine durchaus abgerundete solide Leistung
Und für eine Nationaloper eignet sich die Geschichte vor dem Kollaborateur mit den Türken, der nach zwanzig Jahren seine Güter im Banat zurückbekommt, allemal. Es ist ein sehr mystisches Banat, das uns die Ausstatterin
Ulrike Radivevich hier vorstellt Die Bega – auf der zu Beginn die kaiserliche Delegation per Schiff anreist, was technisch ja durchaus möglich ist – dampft mächtig. Und die Wälder sind auch ohne den Schnee der Schlussszene überaus geheimnisvoll. Sie bergen nicht nur die Geheimnisse der farbenprächtig agierenden Zigeuner (Einstudierung des Chors Joseph Feigl), sondern auch die ungarisch-stämmige Bevölkerung hat offenbar allerlei zu verbergen
Als deren oberster Repräsentant ist der Obergespann (Landrat) Graf Peter Homonay des Steffen Kubach sehr verhalten, würdig und ritterlich. Sein und des „Widereinrichters“ Sandor Barinkay Gegenspieler als Schweinefürst Kálman Zsupán ist der Eutiner Hartmut Bauer. Der hatte eigentlich im Vorjahr nach der Übernahme des „Landgrafen“ in der Eutiner Aufführung des „Tannhäuser“ wissen lassen, das sollte seine letzte Bühnenrolle gewesen sein. Aber offenbar war der Reiz, diese komisch-durchtriebene Figur auf die Bretter zu bringen, zu groß. So erleben einen pfiffigen und raffinierten Bauern, der am Ende als Kriegsgewinnler dasteht. Sängerisch und darstellerisch überaus überzeugend.
Als sein Gegenspieler Sándor Barinkay überzeugt Daoiel Szeili. Der junge Künstler hat in den zwei Jahren seiner Lübecker Verpflichtung darstellerisch wie stimmlich sehr gewonnen. Anfänglich ist er etwas nervös,
aber nachdem er das überwunden hat, bietet er eine abgerundete Leistung.
An seiner Seite gefallen Veronika Waldner als Zigeunerin Czipra – warum die mit dieser merkwürdigen Perücke auftreten muss, weiß sicherlich nur die Ausstatterin – und Anna Baxter als deren Ziehtochter Saffi. Beide bieten herrliche Stimmen und eine abgerundete darstellerische Leistung. Gut sind auch Mark Mc Connel als Komissär Conte Carnero, Andrea Stadel als Schweinezüchtertochter Arsena, Margrit Cuwie als deren Gouvernante Mariabella und Patrick Busert als Sohn Ottokar. Auch die Darsteller der Nebenrollen bieten Gutes.

Die Lübecker Philharmoniker unter der Leitung von Ludwig Pflanz musizieren schwungvoll. Aber möchte man mehr Paprika auf ihren Stühlen wünschen. Im Ganzen aber hat der Dirigent den großen Apparat jederzeit gut im Griff.
Das Premierenpublikum ist befiallfreudig und der Schlussapplaus lang and anhaltend.
Weitere Aufführungen
10. und 18. Dezember ,jeweils 19.30 Uhr, 31. Dezember 15.30 Uhr und 19.30 Uhr

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