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Agentur für Arbeit Lübeck

Kultur Wissenschaft Ausbildung

Lutz Gallinat : "100 Jahre - 100 Bücher" - Lesenacht in DJH HL

28. November 2009 (HL-red.) "Zum 100-jährigen Jubiläum des Deutschen Jugendherbergswerks lud die Jugendherberge Lübeck "Vor dem Burgtor" am letzten Dienstag in Kooperation mit der Buchhandlung Weiland zu einer spannenden und unterhaltsamen Großen Lesenacht unter dem Motto "100 Jahre- 100 Bücher" ein", schreibt Lutz Gallinat. Und weiter: "Nach der Begrüßung durch Sven Seidler, des Leiters der Jugendherberge, und Grußworten zum 100.Geburtstag des Deutschen Jugendherbergwerkes durch Rüdiger Jung, den stellvertretenden Vorsitzenden des DJH-Landesverbandes Nordmark e.V., bot Volkert Ipsen erfrischende, gefühlvolle plattdeutsche Lieder, die die Atmosphäre Norddeutschlands adäquat zum Ausdruck brachten.
Klaus Rainer Goll, der 1.Vorsitzende des "Lübecker Autorenkreises und seine Freunde e.V.", las dann aus seinem 1973 und 2009 als Neuausgabe erschienenen Gedichtband "Windstunden" und aus seinem 2005 erschienenen Gedichtband "zeit vergeht" mit Zeichnungen des Autors.
Der sensible Lyriker bot ornamentale, farbige Impressionen mit surrealistischen und expressionistischen Elementen. Er spricht philosophisch inspiriert die Geworfenheit und transzendentale Obdachlosigkeit des Menschen aus. Immer wieder wird die Nähe zu seinen literarischen Weggefährten Georg Heym, Georg Trakl, Yvan Goll, Paul Celan und Nelly Sachs deutlich. Enigmatisch-kryptisch geht er den Unwägbarkeiten des menschlichen Daseins auf den Grund und gestaltet in vielen Facetten und Nuancen das basale Moment der Zeit. Er überzeugt durch eine stimmige und bisweilen seraphische Licht- und Pflanzenmetaphorik.
Lena Johannson, die an der Ostsee lebt, las dann aus ihrem jüngst erschienenen neuen Lübeck-Roman "Die Bernsteinsammlerin".
Lübeck 1806: Durch den Handel mit Wein sind die Thuraus reich und mächtig geworden. Ihre Tochter Femke aber, deren meeresgrüne Augen schon so manchen fasziniert haben, zaubert aus dem Bernstein, den sie am Ostseestrand sammelt, wahre Meisterwerke, denen man sogar magische Fähigkeiten nachsagt. Als die Familie, bedroht durch Napoleons Truppen, in wirtschaftliche Bedrängnis gerät, ist es Femkes Talent, das den Thuraus das Überleben sichert.
Lena Johannson, die akribisch recherchiert, schreibt anschaulich, lebendig und gut verständlich. Sie überzeugt durch genaue Beobachtung. Die Prosa ist authentisch und besitzt dokumentarischen Charakter. Die Autorin verbindet geschickt Fakten und Fiktion und erfindet originelle Geschichten, die die reale Historie ergänzen.
Jürgen Haese las schließlich aus seinem 2007 erschienenen autobiografischen Roman "Verloren in Elblag".
Der behütete deutsche Beamtensohn Jürgen wird im Januar 1945 in Elbing/Westpreußen zum schutzlosen Waisenkind. Von einem Tag zum anderen muss der 10-jährige lernen, in der von der Sowjetarmee eroberten, weitgehend zerstörten Stadt allein zu überleben. Jürgen beißt sich durch. Dann kommen die Polen, aus Elbing wird Elblag. Geschmeidig passt er sich an. Aus Jürgen wird Jurek, ein Pole.
Der realistische Roman ist authentisch und hat dokumentarischen Charakter. Es handelt sich um ein erschütterndes und ergreifendes Zeitzeugnis. Der freie Autor, Fotograf und Ausstellungsmacher hat dabei einen bedeutenden Beitrag zum kollektiven Gedächtnis geliefert.
Zum Abschluss bot noch einmal Volkert Ipsen Lieder und subtile, hintergründige und originelle niederdeutsche Geschichten.




Foto (L.G.): von li.: Volkert Ipsen, Jürgen Haese, Lena Johannson und Klaus Rainer Goll


Alle Mitglieder des "Lübecker Autorenkreises" wurden schließlich von den zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern mit sehr viel Beifall bedacht."

Lutz Gallinat

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