Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren. Klicken Sie hier für weitere Informationen.
Hier klicken, um diese Nachricht nicht mehr anzuzeigen.



Agentur für Arbeit Lübeck

Kultur Wissenschaft Ausbildung

HS-Kulturkorrespondenz - Ein reizvoller Beitrag zum Haydn-Jahr

23. November 2009 (HL-red.) HS-Kulturkorrespondenz - Ein reizvoller Beitrag zum Haydn-Jahr - Von Horst Schinzel: Einen überaus liebenswürdigen Beitrag zum ausgehenden Haydn-Jahr hat das Klassik-Label cpo aus Georgsmarienhütte vorgelegt: Einen Mitschnitt von den Musikfestspielen Potsdam aus dem Jahre 2006 mit Joseph Haydns kaum bekanntes Marionetten-Singspiel „Die Feuersbrunst Oder Das Abgebrannte Haus“.

Hintergrund dieses liebenswürdigen Werkes ist der Umstand, dass es am Hofe der Dienstherren des Komponisten – der reichen und verschwenderischen Fürsten Esterházy – auch ein Marionettentheater gab. Für das hat Haydn zahlreiche Kompositionen geschaffen, die meist verschollen sind. Vorbild für das vorliegende Singspiel war ein verheerendes Feuer, das auf dem Gelände des Schlosses Esterháza am Neusiedler See im November den chinesischen Tanzsaal und das Theater verwüstete.
Über das Schaffen Haydns für das Fürstliche Marionettentheater ist wenig bekannt. Eigentlich nur die Textbücher, die in jenen Zeiten für die jeweiligen Aufführungen gedruckt wurden. Eine mehr oder minder komplette Sammlung ist 1944 in Budapest einem Luftangriff zum Opfer gefallen. Eine zweite in dee Landeshauptstadt des Burgenlandes Eisenstadt verwahrte wurde von russischen Besatzungssoldaten als Beute mitgenommen. Das für Potsdam rekonstruierte Singspiel folgt Manuskripten und Autografen, die sich in der amerikanischen Yale-Universität befinden. Wobei bis heute nicht klar ist, ob „Die Feuersbrunst“ und „Das Abgebrannt Haus“ ein oder zwei Werke waren. Uraufgeführt wurde diese Musik jedenfalls 776 oder 1777.
Für die Potsdamer Aufführung ist eine recht originelle, aber wohl nicht originale Neufassung des Textes entstanden, in dem von „Gentleman“ und einer Feuerwehr, die mit Dampfpumpen arbeitet, gesprochen wird.

Die Geschichte, die Haydn vertont hat, ist jedenfalls sehr volkstümlich – eine Hanswurst-Komödie, in der sogar Wiener und – in der Bearbeitung – Berliner Dialekt vorkommt. Der Hanswurst – in den sich die Gutsverwalterstochter Colombinna verliebt hat – schlüpft in die Rollen eines Soldaten, eines Berliner Touristen, eines bettelnden Zigeunerin. Gegen ihn hat der wohlhabende Leander doch keine Chance.
Haydn hat diese erschröckliche Geschichte reizvoll instrumentiert. Dies wird in der vorliegenden Aufnahme von
der Capella Augustina unter dem Barock-Spezialisten Andreas Spering umgesetzt. Spering ist ein international renommierter Orchesterleiter und bei vielen Festspielen zuhause. Sein Spezialgebiet sind Händel-Opern.
Die Capella Augustina wurde 1996 von Spering für die Brühler Schlosskonzerte gegründet. Die sind d a s deutsche Haydn-Festival. Das Ensemble spielt auf historischen Instrumenten und ist auf historische Aufführungspraxi spezialsiert. In diesem Jahr war es erstmals beim ungarischen Haydn-Festival zu Gast.
In der vorliegenden Aufnahme werden die Solisten Otto Katzameier, Bariton, Andreas Karasiak, Tenor, Isa Katharina Gericke, Sopran und Ferdinand von Bothmer, Tenor um die Sprecher Hans-Werner Bissinger, Klaus Haindl, Nadja Winter und Michael Klemm ergänzt.
Joseph Haydn, Die Feuersbrunst oder Das abgebrannte Haus, Marionetten-Singspiel in 2 Akten, cpo 177213-2

Postfach 347 * 23 693 Eutin * Tel 0452 790 521 * Mobil 0176 48013589 * Fax 04521 790 522 * email hskultur@aol.com

Impressum