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NDR Hörspiel: „Roman eines Schicksallosen“ von Imre Kertész

03. November 2009 (HL-red.) Der NDR setzt seine Reihe von Hörspielpräsentationen im Hamburger Planetarium fort: Am Dienstag, 3. November, ist dort ab 19.30 Uhr das Stück „Roman eines Schicksallosen“ nach dem gleichnamigen Roman von Imre Kertész zu hören (Hörspielbearbeitung: Valerie Stiegele; Regie: Ulrich Gerhardt, Redaktion: Susanne Hoffmann). Es sprechen Jens Harzer und Rudolf Wessely.
Inhalt: Imre Kertész erzählt die Geschichte eines Budapester Jungen, der 1944 aus einem Autobus geholt und nach Auschwitz verschleppt wurde - eine Geschichte, die auch seine eigene ist. Was aber macht Kertész’ Beschreibung so außergewöhnlich? Sie ist ein Bericht über den Holocaust aus der Perspektive eines erstaunten Kindes, das jedes schreckliche Detail im Konzentrationslager registriert, ohne zu bewerten oder gar zu rebellieren.

Diese verstörende Diskrepanz zwischen dem Ton und dem Inhalt des Berichts war durchaus beabsichtigt. Kertész, der an seinem Roman, der 1975 in Ungarn erschien, mehr als 12 Jahre gearbeitet hat, erläutert hierzu: „Ich vertraue darauf, dass die Moral des Lesers durch die scheinbar unmoralischen kalten Zeilen des Buches verletzt wird. Dass er sich darüber empört, dass sich der Ich-Erzähler eben nicht empört, sondern scheinbar alles klaglos hinnimmt."

Imre Kertész, 1929 in Budapest geboren, wurde 1944 nach Auschwitz deportiert und 1945 in Buchenwald befreit. Seit 1953 arbeitet er als freier Autor. Sein Werk wurde mehrfach ausgezeichnet. 2002 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. 2007 wurde ihm der Titel „Kulturgesandter Ungarns“ zuerkannt. Kertész lebt und arbeitet in Berlin und Budapest.


Quelle: NDR Presse und Information

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