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Lutz Gallinat hörte "Musik an der Alten Salzstraße"

21. Oktober 2009 (HL-red.) Wie Lutz Gallinat berichtete, wurde Anfang Oktober "Musik an der Alten Salzstraße" im vollbesetzten Lübecker St.Annen-Museum geboten. Es erklang Kammermusik von Komponisten aus lüneburg, Lübeck und Hamburg.
Das Programm "Musik an der Alten Salzstraße" widmet sich Komponisten, die in Städten an diesem Handelsweg tätig waren. Dietrich Buxtehude in Lübeck, Johann Jakob Löwe und Christian Flor in Lüneburg sowie der aus Mölln gebürtige Johann Gottfried Müthel stehen für den hohen Stellenwert, den die Musik im 17. und 18.Jahrhundert in dieser Region innehatte.
So widmet sich das Ensemble "Musici Lubicenses" im aktuellen Programm der Kammermusik dieser Komponisten, die, obwohl räumlich gar nicht weit entfernt, doch in sehr unterschiedlicher Art und Weise zu komponieren verstanden.
Johann Jakob Löwe von Eisenach (1629-1703) wurde in Wien getauft, am dortigen Hof ausgebildet und dort stark von der italienischen Musik inspiriert. Auf Empfehlung seines Lehrers Heinrich Schütz wurde er 1665 Kapellmeister der "Wolfenbütteler Hofkapelle". Ab 1683 war er 21 Jahre lang Organist an der St. Nikolaikirche in Lüneburg. Es ist möglich, dass Löwe auch den jungen J.S. Bach getroffen hat.
Löwe war einer der ersten Komponisten, die ihre Suiten mit einer Sinfonia mit Ouvertüren-Charakter eingeleitet haben. 1664 komponierte er zahlreiche Sonaten, Canzonen und Capriccen für zwei Instrumente und basso continuo. Seine Kompositionen sich geprägt von Fantasie, Ideenvielfalt und äußerst virtuosen, kontrastierenden Affekten.
Der Organistensohn Johann Gottfried Müthel wurde 1728 in Mölln geboren, wo er bei seinem Vater und dem Lübecker Marienorganisten Johann Paul Kunzen seinen ersten Musikunterricht erhielt. Als letzter Schüler Johann Sebastan Bachs ging er 1753 nach Riga, wo er 1788 starb. Von überragender Bedeutung ist seine Klaviermusik, die stilistisch mit der Carl Philipp Emanuel Bachs verwandt ist.
Am Anfang stand die Triosonate op.5 Nr.4 G-Dur von Georg Friedrich Händel (1685-1759).
Diese Sonate enthält, eben wegen ihrer Nähe zum Ballett, eine Fülle einfacher, melodisch und rhythmisch unmittelbar wirkender, ja zündender Musik. Man sollte sie als das verstehen, was sie sein will: Unterhaltungsmusik, die im Grunde der von der Popularität der Gattung Triosonate zehrenden Londoner Arrangier-Industrie näher steht als der Idee der Triosonate als anspruchsvollster Kammermusik.
Es folgten das Capriccio a-Moll und die Sonata Nr.8 in F-Dur von J.J. Löwe von Eisenach.
Es wurde außerdem die Triosonate op.1 Nr.4 B-Dur von D.Buxtehude (1637-1707) geboten.
Die 14 Sonaten aus den beiden Sammlungen Buxtehudes weisen zwischen drei und 13 Sätzen von unterschiedlicher Länge auf, welche nach dem Kontrastprinzip geordnet sind. Langsame Abschnitte bestehen dabei oft nur aus wenigen Überleitungstakten. Der improvisatorische Charakter lässt sich mit dem Begriff des "Stylus phantasticus" umschreiben. Mehrfach kommen Ostinato-Variationen vor.
Fantasievolle und abwechslungsreiche Interpretation voller Virtuosität, aber ohne überzogene Manierismen zeigten die historische Aufführungspraxis von ihrer allerbesten Seite. Durchdachte Phrasierung und nuancierte Gestaltung des Tons trugen dazu bei, dass das Werk zu einem richtigen Ohrwurm werden konnte.
Es folgten dann die Sonate D-Dur von J.G.Müthel (1720-1790) und die Sonata Nr.6 a-Moll und das Capriccio Nr.11 "Lustig, lustig wollen wir leben" in G-Dur von J.J.Löwe v.Eisenach.
Den Abschluss bildete die Sonata a 3 d-Moll von Georg Philipp Telemann (1681-1767).
Hartmut Ledeboer (Flöten), Bettina Piwkowski (Barockvioline), Hans Koch (Viola da Gamba) und Michael Hantke (Cembalo) spielten virtuos und brillant. Die "Musici Lubicenses" wurden schließlich für ihre bravouröse Leistung mit sehr viel Beifall bedacht."

Lutz Gallinat

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