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Kultur Wissenschaft Ausbildung

Hannes Wader im Rahmen seiner "Herbsttournee 2009"

13. Oktober 2009 (HL-red.) Lutz Gallinat hat die Veranstaltung besucht und schreibt dazu: "Es war ein kulturelles Highlight. Am letzten Freitag gastierte der deutsche Liedermacher und Gitarrist Hannes Wader im Rahmen seiner "Herbsttournee 2009" im gut gefüllten Lübecker Kolosseum.
Einmal mehr wurde auch bei diesem Konzert Waders deutlich, dass er in der Tradition Georges Brassens steht. In pseudo-autobiografischen Strophenliedern wird der Outsider dargestellt, der Bohemien, dem es nicht gelingen will, sich seiner spießigen Umwelt anzupassen. Seine Lieder provozieren. Sie kümmern sich um keine Tabus. Was vom Kleinbürgertum verdrängt wird- Sex, Krankheit, Tod- Wader macht es geradezu lustvoll zu seinem Thema. Der Liedermacher, der vom Einfluss Pete Seegers geprägt ist, bot Wader auch hochkarätige Werke fremder Künstler mit englischen und französischen Abschnitten.
Auch der fast schon legendäre Titel "Heute hier, morgen dort" erklang bei dieser Soiree. Hannes Wader will "keine Wegwerf-Kultur" produzieren, sondern "Lieder aus Eiche". Seine Lieder klingen nicht mehr so wie damals, frei und leicht. Heute singt er um sein Leben.
Der Liedermacher wirkte bei der Interpretation seiner Werke möglichst einfach und ungekünstelt. Er vermied Pathos und Emphase und konzentrierte sich darauf, den Inhalt seiner Lieder verständlich zu machen. Auch wenn seine Texte oft metaphorischen, naturmagischen und esoterischen Charakter haben, bleiben sie einleuchtend und anschaulich.
Als Liedermacher in der Tradition der fahrenden Bänkelsänger klagt er an, kritisiert die Oberen wie den Law-and-Order-Politiker Wolfgang Schäuble - denn die Gedanken sind frei- und wettert mit bissiger Ironie gegen Krieg und Ungerechtigkeit. Kein anderer Sänger deutscher Zunge hat je Sentiment und zynischen Witz so in einer Brust vereint wie Hannes Wader. Kaum nachvollziehbar gespalten, aber immer glaubwürdig.
Sein einst so scharfer, sozialkritischer Blick richtete sich allerdings auch auf Vergangenes wie z.B. auf die Deutsche Revolution von 1848.
Am Ende stand die lapidare Erkenntnis: "...es gibt keinen Frieden für einen wie mich".
Der Liedermacher und Gitarrist erhielt schließlich lang anhaltenden Beifall und stehende Ovationen, für die er sich mit drei Zugaben bedankte. Er wartete dabei mit zauberhaften Klängen aus dem Bereich der plattdeutschen Volksmusik auf."

Lutz Gallinat

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