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Überraschend neues Herzinfarkt-Gen entdeckt

13. Oktober 2009 (HL-red.) UK S-H: Forscher auf der Spur von Todesursache Nr. 1: Überraschend entdeckten die Forscher am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UK S-H) ein neues Gen, das mitverantwortlich für die erblichen Ursachen des Herzinfarktes ist. Das bislang als unverdächtig eingestufte Chromosom 12 wurde bei einem Zusammenspiel unterschiedlichster Daten eines großen internationalen Projektes entlarvt, bei dem der genetische Einfluss auf Blutwerte untersucht wurde, wie beispielsweise die Größe der Blutzellen oder die Anzahl der Blutplättchen -die eben von diesem Chromosom 12 beeinflusst werden.

„Anhand solcher Blutwerte diagnostizieren wir routinemäßig
beispielsweise die Gerinnbarkeit des Blutes, Infektionen oder auch
Herzerkrankungen“, erklärt Frau Professor Dr. Jeanette Erdmann,
Leiterin des Molekulargenetischen Labors der Medizinischen Klinik II am
UK S-H, Campus Lübeck. „Wir beginnen langsam zu verstehen, was die
Ursache für die Entstehung so unterschiedlicher Krankheiten ist“.
Chromosom 12 beeinflusst die Anzahl der Blutplättchen, “jetzt wissen
wir, dass auch das Herzinfarktrisiko durch diesen Faktor beeinflusst
wird“, ergänzt Professor Dr. Heribert Schunkert, Direktor der
Medizinischen Klinik II am UK S-H, Campus Lübeck.

Mit ihrer Beteiligung an der internationalen Studie knüpfen die Kieler
und Lübecker Wissenschaftler jetzt nahtlos an ihre Erfolge der
vergangenen zwei Jahre an: Zehn von elf der bislang identifizierten
Herzinfarkt-Gene gehen auf das Konto der Schleswig-Holsteiner. Dieses
Wissen wird zukünftig in neue medikamentöse Therapien und zuvor in einer
verbesserten Risikobewertung für bislang noch nicht erkrankte Menschen
münden.

Jedes Jahr sterben in Europa rund 750.000 Menschen an einem
Herzinfarkt. Die zugrunde liegende Erkrankung der Herzkranzarterien und
der Herzinfarkt gehören damit in Deutschland zu den mit Abstand
häufigsten Todesursachen. Neben weithin bekannten Risikofaktoren wie
Alter, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus,
Zigarettenrauchen und Übergewicht spielen vererbbare Risikofaktoren eine
erhebliche Rolle bei der Entstehung der Erkrankung.

Publikation: Soranzo NS, Spector TD, Mangino M et al. (2009) A
genome-wide meta-analysis identifies 22 loci associated with eight
hematological parameters in the HaemGen consortium. Nature Genetics.

Quelle: Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

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