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DSD fördert Instandsetzung Kriegsgefangenenlager Sandbostel

Auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) findet jederzeit in Lübeck-Teatime ihr Forum. Erster Beitrag: "Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligt sich an der Instandsetzung des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Sandbostel."

Einen entsprechenden Fördervertrag der Stiftung über 40.000 Euro überbringt am 17. Oktober um 10.00 Uhr Hans Werner Heitmann, Ortskurator Bremervörde der Stiftung, an Karl-Heinz Buck von der Stiftung Lager Sandbostel.

Der Lagerkomplex des STALAG XB in Sandbostel wurde 1939/40 gemäß einem Musterlageplan des Heeres errichtet. Zunächst baute man 27 Baracken, um bereits ein Jahr später das Lager um den rückwärtigen Teil zu erweitern.

Die für zentrale Zwecke, wie etwa Küchennutzung, vorgesehenen Bauten wurden in massiver Bauweise errichtet. Die Unterkünfte dagegen bestanden aus vorgefertigten Holzelementen in Typenbauweise.

Bis 1945 diente das STALAG XB als Kriegsgefangenen- und Arbeitslager und gegen Ende des Krieges als KZ-Auffanglager. Nach der Befreiung durch britische Truppen am 29.04.1945 wurden Teile des aus etwa 150 Baracken bestehenden Lagers auf Grund von Seuchengefahr abgebrannt und die Reste bis 1948 als Internierungslager und bis 1952 als Justizlager genutzt. In der Zeit bis 1960 ergänzte man einige Baracken und nutzte das Gelände als Übergangslager für männliche Flüchtlinge aus der DDR. 1965 übernahm die Bundeswehr das Gelände, das nach dem Verkauf durch den Bund zu einem Gewerbegebiet umgewidmet wurde.

12 Baracken aus der Gründungszeit sind in ihrer Kubatur und Konstruktion noch erhalten. Umbauten und Veränderungen fanden im Wesentlichen im Inneren statt. Bis auf eine konnten alle Baracken durch Notsicherungen in einem sanierungsfähigen Zustand erhalten werden.

Trotz der uneinheitlichen Quellenlage kann man davon ausgehen, dass während der Nutzung als Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglager dort etwa 50.000 Menschen zu Tode kamen; sie starben an Hunger, Seuchen oder wurden ermordet. Etwa 1.000.000 Menschen aus 70 Nationen wurden 1939 bis 1945 aus 46 Nationen in Sandbostel interniert. Insgesamt waren dort zeitweise mehr als 10.000 Häftlinge aus dem KZ Neuengamme untergebracht, von denen etwa 2.400 innerhalb weniger Wochen starben.

Seit 1982 engagieren sich Privatleute für die Einrichtung einer Gedenkstätte auf diesem Gebiet. Der 1992 gegründete Verein 'Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel' ging 2004 in die 'Stiftung Lager Sandbostel' über und erwarb 2005 neun Baracken. Nun müssen gravierende witterungsbedingte Schäden an Dächern, Fassaden und innenliegenden Bauteilen beseitigt werden. Dabei hilft nun auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit 40.000 Euro.

Damit ist das Lager von Sandbostel eines von über 180 Förderprojekten, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz allein in Niedersachsen dank
privater Spenden und den Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, hat fördern können.

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