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HS-KulturK: Rezension zu Caroline Steiners "Mord im Inselsommer"

14. September 2009 (HL-red.) HS-Kulturkorrespondenz: Caroline Steiner: Mord im Inselsommer - Von Hort Schinzel: Die Mittvierzigerin Caroline Steiner ist Studienrätin, am Gymnasium Mölln tätig und lebt mit ihrer Familie in Ratzeburg. Vor einigen Jahren hat sie – noch unter einem Pseudonym – einen ersten Krimi herausgebracht, der an ihrem Wohnort spielte. Und weil der gute Aufnahme fand, folgte – diesmal unter dem richtigen Namen –ein zweiter Ratzeburg-Krimi. Aber was heißt hier Krimi? Diese Geschichte, in der die Autorin vergnügt vor sich in plaudert ohne Anspruch auf literarische Qualitäten zu erheben, ist vor allem eine köstliche Persiflage auf die Kleinstadt-Gesellschaft. Vor allem aber ein Abgesang. Zwar spielte die Geschichte um zwei Morde in der Inselstadt im Jetzt, aber die Gesellschaft, die hier vorgestellt wird, gibt schon seit einem halben Jahrhundert nicht mehr.
Auch in Ratzeburg redet ein Polizeibeamter schon seit fast vierzig Jahren eine unverheiratete Frau nicht mit „Fräulein“ an, stürmen keine kaufwütigen Kunden mehr das örtliche Kaufhaus zum Beginn des Sommerschlussverkaufs – der hat doch nie im Juni stattgefunden? – und auch dort badet wohl kaum einer mehr in einem der dortigen schönen Seen. Ja, und dass halbwüchsige Kinder nach dem Essen mit der Mutter zum gemeinsamen Baden und Picknicken fahren, gibt es gewiss leider dort auch nicht mehr. Das Fernsehen scheint – wenigstens im Haushalt unserer Autorin – noch gar nicht erfunden zu sein: Alle haben etwas Sinnvolles zu tun. Und wenn es nur das Golfspiel ist.



Aber diese Kleinstadtgesellschaft ist köstlich gezeichnet. An ihrer Spitze ein ehrgeiziger Arzt, der Bürgermeister werden möchte, ein schrulliger Tiefkühlkostvertreter, der sich als Seilsman (Sailsman) und Dichter sieht, Mütter, die der Ehrgeiz um eine glatte Schulkarriere ihrer Kinder schier auffrisst, der salbadernde Lokalredakteur der hier als „Lübecker Tageblatt“ bezeichneten Regionalzeitung . Mitten in dieser Gesellschaft zwei Beamte der Lübecker Mordkommission, die ohne die Hilfe einiger Damen dieser Gesellschaft natürlich die hier begangenen Verbrechen nie aufklären würden Schwer zu sagen, ob die gebürtige Lübeckerin Caroline Steiner da irgendwelche Vorbilder hat. .Immerhin – auch in Ratzeburg siegt die Gerechtigkeit.
Das bescheidene Honorar ihrer ersten Veröffentlichung hat die Mutter dreier Kinder und Dosenöffnerin von zwei Katzen der Ratzeburger Bürgerstiftung gespendet. Dabei hat sie verraten, dass sie diesem Buch in fünf Monaten geschrieben habe. Auch ihre im Vorjahr heraus gekommene zweite Veröffentlichung wird wohl nicht länger gebraucht haben. Wir möchten der Autorin raten, sich ruhig etwas mehr Zeit zu lassen. So würden sich Brüche und auch der eine oder andere Fehler –den leider das Lektorat übersehen hat – vermeiden lassen.



Cover ü/Verlag


Caroline Steiner, Morden im Inselsommer –Ratzeburg-Krimi, Oldenburg, 2008, Schardt-Verlag,
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