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Günter Machemehl: Erinnerung an einen Spätimpressionisten

13. September 2009 (HL-red.) HS-Kulturkorrespondenz: Günter Machemehl: Erinnerung an einen Spätimpressionisten - Von Horst Schinzel.
Eine Ausstellung in der Kreisbibliothek Eutin erinnert bis zum 2. Oktober an einen Künstler der Region, der erst nach seinem Tode die Beachtung gefunden hat, die ihm wohl schon zu Lebzeiten zukam: Günter Machemehl (1911-1970). Machemehl stammte aus dem pommerschen Schlawe, wo die heutigen polnischen Kulturverantwortlichen sich des bedeutenden Sohnes dieser Stadt gern und ausführlich erinnern. 1946 kam das Ehepaar Machemehl nach der Vertreibung nach Sierksdorf, wo der Künstler bis zu seinem Tode wirkte. Und wohin er ab 1951 Karl Schmidt-Rottloff zog und ihm großzügig sein eigenes Atelier zur Verfügung stellte.

Machemehl hatte nach dem Abitur in Berlin Kunstgeschichte und Philosophie studiert. Die Ehe mit einer Lehrerin erlaubte ihm ein Leben als freischaffender Künstler. Er hatte Kontakt zu Max Pechstein, Lyonel Feininger und eben Karl Schmidt-Rottloff. Bestimmend für sein Leben aber wurde die Freundschaft mit Hermann Hesse, mit er einen lebenslangen Briefwechsel pflege.
1937 wurde ihm im Rahmen der nationalsozialistischen Kulturpolitik ein Mal- und Ausstellungsverbot erteilt. Nach Kriegsbeginn wurde er eingezogen und geriet in russische Gefangenschaft. Er hatte das Glück, schon früh entlassen zu werden. 1946 wurde die Familie vertrieben und gelangte so nach Ostholstein. Hier nahm Machemehl sein Malen wieder auf. Bald setzte er sich mit der Landschaft an der holsteinischen Ostseeküste auseinander. Während die Ehefrau wieder eine Anstellung im Schuldienst fand, verzagte der Maler ob der hier fehlenden Anerkennung.
Viele Jahre hat er kein Bild geschaffen. Anfang der Sechziger Jahre wurden seine zur Jahresschau des Schleswig-Holsteinischen eingesandten Bilder sogar abgelehnt.
Erst eine Reise in die Alpen 1956 erneuerte seine Schaffenskraft .Mit neuen Techniken erschloss er sich die Bergwelt. Auch die Ergebnisse seiner Arbeit erweiterten sich bis zu Buchumschlägen und Postkarten. Als Machemehl am 3. Februar 1970 starb, hinterließ er ein Oeuvre von rund tausend Bildern. Mit denen veranstaltete seine Witwe eine umfangreiche Ausstellungstätigkeit bis hin nach Südtirol. Seit 2005 pflegen die Tochter Ingrid verheiratete Jenett und deren Mann Erwin dieses Erbens, das auch im heute polnischen Pommern inzwischen große Beachtung gefunden hat. Überdies hat Erwin Jenett 2007 den Briefwechsel mit Hermann Hesse veröffentlicht.
Die Bilder in der Eutiner Ausstellung – die während der Öffnungszeiten der Kreisbibliothek besichtigt werden kann – zeugen von einer großen Leuchtkraft der Farben und einer fantasievollen Auflösung der Formen. Sicher steht Günter Machemehl in seinen Ausdrucksmöglichkeiten durchaus gleichberechtigt neben den ganz Großen seiner Zeit. Diese Anerkennung zu finden, haben Zeitgeist und Lebensumstände verhindert
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