Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren. Klicken Sie hier für weitere Informationen.
Hier klicken, um diese Nachricht nicht mehr anzuzeigen.



Agentur für Arbeit Lübeck

Kultur Wissenschaft Ausbildung

Ausstellung im Grass-Haus: 50 Jahre Blechtrommel

11. September 2009 (HL-red.) "Die Blechtrommel" ist eines der erfolgreichsten Bücher der Welt. Die Nobelpreiskommission in Stockholm pries Günter Grass’ Debüt als "Wiedergeburt des deutschen Romans". In diesem Jahr feiert das Günter Grass-Haus in Lübeck das fünfzigjährige Jubiläum der »Blechtrommel« mit einer großen Sonderausstellung und einem hochinteressanten Begleitprogramm. Heute fand eine Pressevorbesichtigung der Ausstellung im Günter-Grass-Haus statt. Lübeck-TeaTime hat davon eine Bilderbogen zusammen gestellt, der einen ersten Eindruck vermitteln soll:









































Fotos © Reinhard Bartsch


Die Ausstellung "Ein Buch schreibt Geschichte. 50 Jahre »Die Blechtrommel«" wird am Sonntag im Theater Lübeck feierlich eröffnet. Sie ist vom 13. September 2009 bis 31. Januar 2010 im Günter Grass-Haus in der Glockengießerstraße zu sehen.

"Wir sind glücklich, diese Ausstellung zu einem der bedeutendsten Werke der Weltliteratur in Lübeck zeigen zu können", erklärt Prof. Dr. Hans Wißkirchen, Geschäftsführender Direktor der Lübecker Museen. "In dieser Ausführlichkeit ist der Roman noch in keiner Ausstellung gewürdigt worden", betont der Leiter des Hauses, Jörg-Philipp Thomsa. Und fügt hinzu: "Uns ist es gelungen, ein besonders hochkarätiges Begleitprogramm zu konzipieren. Wir beleuchten »Die Blechtrommel« also von den unterschiedlichsten Seiten".

"Zugegeben: ich bin Insasse einer Heil- und Pflegeanstalt..." Mit diesen Worten eröffnet Günter Grass 1959 sein episches Debütwerk »Die Blechtrommel«. Über Nacht wird der damals 32-Jährige berühmt und avanciert zu einem der renommiertesten Autoren der deutschen Nachkriegsliteratur. Fünfzig Jahre nach seinem Erscheinen hat der Roman nichts von seiner Sprachmacht und Originalität eingebüßt. Das Schicksal der Hauptfigur Oskar Matzerath, der wie sein Schöpfer in Danzig-Langfuhr aufwächst, als Dreijähriger willentlich sein Wachstum einstellt und gegen die Welt der Erwachsenen antrommelt, stößt auf weltweites Interesse: In mehr als vierzig Sprachen übersetzt und in über vier Millionen Exemplaren verbreitet, zählt "Die Blechtrommel" zu den erfolgreichsten deutschen Romanen.

Anlässlich des Jubiläums widmet das Günter Grass-Haus in Lübeck dem Werk eine eigene Ausstellung, die sämtliche Räume des Gebäudes einbezieht. Präsentiert werden wertvolle, zum Teil noch nie gezeigte Exponate aus eigenen Beständen, der Berliner Akademie der Künste, dem Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg und dem Filmmuseum Düsseldorf, die eine Annäherung an das Buch ermöglichen sollen. Die Schauplätze und Inspirationsorte des Romans - Paris, Danzig und Düsseldorf - bilden die wichtigsten Schwerpunkte der Schau.

Im Paris der 50er Jahre entsteht der größte Teil des Manuskripts. In der Ausstellung werden die Atmosphäre dieser Zeit und die Entstehungsgeschichte des Romans nachvollziehbar –von ersten thematisch verwandten Gedichten und Zeichnungen bis hin zu Arbeitsplänen und frühen Fassungen. Ein wichtiger Schauplatz der "Blechtrommel" ist der Mikrokosmos von Danzig. Der Romanheld erlebt hautnah, wie der Faschismus den Alltag des Kleinbürgertums durchdringt. In der Ausstellung werden Figuren und Motive des Werks vorgestellt und die zeithistorischen Hintergründe erläutert. Nach Kriegsende flüchtet Oskar Matzerath in das "biedermeierliche Babel" Düsseldorf. Ähnlich wie Grass, der seine Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf als Bildhauer beginnt, taucht Oskar in die dortige Künstlerszene ein und erlebt die Verdrängungsmechanismen der Nachkriegszeit. Grass’ Erfahrungen in der aufstrebenden Rheinmetropole werden in der Schau durch Arbeitsproben, Fotografien und Musikaufnahmen lebendig.

Ein Blick auf die Rezeption des Romans rundet die Ausstellung ab. Auch die mit einem "Oscar" prämierte Verfilmung aus dem Jahr 1979 wird dem Besucher zusammen mit bislang unbekannten Dokumenten aus dem Archiv des Regisseurs Volker Schlöndorff in einem eigenen Kabinett gezeigt.

Öffnungszeiten des Günter Grass-Hauses
Montag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr
Eintritt: sieben Euro, ermäßigt 3,50 Euro
Kinder unter 6 Jahren: Eintritt frei.


Quelle: die LÜBECKER MUSEEN


Impressum