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141.000 Besucher bei "Heimspiel – Deutschland entdecken"

28. August 2009 (HL/red.) Für das „Heimspiel – Deutschland entdecken“ begeisterten sich beim diesjährigen Schleswig-Holstein Musik Festival 141.000 Besucher. Damit kamen 3000 Zuhörer mehr als im bisherigen Rekordjahr 2008. Insgesamt waren von den rund 160.000 Plätzen 88% belegt.
Von den 152 Konzerten, fünf Musikfesten auf dem Lande und zwei Kindermusikfesten waren 81 Veranstaltungen ausverkauft – darunter Konzerte mit Anne-Sophie Mutter, Ludwig Güttler, Frank Peter Zimmermann, Sabine Meyer, Peter Schreier, Martha Argerich, Thomas Hengelbrock, Janine Jansen, Christian Zacharias, Lang Lang, Anne Sofie von Otter, Till Brönner, David Garrett, Annette Dasch, Max Raabe, mit den King’s Singers, den Berliner Philharmonikern, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem NDR Sinfonieorchester, der NDR Bigband, den Biermösl Blosn und den 17 Hippies. Ausverkauft waren auch Neue-Musik-Konzerte wie der Iannis Xenakis-Abend mit Martin Grubinger sowie Konzerte mit dem Komponisten und diesjährigen „Artist in Residence“ Jörg Widmann. Und auch Projekte, die im Rahmen des Deutschland-Länderschwerpunkts besondere inhaltliche Akzente setzten, fanden vor ausverkauften Rängen statt: unter anderem alle sechs Vorstellungen von Bachs „Johannespassion“ in der Inszenierung des amerikanischen Starregisseurs Robert Wilson sowie das Projekt „Selma – In Sehnsucht eingehüllt“ mit Popstars wie unter anderem Thomas D, Stefanie Kloß und Sarah Connor.

Festival-Intendant Prof. Rolf Beck: „Ich freue mich sehr darüber, dass der Länderschwerpunkt Deutschland sich als so erfolgreiches Heimspiel entpuppt hat. Besonders stolz sind mein Team und ich darauf, dass unser dramaturgisches Konzept aufgegangen ist und wir mit eigenen inhaltlichen Akzenten und Projekten zeigen konnten, wie vielfarbig, experimentierfreudig und weltoffen unser Heimatland ist. Die positive Resonanz und die ausgeprägte Entdeckerfreude unseres Publikums, das sich nicht nur für die großen Stars begeistert hat, sondern vor allem auch für ungewöhnliche Konzertformate, neue Musik und den talentierten Nachwuchs, machen mich und mein Team besonders glücklich.“

In insgesamt 80 Spielstätten an 49 Orten präsentierte das Schleswig-Holstein Musik Festival die Musiknation Deutschland in ihrer faszinierenden Vielschichtigkeit in ganz Schleswig-Holstein, Hamburg sowie Teilen von Niedersachsen und Dänemark. 9 neue Spielstätten waren in diesem Jahr mit dabei, unter anderem die Nordseehalle auf Helgoland, die ancora Marina in Neustadt, der Aldra-Marktplatz in Meldorf, die Aula der A. P. Møller Skolen, der Große Sendesaal des NDR in Hannover sowie das Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg.

Erstmals in der Geschichte des SHMF arbeiteten alle drei pädagogischen Institutionen des SHMF szenisch zusammen: Gemeinsam mit der Chor- und Orchesterakademie sowie den Meisterkursen realisierten Starregisseur Robert Wilson und Rolf Beck die Inszenierung von Bachs „Johannespassion“ (Kooperation mit der Oper Kiel). Unter der Leitung von Thomas Hengelbrock erarbeiteten die jungen Musiker aller drei pädagogischen Bereiche außerdem das Requiem d-Moll von Mozart.

An der diesjährigen Orchesterakademie des SHMF nahmen 154 Musiker im Alter von 17 bis 27 Jahren aus 25 Nationen teil. Ausgewählt aus 1340 Bewerbern bei Probespielen rund um den Globus, bildeten sie vom 11. Juli bis zum 30. August das Schleswig-Holstein Festival Orchester (SHFO). Das Programm des Festivalorchesters bestand vorwiegend aus der Literatur der großen deutschen Komponisten. Unter der Leitung von Christoph Eschenbach studierte das SHFO Brahms‘ Sinfonie Nr. 2 sowie das Doppelkonzert a-Moll (gemeinsam mit den Solisten Anne-Sophie Mutter und Leonard Elschenbroich), Beethovens Sinfonie Nr. 7, Mahlers Sinfonie Nr. 1 „Titan“ sowie das 3. Klavierkonzert von Prokofieff (mit dem Solisten Lang Lang) ein. Thomas Hengelbrock erarbeitete gemeinsam mit der Chorakademie des Schleswig-Holstein Musik Festivals Mozarts Requiem sowie die Kammersinfonie c-Moll op. 110a von Schostakowitsch. Christian Zacharias probte Schumanns 1. Sinfonie sowie Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 und Webers Ouvertüre zur Oper „Oberon“. Lawrence Foster studierte neben Schumanns Cellokonzert a-Moll (mit dem Solisten Daniel Müller-Schott) und R. Strauss‘ „Ein Heldenleben“ mit „Verwandlung 3“ auch ein Werk des bedeutenden zeitgenössischen Komponisten Wolfgang Rihm ein. Christoph von Dohnányi schließlich widmete sich gemeinsam mit dem SHFO Schumanns 2. Sinfonie und R. Strauss‘ Konzert für Horn und Orchester Nr. 2 (mit der Solistin Marie Luise Neunecker). Die Kammerorchesterphase fand in diesem Sommer unter der Leitung des Geigers Frank Peter Zimmermann statt. Workshops gaben Trompeter Reinhold Friedrich sowie der gefeierte Perkussionist Martin Grubinger. Gastspiele fanden in Berlin, Dresden und auf Usedom statt.

Die Chorakademie 2009 führte mehr als 80 junge Sängerinnen und Sänger aus 12 Nationen im Alter von 19 bis 30 Jahren zum Schleswig-Holstein Festival Chor (SHFC) zusammen. Nach den ersten Phasen mit Rolf Beck (Bachs „Johannespassion“) und Thomas Hengelbrock (Mozarts „Requiem“), studierte der SHFC unter der Leitung von Cornelius Trantow ein vielseitiges Chormusik-Programm mit Werken von Mendelssohn, Distler, Rheinberger, Schönberg u.a. ein. Im Anschluss erarbeitete Rolf Beck Mendelssohns Oratorium „Elias“, gefolgt von einem anspruchsvollen A-cappella-Programm mit Kantaten und Motetten von Bach und Mendelssohn, das Peter Schreier einstudierte.


Die Arbeit der Chor- und Orchesterakademie des Schleswig-Holstein Musik Festivals wird seit diesem Jahr durch eine eigene CD-Reihe dokumentiert, die bei hänssler CLASSIC erscheint. Zwei CDs sind bislang veröffentlicht: Händels prachtvolles Chorwerk „Alexander’s Feast“ HWV 75 mit dem Schleswig-Holstein Festival Chor und Orchester unter der Leitung von Rolf Beck sowie eine Aufnahme von Brahms‘ 4. Sinfonie und dessen Haydn-Variationen mit dem Schleswig-Holstein Festival Orchester unter der Leitung von Christoph Eschenbach.

An den diesjährigen neun Meisterkursen in der Musikhochschule Lübeck nahmen rund 200 Teilnehmer aus 30 Nationen teil. Auch in diesem Jahr waren die Meisterkurse wieder hochkarätig besetzt. Getreu dem Länderschwerpunkt Deutschland gaben in diesem Jahr besonders Künstlerpersönlichkeiten aus Deutschland den jungen Musikerinnen und Musikern Spiel- und Singtipps aus erster Hand – darunter Klavierpädagoge Karl-Heinz Kämmerling, Cellist Gustav Rivinius, Hornistin Marie Luise Neunecker, Klarinettist Jörg Widmann, Oboist Albrecht Mayer, Fagottist Klaus Thunemann, Sängerin Sylvia Greenberg, der ehemalige Primarius des Alban Berg Quartetts, Günter Pichler sowie die King’s Singers. Der legendäre Pianist Alfred Brendel war außerdem in einem Workshop zum Thema „Licht- und Schattenseiten der Interpretation“ zu erleben.

Im Rahmen des SHMF wurden insgesamt vier Preise vergeben, um junge Musiker und Komponisten auf ihrem Weg zu einer internationalen Karriere zu unterstützen. Der Paul Hindemith-Preis – mit € 20.000,- einer der höchst dotierten Komponistenpreise – ging an den österreichischen Komponisten Johannes Maria Staud. Den von der Sparkassen-Finanzgruppe gestifteten Leonard Bernstein Award in Höhe von € 10.000,- erhielt der Cellist Leonard Elschenbroich. Zum dritten Mal wurde im Rahmen des SHMF der Förderpreis der Walter und Charlotte Hamel Stiftung für herausragende sängerische Leistungen verliehen. Dieser Preis in Höhe von € 10.000,- ging an den deutschen Tenor Benjamin Bruns. Im Rahmen eines Wettbewerbkonzerts beim „Musikfest auf dem Lande“ in Emkendorf erspielte sich das Schlagzeug-Duo Daniel Higler/Raphael Löffler den mit € 5.000,- dotierten Förderpreis der Sparkassen-Finanzgruppe.

Den gewichtigen Schlussakkord der sieben Festivalwochen lassen bei den beiden Abschlusskonzerten am 29. und 30. August das NDR Sinfonieorchester und der Klarinettist und Komponist Jörg Widmann unter der Leitung von Christoph Eschenbach im Kieler Schloss erklingen. Das 24. Schleswig-Holstein Musik Festival geht musikalisch mit Mozarts Klarinettenkonzert, Brahms‘ Klavierquartett g-Moll op. 25 in der Orchesterfassung von Arnold Schönberg sowie „Armonica“ von Jörg Widmann zu Ende. Das Konzert am Sonntag, 30. August wird ab 20.15 Uhr live vom ZDF auf 3sat und von NDR Kultur übertragen.

Die Beteiligung der Klangkörper des Medienpartners NDR trug auch in diesem Jahr wesentlich zum Erfolg des Festivals bei. Mit seiner umfassenden Berichterstattung hat der NDR die enthusiastische Festivalstimmung über den Konzertabend hinaus im ganzen Land verbreitet. Insgesamt 11 Konzerte wurden vom NDR Sinfonieorchester, der NDR Radiophilharmonie und der NDR Bigband mitgestaltet. Außerdem wurden rund 30 Konzerte von NDR Kultur aufgezeichnet und übertragen sowie das Eröffnungs- und Abschlusskonzert auf 3sat ausgestrahlt. Dadurch konnten zahlreiche Zuschauer und Hörer in der ganzen Bundesrepublik von Zuhause aus das SHMF miterleben. Während des Festivalsommers informierte das NDR Fernsehen besonders in „Schleswig-Holstein 18.00“ und im „Schleswig-Holstein Magazin“ über das SHMF. Zudem gab es eine regelmäßige Berichterstattung in den Rundfunkprogrammen von NDR Kultur, NDR Info sowie auf NDR 1 Welle Nord.

Das Engagement der Wirtschaft ist weiterhin erfreulich stabil und verfügt über eine breite Basis in Schleswig-Holstein und Hamburg: Über 130 Unternehmen tragen einen wesentlichen Teil zur Finanzierung bei und schaffen damit eine wichtige Voraussetzung für eine erneut erfolgreiche Programmplanung. Stellvertretend für alle Sponsoren gebührt den langjährigen Hauptsponsoren sowie dem Medienpartner NDR ein besonderer Dank. Als Hauptsponsoren leisteten die Sparkassen-Finanzgruppe (Sparkassen in Schleswig-Holstein, HSH Nordbank AG, LBS Bausparkasse und Provinzial Versicherungen), die AUDI AG, NordwestLotto Schleswig-Holstein, die E.ON Hanse AG sowie der Medienpartner NDR auch 2009 den finanziell bedeutendsten Beitrag. Mit dem zusätzlichen Engagement des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes hat die Sparkassen-Finanzgruppe ihren Beitrag in diesem Jahr erheblich ausgeweitet und trug als Presentingsponsor des Länderschwerpunktes Deutschland sowie Partner der Konzertreihe „Meisterschüler – Meister“ zur Vielseitigkeit des „Heimspiels“ bei.

Den etwa 70 Konzertsponsoren und den mehr als 50 Mitgliedern der Unternehmerinitiative Wirtschaft und Musik dankt das SHMF für ihre erheblichen finanziellen Beiträge. Das Engagement der Sponsoren ermöglichte eine große Zahl wichtiger Vorhaben wie die Gastspiele bedeutender deutscher Sinfonieorchester. Während das Konzert der Berliner Philharmoniker durch die PPI Aktiengesellschaft gefördert wurde, unterstützte KPMG den Konzertabend der Münchner Philharmoniker. Die IBM Niederlassung Hamburg und die Hamburger Feuerkasse engagierten sich für das Gastspiel der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Die Ferring Arzneimittel GmbH sorgte erneut dafür, dass auch im Sommer 2009 wieder vier Konzerte auf Föhr stattfinden konnten.

Die unverzichtbaren musikpädagogischen Aktivitäten des SHMF werden von der Possehl-Stiftung (Meisterkurse, Chorakademie) und der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius (Meisterkurse) sowie von der Familie Prof. Klaus Murmann (Orchester­- und Chorakademie) mit großzügigen Zuwendungen bedacht. Sein mäzenatisches Engagement für das Schleswig-Holstein Musik Festival führt auch der Unternehmer Günther Fielmann fort. Erstmals engagiert sich die NORDMETALL-Stiftung als Partner der Orchesterakademie.

Ausblick auf das 25. Schleswig-Holstein Musik Festival 2010: In seinem Jubiläumsjahr widmet sich das Schleswig-Holstein Musik Festival dem Länderschwerpunkt Polen. „Polen ist eine Musiknation, die unglaublich reizvolle Perspektiven bietet – das ‚Chopin-Jahr‘ ist nur ein Stichwort in diesem Zusammenhang“, erklärt Festival-Intendant Prof. Rolf Beck. „Freuen Sie sich darauf, im kommenden Jahr den Reichtum an Musik und Kultur, der in unserem Nachbarland beheimatet ist, mit uns gemeinsam zu entdecken.“

Quelle: SHMF

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