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HS-Kulturkorrespondenz - Emmanuel Geibel als Lustspielschmied

08. August 2009 (HL/red.) HS-Kulturkorrespondenz -Emmanuel Geibel als Lustspielschmied - Von Horst Schinzel: Michael P. Schulz, Prinzipal des Lübecker Theatersommers, engagiert sich nicht erst seit 2008 als dem 125. Todesjahr des Lübecker „Hausdichters“ Emanuel Geibel (1815 – 1884) dafür, dessen Gedächtnis wach zu halten. Mit begrenztem Erfolg: Die Vaterstadt ist nicht nur aus finanziellem Gründen wenig geneigt, hierfür Kräfte aufzuwenden. Die Zeit ist halt über diesen verdienstvollen Dichter hinweg gegangen. Selbst Gebildete wissen kaum noch, dass etwa das Volkslied „Der Mai ist gekommen“ aus seiner Feder stammte.

Und auch dessen 1846 – ursprünglich unter dem Titel „Seelenwanderung“ - entstandenes Lustspiel „Meister Andrea“ ist längst von den Spielplänen deutschsprachiger Bühnen verschwunden. Dies, obwohl es Zeitgenossen zum Besten zählten, was in dieser Gattung bis dahin geschrieben worden war. Und das ist nach dem bis heute geltenden Urteil der Deutschlehrer in den Oberklassen der Gymnasien nicht eben viel. Der nicht minder vergessene Komponist Felix Weingartner (1863 – 1942) hat dieses Lustspiel 1918 zur Vorlage für eine 1920 uraufgeführte und danach kaum mehr gespielte Oper – der geneigte Leser hat richtig gelesen – genommen.
Eben dieses inhaltlich wie musikalisch kaum sehr gewichtige Werk bringt Michael P. Schulz in diesem Sommer als „Sommeroperette“ auf die Bretter des Volkstheaters Geisler. Vor einem aufwändigen Bühnenprospekt mit der Ansicht Florenz’ – vom Prinzipal selbst entworfen – läuft in 140 Minuten ein personenreiches Geschehen ab- leider nur am Klavier von Inessa Tcherepanov begleitetet.

Im Florenz der Renaissance- die Vorlage lieferte eine lokale Novelle - geht ein dicklicher Tischler in seiner Liebhaberei des Schnitzens auf. So sehr, dass er eine Einladung seiner Freunde zum Abendessen vergisst. Die rächen sich und inszenieren ein Spiel, bei dem sie andere Rollen annehmen. Andrea wird aus seinem Haus ausgesperrt. Das Ganze ist im Ersten Akt ein Possenspiel im Stil der Commedia del’Arte und gewinnt erst im Zweiten Teil musikalisch und inhaltlich an Gewicht.

Dann gibt es auch einige sehr schöne Melodien, wobei der Regisseur sogar einen eigenen Anteil hat:
Er hat der Zofe Silvia (Mona Herms) ein Dante-Sonett als Canzone in die Kehle komponiert.
Auf der kleinen Bühne agiert das bewährte Personal der Lübecker Sommeroperette wie Felix Müller, Tomacz Mysliwiec, Jens-Uwe Mürner, Marcel Konrad, Sonja Pitsker und Mona Hermes, aber auch etliche neue Gesichter beleben diesen Abend.
Und der ist eben vor allem vom Bemühen geprägt – Bemühen um ein Stück und um Musik, über die eben die Zeit durchaus zu Recht hinweg gegangen. Es bleibt ein reizvolles literarisch-musikslisches Experiment, das wohl ein einmaliges Ereignis bleiben wird Immerhin: Den Zuschauern hat es gefallen….




Foto (Sommeroperette)


Weitere Aufführungen
11.,13., 15., 19. und 21. August, jeweils 20 Uhr, im Volkstheater Geisler
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