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Kultur Wissenschaft Ausbildung

Tipp: Ausstellung „Der Riss“ – DeCollagen 1980 – 2004

15. November 2008. Vollständig heißt der Titel der im Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk seit Anfang des Monats eröffneten Ausstellung unter dem Eindruck der Ästhetik des Hässlichen „Der Riss“ – DeCollagen 1980 – 2004
Plakatabrisse aus aller Welt - Fotografien und Texte von Jürgen Haese. Ein langer Titel, zu dem die Dauer der Ausstellung passt: Geöffnet bis 8. Februar 2009!

In unserer perfekt gestylten Welt, in der das Design das Bewusstsein bestimmt, widmet sich die Ausstellung der „Ästhetik des Hässlichen“. Gezeigt werden Decollagen, Plakatabrisse, die der Autor und Fotograf Dr. Jürgen Haese in fast 25 Jahren in vielen Teilen der Welt fotografierte. Aus dem Material, an dem sonst fast jeder achtlos vorüber geht, fotografierte Jürgen Haese Ausschnitte von zum Teil hohem ästhetischen Reiz und von gesellschaftskritischer Relevanz.
Vor diesen verwitterten Plakatwänden verfestigte sich sein Bild von der nur vorübergehenden, flüchtigen Bedeutung kultureller, politischer und kommerzieller Botschaften, die alle verblassen wie die schreienden Farben und schließlich verschwinden, wie das Papier, auf dem sie gedruckt sind.

Für Dr. Jürgen Haese sind diese Fotos auch ein Mittel, neue, unverbrauchte Bilderwelten zu entdecken: „Vielleicht können meine Fundstücke helfen, den Blick für das Ungewöhnliche zu schärfen, Lust zu machen, in den Straßen, in Landschaften oder Räumen eigene Bilder zu komponieren. Wer darauf achtet, wird in der unendlichen Vielzahl von Formen, Farben und deren mannigfachen Überschneidungen und Unschärfen, die das Auge uns anbietet, optische Momente von großer Faszination erleben, die oft nur Bruchteile von Sekunden auftauchen und bei der kleinsten Bewegung wieder verschwinden.“

Man betrachtet diese Fotos mit einer gewissen Neugier, ob es nicht doch gelingt, den geheimnisvollen Rest der nur noch fragmentarisch erhaltenen Botschaften zu entschlüsseln. Doch das Konglomerat aus zufällig zusammen gefügten Materialien, Zeichen, Zahlen, Farben, Bild- und Textteilen lässt sich nicht enträtseln. Ergänzt werden die Fotos durch kurze Texte – meist Zitate – die dem Betrachter bei der Dechiffrierung helfen können.





Zur Ausstellung ist ein Buch erschienen, das die Fotos zeigt und in ergänzenden Texten kommentiert. Es ist zum Preis von 16.50 Euro im Industriemuseum zu erwerben. Auch Großabzüge und Postkarten von einzelnen Motiven der Ausstellung werden zum Kauf angeboten.

Das Museum ist freitags von 14.00 bis 17.00 Uhr, samstags und sonntags von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 2,50 €, ermäßigt 1,00 €. Gruppen und Schulklassen können auch für Termine außerhalb der Öffnungszeiten eine Führung durch die Ausstellung buchen (Tel. 0451/301142).

Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk Kokerstraße 1 – 3
23569 Lübeck




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