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DSD: Jüdischer Friedhof nach Restaurierung wieder übergeben

15. November 2008: Am 18. November 2008 kann nach mehrjährigen Restaurierungsarbeiten der Jüdische Friedhof von Emden wieder der Öffentlichkeit übergeben werden. Oberbürgermeister Alwin Brinkmann und Michael Fürst vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen sprechen dazu um 10.30 Uhr auf dem Friedhof in der Bollwerkstraße. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die die Arbeiten seit 2002 unterstützte, wird von Folker von Hagen vom Ortskuratorium Oldenburg vertreten.

Der jüdische Friedhof von Emden liegt innerhalb des Stadtgebiets in unmittelbarer Nähe der Altstadt, innerhalb der ehemaligen befestigten Stadtmauer. Die Grabfelder säumen ein großflächig bewaldetes Grundstück zwischen Bollwerkstraße und einem nordseitigen Stadtkanal, und dokumentieren eindrucksvoll die ehemals große jüdische Gemeinde der Stadt Emden. Er wurde im 18. Jahrhundert mit einer Fläche von 4.863 m²
angelegt. Heute zählt er noch 798 Grabsteine, die eine Nutzung von 1703-1963 bezeugen.

Die ältesten erhaltenen Grabsteine weisen in die Jahre 1706 bis 1708. Die bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts üblichen Inschriften in hebräisch sind noch häufig anzutreffen, danach erscheinen die Inschriften sowohl in hebräisch als auch in deutsch. Zwischen 1933 bis 1941 wurde auch die jüdische Gemeinde in Emden systematisch zerstört, die Menschen vertrieben und annähernd 500 von ihnen ermordet.

Nach jahrelanger Vernachlässigung musste der Friedhof trotz heftiger Proteste der Bevölkerung wegen Baufälligkeit einzelner Grabstätten geschlossen werden. Bürger, die Angehörige auf dem Friedhof haben, durften nicht durch umfallende Grabsteine gefährdet werden Entsprechend erfolgte die Instandsetzung nach Alter und Nutzung. Nach ersten Instandsetzungsmaßnahmen ist der Jüdisch Friedhof wieder als Gedenkstätte öffentlich zugänglich.

Vandalismus, wie auf anderen Friedhöfen an der Tagesordnung, trat in Emden nur in geringem Maße auf. Die überwiegenden Schäden entstanden durch mangelhafte oder unterlassene Instandhaltung. Damit die historischen Grabsteine der Öffentlichkeit als Kulturdenkmal und als Mahnmal erhalten bleiben, war eine systematische Sicherung und Grundinstandsetzung erforderlich.

Viele der Steine waren umgestürzt, wurden teilweise im benachbarten Kanal geborgen, zusammengefügt, Risse geschlossen, behutsam - sofern die Abführung des Oberflächenwassers dies erforderte - ergänzt, Schriftplattenfragmente zusammengefügt und die Aufstellung nach vorgegebenem Lageplan vorgenommen. Nach Beendigung der mechanischen Behandlungen erhielten die Stelen eine Hydrophobierung und eine Oberflächenbehandlung.

Der jüdische Friedhof von Emden ist eines von über 180 Förderprojekten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz allein in Niedersachsen, die sie
dank privater Spenden und aus Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, bisher unterstützen konnte. Aus den Erträgnissen der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, werden bundesweit gemeinnützige Projekte aus den Bereichen Wohlfahrt, Sport und Denkmalpflege jährlich mit rund 50 Millionen Euro gefördert.

Quelle: DSD

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