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HS-Kulturkorrespondenz: Kein digitaler Rundfunk in Deutschland

17. Juli 2009 (HL/red.) HS-Kulturkorrespondenz: Kein digitaler Rundfunk in Deutschland - Von Horst Schinzel: Während das Fernsehen wohl inzwischen überall in Deutschland digital ausgestrahlt wird, geht es beim Rundfunkempfang noch immer zu, wie zu Zeiten des guten alten Röhrenradios. Viel zu viele Sender teilen sich viel zu wenige Ultrakurzwellen. Mittel- und Langwelle spielen für den normalen Rundfunkempfang schon lange keine Rolle mehr. Um dem Wellenmangel abzuhelfen, sind unlängst jene Bereiche, die bislang für den Nahempfang von Theateraufführungen über Headsets vorgesehen waren, freigegeben worden.

Die Theater sind nicht glücklich, und die Rundfunksender nicht zufrieden. Das Zauberwort hieß bislang „DAB“ – Digitaler Rundfunkempfang. Hieß, denn daraus wird vorerst nichts. .
Die für die Festssetzung und Verteilung der Rundfunkgebühren zuständige Kommission KEF hat es abgelehnt, die für die Fortführung des Projekts Digitaler Rundfunk erforderlichen Mittel freizugeben. Sie hält das Projekt für aussichtslos, zumal die Privatsender sich daran nicht beteiligen wollen. Unter diesen Umständen sei es nicht wirtschaftlich Die Mittel sollen für andere Initiativen verwendet werden. Der Beschluss ist einstimmig ergangen. Die deutschen Rundfunkanstalten reagierten ausgesprochen verschnupft. Der Intendant des DeutschlandRadio ließ eine ausführliche – sehr erbitterte – Stellungnahme versenden. Die Fachmedien reagierten mit Unverständnis. Vorgesehen waren für die Jahre 2010 bis 2012 insgesamt 42 Millionen Euro, von denen etwas mehr als ein Drittel an die nationale Rundfunkanstalt DeutschlandRadio gehen sollten.

Hintergrund dieses Beschlusses ist die Vorstellung, dass die analoge Verbreitung von Rundfunksendungen auslaufen soll. Ab wann das möglich sein soll, ist allerdings bislang völlig unklar. Insbesondere der bislang noch wichtige Empfang von Rundfunksendungen auf UKW wäre davon betroffen. Die Medienstaatsverträge und auch die Mediengesetze der Länder schweigen sich dazu bislang aus. Und auch die Industrie hat nicht viel
Erhellendes beigetragen. Bei der ARD geht man davon aus, dass der analoge Empfang erst auslaufen könnte, wenn mindestens neunzig Prozent der Rundfunkhörer den Digitalen Empfang nutzen. Das könnte 2020 der
Fall sein, meint man dazu beim DeutschlandRAdio Die Privatsender halten das Ganze für völlig unausgereift und sind grundsätzlich dagegen. Deshalb ist es auch deren Verband. .
Auffallend ist, dass in fast allen Nachbarländern Deutschlands Digitales Radio schon zu empfangen ist. Die Initiative Marketing Digital Radio fürchtet unter diesen Umständen, dass Deutschland zu einer terretischen Insel wird. Auf jeden Fall wird hier auch künftig Frequenzmangel herrschen.
Gefragt ist die Politik, sind die Landesmedienanstalten. Angesichts der europäischen Entwicklung ist es schwer vorstellbar, dass es in Deutschland keine digitale Verbreitung des Rundfunks geben wird. An den Geräten und der Technik liegt es nicht, wie die Nachbarlände zeigen. Die größte Problematik ist wohl, dass die Verbraucher völlig neue Geräte anschaffen müssten. Beim Fernsehen taten es Zusatzgeräte, und die derzeit laufende technische Revolution mit Flachbildschirmen und neuer Ausstrahlungstechnik hat ein Übriges getan. Aber ein solcher Schub ist beim Rundfunkempfang nicht zu erwarten.

















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