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L. Gallinat: Faszinierend - "Die Schöpfung" in St. Lorenz

15. Juli 2009 (HL/red.) Lutz Gallinat (Foto RB) zu einer, auch ihn bewegenden Aufführung: "Es war ein faszinierendes und feierliches Ereignis. Am letzten Samstag wurde in der reichlich gefüllten St.-Lorenz-Kirche zu Lübeck das Oratorium für Soli, Chor und Orchester "Die Schöpfung" von Joseph Haydn geboten. Haydn konnte sich als Chorkomponist erst dort finden, wo er sein Naturgefühl und seinen naturhaften Gottglauben zugleich in Töne zu bannen vermochte. Ebenso wird es verständlich, dass seine "Schöpfung" sogleich mit Begeisterung aufgenommen und dann mehr als ein Jahrhundert mit kaum nachlassender Bewunderung angehört wurde.

Haydns großartiges Werk steht an der Schwelle des "naturwisssenschaftlichen Jahrhunderts"- es wurde 1799 zum ersten Male aufgeführt. Aus dem 18.Jahrhundert nimmt es noch den verstandesmäßig beeinflussten Gottesglauben und die "schöne Empfindung" in sich auf, dem 19.Jahrhundert ist es verwandt durch Naturbeobachtung und Naturnähe.
Musikalisches Vorbild waren die großen Oratorien Händels, die Haydn in England selbt durch vorzügliche Aufführungen kennengelernt hatte. An manchen Chören lässt sich Händels Gestaltungsart ablesen. Aber Haydn war, als er mit 65 Jahren die "Schöpfung" schrieb, als Tondichter und Mensch längst eine geschlossene Persönlichkeit, sodass sich in keinem Takte dieser Musik eine unselbständige Händelnachahmung findet. Zum anderen war Haydn im Gegensatz zu dem deutsch-englischen Großmeister in erster Linie Sinfoniker. Erprobte Grundsätze sinfonischen Gestaltens haben denn auch die "Schöpfung" so wesentlich beeinflusst, dass ihre Musik schon deshalb andere Züge tragen muss als die der Händelschen Oratorien. Freilich, in der volkstümlichen Sprache, in dieser wunderbar edlen Schlichtheit, in dem beispielhaften Für-das-Volk-Schaffen und Schaffen-Können treffen sich die beiden Großen erneut. Und es wirkt wie ein tiefes Sinnbild, dass Haydn in der "Schöpfung" einen Text vertont hat, der ursprünglich für Händel bestimmt gewesen sein soll, nach Milton von Lindley, deutsch von Haydns Freund van Swieten.
Das Oratorium ist übersichtlich gebaut. In zwei Teilen wird die Schöpfungsgeschichte geschildert, im dritten das Leben im Paradies. "Erzähler" sind die Erzengel Gabriel (opran), Uriel (Tenor) und Raphael (Bass). Stimmungen und Betrachtungen werden durch Arien und Chöre wiedergegeben, und zwar in einem Wechselspiel und einer Verflechtung, die über Händel hinausgehen. Im Text sind teilweise Bibelworte verwendet.
Der Reinfelder Kammerchor, Mitglieder des "Arion" und das Orchester Camerata Hamburg unter der sicheren und einfühlsamen Leitung Detlev Andresens boten bei diesem musikalisch so aufregenden Oratorium eine Vielzahl von damals völlig neuen Klangmischungen und Tonmalereien. Martina Doering präsentierte einen hellen, klaren Sopran, Patricio Arroyo einen farbigen und sangbaren Tenor und Martin Vögerl einen kraftvollen, grundierten Bass.

Alle Akteure wurden schließlich mit sehr viel Beifall bedacht."

© Lutz Gallinat


















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