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Rolf-Peter Carl: Vorhang auf – Theater in Schleswig-Holstein

14. Juli 2009 (HL/red.) HS-Kulturkorrespondenz: Rolf-Peter Carl: Vorhang auf – Theater in Schleswig-Holstein - Von Horst Schinzel: Schleswig-Holstein hat eine überaus lebendige Theaterlandschaft. Zwar gibt es hier kein Staatstheater wie in anderen Bundesländern, aber die von der Landesregierung mit erheblichen Mitteln unterstützen Stadttheater in Lübeck und Kiel und das Schleswig-Holsteinische Landestheater mit Spielstätten in Flensburg, Rendsburg und Schleswig sind ein Fundament, das von zahlreichen „freien“ Bühnen ergänzt wird.

Derer gib es in Lübeck
Mindestens sechs, in Kiel zwei. Hinzu kommen die Niederdeutschen Bühnen in Flensburg,
Kiel – die hat sogar ein eigenes Haus -, Lübeck und Neumünster. Nicht zu vergessen die zahlreichen Festspiele wie die Sommeroper in Eutin, die Sommer-Operette in Lübeck, die
Karl-May-Spiele in Bad Segeberg und die Figurentheater-Festivals in Husum, Kappeln und Preetz.
Der frühere Leiter der Kulturabteilung im Schleswig-Holsteinischen Kultusministerium Dr.
Rolf-Peter Carl (67) hat in seinen vielen Dienstjahren an dieser wichtigen Stelle einen
vortrefflichen Überblick über die Theaterlandschaft Schleswig-Holsteins gewonnen. In seiner Monografie geht es ihm allerdings weniger um das Hier und Heute, als um die bunte Geschichte des Theaters in unserem Lande.
Nicht nur, das viele berühmt gewordene Schauspieler, Sänger und Dirigenten hier ihre
Karriere begonnen haben. An der Entwicklung des deutschen Theaters hat das Land
Einen gewichtigen Anteil gehabt. Dafür waren die Höfe in Eutin und Schleswig ebenso wesentlich wie die Nähe zu Hamburg. Theatertruppen, die hier schon waren, zogen auch noch weiter nach Norden. In der reichen Hansestadt Lübeck und in Kiel zumindest zur Zeit des „Umschlag“ ließ sich immer Geld verdienen.
Und so finden wir denn die Truppe Neuberin hier ebenso wie alle ihre Nachfahren. Seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert hat das Land die ganze Entwicklung des deutschen Theaterwesens gesehen. Und in Flensburg, Kiel, Lübeck und Rendsburg entstanden schon früh feste Häuser – wobei es wohl deutschlandweit einmalig ist, dass an der Trave seit 260 Jahren Theater nur in der Beckergrube gespielt worden ist.
Allerdings hatten es auch in den größeren Städten die Theater bis in die Zeit nach dem
Ersten Weltkrieg schwer. Solang wurden sie von Pächtern betrieben, die eine ungeheure
Zahl von Stücken in jeder Spielzeit auf die Bühnen ihrer Häuser brachten – nur kurz geprobt und schnell wieder abgesetzt. Noch in der Zwischenkriegszeit konnte selbst das
Kieler Theater vom heimischen Publikum nicht leben und gastierte unter anderem in Eutin und Plön. Die Bühnen in Flensburg, Rendsburg und Schleswig betrieben – und betreiben bis heute- ihr Gewerbe immer im Umherziehen.
Rolf-Peter Carl, Vorhang auf, Theater in Schleswig-Holstein, Heide, 2008, Boyens
Buchverlag.
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