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Kein Schatten über dem Schleswig-Holstein Musik Festival?

13. Juli 2009 (HL/red.) HS-Kulturkorrespondenz: Kein Schatten über dem Schleswig-Holstein Musik Festival? Von Klaus Mittelstädt und Horst Schinzel: Über der Eröffnung des Schleswig-Holstein Musikfestival – traditionell durch das NDr-Sinfonieorchester und diesmal überdies mit dem NDR-Chor – schwebte dieses Jahr die Drohung finanzieller Zwänge. Irgendwie war im Vorfeld das Gerücht aufgetaucht, der Landeszuschuss von 1,5 Millionen Euro könnte dem Zwang zum Sparen geopfert werden. Intendant Rolf Beck hatte in mehreren Interviews betont, dass er auf die Zusage des Landes zu diesem Zuschuss auch für 2ß10 und kommende Jahre baue. Nachdem Ministerpräsident Peter-Harry Carstensen bereits am Nachmittag bei einem Empfang auf Schloss Plön sich zum Festival und seiner Bedeutung für den Kultursommer in Schleswig-Holstein bekannt hatte, wiederholte er dieses Bekenntnis bei seiner Eröffnungsansprache. Zwar müssten alle freiwilligen Leistungen des Landes auf den Prüfstand gestellt werden, aber die Kultur dürfe eben auch nicht kaputt gespart werden.



Intendant Rolf Beck wies auf die intensiven Beziehungen zwischen dem NDR und dem
Musik Festival hin. Ohne dessen Klangkörper sei das musikalische Flächenereignis überhaupt nicht mehr vorstellbar. Und der Sender hatte sich einmal mehr nicht lumpen lassen. Das Eröffnungskonzert ist traditionell ein Geschenk an das Festival. Das bedeutet, dass sich dieses des Erlöses erfreuen kann, ohne für das Konzert Honorare zahlen zu müssen. Und der Aufwand war angesichts des diesjährigen Leitthemas „Heimspiel“ mit einer Hommage an deutsche Komponisten beachtlich. Beide Klangkörper gelten als die besten ihrer Art im Norden, zudem verstärkte der dänische Rundfunkchor. Sen Solisten Michaela Kaune, Yvone Naef, Kor-JKann Dusseljee und René Pape geht ein herausragender Ruf voraus und der betagte Chefdirigent Christoph von Dohnanyi (79) ist einer der ganz Großen seiner Zunft. Großartig eben auch das Programm: Wagner, Wesendonklieder, und Beethoven, 9. Sinfonie. Zweifellos eine ganz ungewöhnliche Zusammenstellung, die aber die Zuhörer in Massen in die Lübecker Musik- und Kongresshalle – die im kommenden Oktober ihr fünfzehnjährigies Bestehen begeht – getrieben hatte.

Wagners „Wesendonck-Liedern“ haftet bis heute der Ruch des Unerlaubten an. Sind sie doch der musikalische Ausdruck seiner unerfüllten Liebe zu seiner Gastgeberin Mathilde
Wesendock nach seiner Flucht nach der gescheiterten 48-Revolution. Der Musikfreund tut
gut daran, solche Vorurteile zu vergessen und sich ganz dem Erlebnis der musikalischen Interpretation hinzugeben. Yvonne Naef gilt als eine der bedeutendsten Liedgestalterin unserer Zeit. Ihre Interpretation beschränkt sich nicht auf den Gesang. Ihr Gesichtsausdruck spiegelt das seelische Erleben wider. Ein ganz ungewöhnliches musikalisches Ereignis.

Beethovens „Neunte“ gilt vielen Menschen als einer der Höhepunkte der Klassik. Kaum einem zweiten Werk sind soviel Bearbeitungen zuteil geworden wie dem Schlusssatz – von der Europa-Hymne bis zum „Song of Joy“. Das zeugt von der ungeheuren Popularität dieser Musik, die zum kulturellen Erbe der Menschheit geworden ist. Der Dirigent Christoph von Dohnányi war vor einem halben Jahrhundert in Lübeck Deutschlands jüngster Generalmusikdirektor. Seinen Dienst an der und für die Kunst sieht er als
„großartiges Handwerk“.

Dies vorausgeschickt, ist Christoph von Dohnányi- der auswendig dirigierte - , ist den NDR-Sinfoniker und allen Beteiligten eine großartige Interpretation gelungen. Dieses Konzert hat Maßstäbe gesetzt, die lange gültig bleiben werden.


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