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Agentur für Arbeit Lübeck

Kultur Wissenschaft Ausbildung

L. Gallinat berichtet über die Lesung von Andrea Jeska

12. November 2008. Im Rahmen der 9. “Internationalen Lübecker Literaturwoche“ fand eine weitere literarische Besonderheit statt. Lutz Gallinat berichet: „Es war eine ergreifende Soiree. Im Rahmen der 9.“Internationalen Lübecker Literaturwoche“ des „Lübecker Autorenkreises und seine Freunde e.V.“ las die Journalistin und Schriftstellerin Andrea Jeska (Lübeck) am Montag in der Geschichtswerkstatt Herrenwyk aus ihrem 2007 bei Brendow erschienenen Buch „TSCHETSCHENIENS vergessene KINDER“ (Bild/Textband).

Tschetschenien, ein Land am Rande Europas. Zwei Kriege haben das Land verheert, die Bevölkerung an den Rand dessen gebracht, was ein Mensch ertragen kann. Die Republik befindet sich im jetzt im Wiederaufbau, die Hoffnungen, endlich das Leid und den Tod hinter sich zu lassen, sind groß. Schwer aber sind die Verwundungen, und was wie Frieden aussieht, muss sich noch bewähren. In den Straßen von Grozny, jenseits der prachtvollen neuen Häuser, in den stillen Dörfern und den armseligen Flüchtlingslagern, herrschen weiterhin Kälte und Hunger. Eine ganze Kindergeneration erlebte nie etwas anderes als den Krieg, trug äußere und innere Verletzungen davon.

Traumatisiert und ihrer Kindheit beraubt, tastet sich die „vergessene Generation“ langsam zurück in einen normalen Alltag. Und beweist dabei einen ungeheuren Willen, nachzuholen, was ihr so lange verwehrt blieb: Bildung, Freude, Kreativität und Leichtigkeit.

Musa Sadulajews Bilder zeigen beides: Zerstörung und Aufbau, Verzweiflung und Hoffnung, Resignation und Neuanfang. Seit vielen Jahren begleitet er im Auftrag internationaler Agenturen den Alltag der Kinder in seinem Heimatland. Die Journalistin und Schriftstellerin Andrea Jeska bereist den Kaukasus seit Jahren. Aus vielen Momentaufnahmen und mit fundiertem Wissen schuf sie ein einfühlsames Panorama dieser kleinen Republik und seiner Menschen.

Andrea Jeska beleuchtete die politischen Hintergründe und hat durch akribische Recherche und viele Gespräche ein erschütterndes Gesamtbild geschaffen: Protokolle persönlicher Berichte werden eingeordnet in den Kontext des tschetschenischen Konflikts. Die Autorin erweist so den Opfern und ihren Familien ihre Loyalität.
Thomas Roth, Studienleiter ARD Moskau, sagt in seinem Vorwort: „Musa Sadulajew dokumentiert sein Volk und seine Kinder. Er ist ein Künstler mit sorgfältigem Blick. Und mit einer Botschaft, die dieses Buch sehr eindrücklich liefert: Dem Elend ein Ende. Den Kindern Tschetscheniens eine Zukunft. Eines wird aber wohl noch länger zu sehen sein: in den Augen die Trauer.“
Die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer spendeten schließlich viel Beifall. Die Lesung löste eine rege Diskussion unter der Leitung des kenntnisreichen Moderators Dr. Peter Guttkuhn aus."

Lutz Gallinat


Zum Buch:

Andrea Jeska Musa Sadulajew
Tschetscheniens vergessene Kinder
Gebunden, 144 Seiten mit 100 Fotos, durchgängig vierfarbig, Format: 22 x 20 cm, dreisprachig: Deutsch, Englisch, Russisch
ISBN 978-3-86506-189-8
€ 19,95 / sFr 36,30 / € (A) 20,50
www.brendow-verlag.de



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