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Ein "Neumann" - bedeutende Schenkung für Lübecker Kunsthalle

11. November 2008. Die Lübecker Kunsthalle St. Annen kann für ihre Sammlung der Kunst nach 1945 einen bedeutenden Zuwachs verzeichnen: Der Lübecker Sammler Dr. Dietrich Schulz schenkte der Kunsthalle ein im Juli 1982 entstandenes, unbetiteltes Gemälde (Japanaqua auf Nessel, 190 x 100) des international anerkannten Malers Max Neumann. Es ist ab sofort in der Kunsthalle zu sehen.




Max Neumann o.T. 1982


Das relativ frühe Bild des Künstlers ergänzt sinnvoll die beiden Werke des Malers aus den Jahren 1987 und 1991, die sich bereits in der Sammlung befinden. Ein weiteres, 2006 gemaltes Werk befindet sich seit zwei Jahren an diesem Ort und ist eine Dauerleihgabe.

Das jetzt neu hinzu gekommene Bild zeigt eine einsame, hoch aufgerichtete männliche Gestalt an einem ortlosen Ort mit einem gesichtslosen Antlitz, deren rechter Arm in einer gewaltigen runden Schwingung zum Mund geführt wird. Die Heftigkeit dieses Tuns wird durch die doppelte, staccato-ähnliche Handbewegung unterstrichen. Das rechte Bein weist eine in gebrochenen Rosatönen gehaltene Unterschenkel-Fuß-Formation auf, die an einen transparenten Stiefel aber auch an Verletzungen denken lässt. Dieser Körperteil unterscheidet sich deutlich von der in schwarzen und grauen Tönen gemalten Restgestalt. Die Konturen dieser Gestalt sind tuscheartig, locker und offen wiedergegeben. Teilweise scheint es sich um Schatten zu handeln.

An der rechten Bildrandmitte erkennt man ein männliches, von einem spitzen Hut bedecktes Profil und darüber die Andeutung eines kleinen, angeschnittenen Hauses. Im unteren Teil begegnet dem Betrachter eine weitere, nicht näher zu definierende Skizze. Das Ganze befindet sich in einem nicht näher definierten Raum.

Insgesamt wirkt die Erscheinung unheimlich und bedrohlich. Wie bei allen seinen Bildern verweigert sich auch dieses Gemälde einer klaren Interpretation. Es bleibt etwas Traumhaftes bewahrt. Dennoch scheint die große, theatralische Geste, die zu einer Handlung ansetzt, wieder zum Handelnden selbst, d. h. zu seinem Mund bzw. seiner Sprache zurückzuführen. Man könnte denken, dass jedes aktive Tun eines Menschen letztlich wieder zu ihm zurückkehrt.

Max Neumann, 1949 in Saarbrücken geboren, lebt und arbeitet in Berlin. Neben vielen weiteren Ehrungen erhielt er 1986 den Villa Romana Preis und 2004 den Grand Prix de S.A.S. le Prince Rainier III de Monaco. Seine Arbeiten sind in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland vertreten.

Quelle: die LÜBECKER MUSEEN



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