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H. Rottmann: "Dreigroschenoper" am Theater HL - weiter aktuell

14. Feb. 2019 (HL-Red-RB) Nichts von seiner Aktualität eingebüßt
„Die Dreigroschenoper von Brecht/Weil im Großen Haus
Gleich zu Beginn ein furioser Einstieg von Andreas Hutzel in der Rolle des Moritatensängers Brown:
….und der Haifisch, der hat Zähne… Wenn Hutzel nicht in die Rolle des obersten Polizeichefs von London schlüpft, gibt er den ewig wuselnden Brown, der außerdem auf der Trompete und dem Bandoneon firm ist.
Der Regisseur Malte C Lachmann legt Wert darauf, seine Akteure in Hochform spielen zu lassen, sie liefern nicht nur laszives Verhalten mit Gesang, sondern lassen begreifen, dass der Nachbar eventuell genauso korrupt ist, wie die Protagonisten es in dem Stück zum Ausdruck bringen. Es hat sich wenig verändert. Digital zu sein, ist nicht wertbeständig.
Das Stück von Bertolt Brecht wurde 1928 uraufgeführt und spielt in der Londoner Unterwelt Soho. Hier ist der Ganove Mackie Messer der König. Seinen Unterhalt bestreitet er aus Raubzügen , auch vor Morden schreckt er nicht zurück. Sein Strafregister ist ellenlang. Einige Frauen stehen auf solche Mannsbilder , in dem Milieu, wo Mackie zu Hause ist, brilliert er als Womanizer. Hier tummelt sich Jonathan Peachum , der die Agentur „Bettlers Freund“ betreibt. Die Jungs, die für ihn tätig sind, sind nach dem Prinzip „Erscheine mitleiderregend, dann machst du Kohle“ ausgesucht. Als jedoch Peachums Tochter Polly sich mit Messer vermählt, kennt Peachum kein Pardon.
Der Regisseur Malte C. Lachmann kann auf ein Ensemble zählen, das allen Anforderungen gerecht wird. Herausragend in der Rolle der Polly glänzt Sybille Lambrich . Sie bringt alles mit, was von exzellenten Bühnendarstellern verlangt wird. Beste Figur , überzeugend als Sängerin und – sie ist eins mit ihrer Rolle. Eine Künstlerin mit beruflicher Zukunft. Ihr zur Seite Michael Fuchs ala Mackie Messer. In seiner Brutalität glaubwürdig. Auch, wenn es nicht so scheint, den Mackie zu verkörpern, ist anspruchsvoller, als es scheint.
Pollys Eltern sind mit Henning Sembritzki und Astrid Färber besetzt. Die Färber gibt sich herrlich ordinär, wie sie nur so unmoralisch handeln konnte, zu heiraten, schimpft sie Polly, dasmuss man schlucken. Darauf muss man kommen! Henning Sembritzki verkörpert Peachum. Sturmerprobt meistert er die Rolle und nimmt das Publikum mit. Die Tochter des Moritatensängers wird von Rachel Behringer verkörpert. Sie passt gut zu der Spelunken-Jenny. Die wird von Susanne Höhne gespielt, diese Rolle liegt ihr.
Johannes Merz, Will Workman, Johann David Talinski und Heiner Kock geben in ihren Rollen die Kleinganoven.
Die vielseitig zu nutzende Bühne hat Ramona Rauchbach eingerichtet, Tanja Liebermann liefert die einfallsreichen Kostüme.
Die Kapelle passt sich mit Make up samt Pelzkollier dem Milieu an, spielen können sie außerdem hervorragend.
Lübeck zeigt eine Dreigroschenoper, die keine Wünsche offen lässt.



Die Dreigroschenoper
Michael Fuchs (Macheath), Sybille Lambrich (Polly)

Foto: Jörg Landsberg


Premiere
09/02/19
Großes Haus


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